Schmiermittel - auch für Fischertechnik

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Karl
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Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von Karl » 13 Okt 2019, 10:31

Hallo,
Noch zwei Sachen betreffend Schmierereien möchte ich euch nicht vorenthalten.

Zum sparsamen Ölen der Fischertechnik-Lagerungen, es gibt von Krick-Modellbau ein
spezielles Öl für Kunststoffe in einem Spender für sehr sparsame Dosierungen.
Es ist das rote Öl und nicht das Gelbe.
https://www.krickshop.de/Werkzeuge-Werk ... 2071&p=437
Sollte in einem gut sortierten Modellbau-Fachgeschäft erhältlich sein.

Es gibt von der Firma Dr. Tillwich GmbH,
https://www.tillwich-stehr.com/
welche spezielle Schmiermittel für Feinstmechanik und Uhren
herstellt ein spezielles, auch für Kunststoffe geeignetes, "weiches" Fett, Typ B-52.
http://www.lokfett.com/
Wird gerne im Modell-Eisenbahn-Bereich für Schmierungen aller Art an den Fahrzeugen verwendet, deshalb auch
der Webseiten-Name, gleich ob Kunststoff- oder Metall- Schmierereien.
Außerdem Uhrenöle in diversen Viskositäten und einiges andere.
Infos über die "Tribologie" auf den Firmen-Webseiten sind interessant.

Also, auch für Fischertechnik-Anwendungen gibt es mittlerweile, unter Berücksichtigungen bisheriger Hinweise,
eine Menge diverser Schmiermittel bzw. Gleitmittel welche auch chemisch relativ sauber sind. :)
Grüße von
Karl
Ich.., Bauteile verschwenderisch eingesetzt. Lösung....., einfach weglassen.

sven
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von sven » 13 Okt 2019, 11:17

Hallo!

Nähmaschinenöl müsste auch gehen.
Das ist ja ganz feines sauberes Öl und es ist Harz- und Säurefrei.

Gruß
sven

Karl
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von Karl » 13 Okt 2019, 12:23

Hallo Sven,
leider ist Nähmaschinenöl, ein sog. Weißöl, ist nicht immer so wie angegeben Weiß ich aus
Erfahrung als Mechaniker, Branche brauche ich nicht erwähnen, - würde ich nicht nehmen.
Auch mit Nähmaschinen oder Fahrradöl geschmierte Maschinen waren nach
langen Stillstandszeiten größtenteils verharzt bzw. liefen schwergängig.
Die Qualitätsunterschiede können sehr groß sein, weiß man bloß nicht vorher.

Deshalb sind "saubere" Öle auch um einiges teurer.
Aber da man nur sehr geringe Mengen braucht sind die teuren Öle
kein großer Kostenfaktor. Lohnen sich auf jeden Fall.

Dann lieber Ballistol-Waffenöl oder Uhrenöle.
Auch wenn Ballistol gelb ist, es verklebt nicht die Lager und ist letztendlich
ungiftig. Könnte man sogar trinken - Geschmackssache. :)
Zuletzt geändert von Karl am 13 Okt 2019, 13:45, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße von
Karl
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sven
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von sven » 13 Okt 2019, 12:36

Hallo!

@Karl:
Ich hatte gegoogelt und fand welches wo auf der Flasche steht: "Harz- und Säurefrei".
Vielleicht gibts da Unterschiede.
Aber wenn der Hersteller sowas auf die Flasche druckt und es dann nicht einhält, wäre das Betrug.

Ballistol ist ja auch ein sehr feines Öl. Das ist ja Waffenöl.
Daher denke ich auch das das gut für ft ist.

Gruß
sven

Karl
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von Karl » 13 Okt 2019, 12:55

Jaein, es gibt wahrscheinlich gewisse Angaben ab wann es welche Qualität ist. Habe bisher
noch keine gefunden.
Sonst würde man z. B. für Waffen, welche oft jahrelang nicht genutzt werden, solche Öle nehmen
aber die Waffen-Anwender wissen schon warum sie dann ein z. B. spezielles Waffenöl nehmen.

Wenn man oft z. B. eine Fahrradkette ölt, löst es ja die alten Schichten an, dann merkt
man nichts. Fahrradketten sollten optimal eigentlich in heißem dünnflüssigen Fett "gebadet" werden...,
wer macht es schon. Deshalb fühlen sich neue Fahrradketten meist "fettig" statt "ölig" an.
Eigentlich ist Öl für die Schmierung der "Rollen" der einzelnen Kettenglieder unzureichend weil Öl
aufgrund der geringen Fläche und dem eigentlich hohen Flächendruck eine hohe Viskosität haben sollte.
Hat natürlich den Nachteil daß dann das Öl nicht mehr zwischen den Gleitflächen sich verteilt.

Für grobschlächtige Maschinen welche tagtäglich immer wiede geölt werden ist das "normale" Fahrrad-
und Nähmaschinenöl, auch oft Weißöl genannt, schon aus kostenmäßigen Gründen angebracht.

Fischertechniker bauen doch "Feinst-Mechaniken", darum auch etwas höherwertiges zum Schmieren nehmen.

Ansonsten "Oh-Livio-Öl", klebt in kürzerer Zeit und auch sehr geruchsvoll.
Dann wird die Mechanik tagtäglich leiser bis zur Ruhe. Anschließend viel Spaß beim Reinigen
Zuletzt geändert von Karl am 13 Okt 2019, 13:15, insgesamt 4-mal geändert.
Grüße von
Karl
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von Harald » 13 Okt 2019, 12:59

Freunde der edelsten Fahrradantriebstechnik können auf "Oil of Rohloff" zurückgreifen :mrgreen:
--- Ich liebe es, wenn ein Modell funktioniert. ---

Karl
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von Karl » 13 Okt 2019, 13:02

@ Harald,
hast Du eine Rohloff-Nabenschaltung?
Die ist schon was feines :D , leider habe ich diese nicht. :(
Wird schon ein hochwertigeres Öl sein. Aber der Hersteller gibt auch an
das Öl jährlich mindestens zu wechseln.
Prinzipiell ist das Öl ein Spagat zwischen dünnflüssigen hochwertigen Ölen welche
aus Erfahrung praktisch nicht verharzen und Ölen mit höherer Viskosität welche schneller
zum Verharzen neigen aber dafür höhere Flächenbelastungen zulassen .
Grüße von
Karl
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von Harald » 13 Okt 2019, 13:07

Ja. Die lag irgendwann unterm Christbaum. :D

Wechseln jährlich oder nach 5000 km. So lange bleibt kaum eins meiner Modelle unzerlegt. Und im Fall des Falles wird halt noch ein Tröpfen des edlen Stoffs da hin getupft.

Gruß,
Harald
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von steffalk » 13 Okt 2019, 23:48

Tach auch!

Seit Kindheitstagen verwende ich bei Bedarf Vaseline, ursprünglich tatsächlich die, mit der die Hälften meiner Blockflöte an der Zusammensteckstelle geschmeidig gemacht wurden. Funktioniert sehr gut, läuft nicht unnötig durch die Gegend und ist auch leicht wieder mit einem Papiertaschentuch zu entfernen.

Gruß,
Stefan

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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von Karl » 14 Okt 2019, 09:26

Ja, die "gute" alte Vaseline.
Ist aber ein Erdölprodukt wobei die beiden Hauptarten, gelbe und weiße Vaseline, unterschiedliche chemische Reinigungsverfahren
durchlaufen.
Wird auch in der Medizin verwendet allerdings, dann für äußerliche Anwendungen auf der Haut sowie für Brand- bzw. Schürfwunden
mit entsprechender Dosierung.
Wo Kleinkinder, (oder auch größere Kinder), vieles in den Mund nehmen würde ich diese beiden Vaselinearten trotzdem
wegschließen.
Grüße von
Karl
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YDirk33
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von YDirk33 » 18 Nov 2019, 08:30

Harald hat geschrieben:
13 Okt 2019, 12:59
Freunde der edelsten Fahrradantriebstechnik können auf "Oil of Rohloff" zurückgreifen :mrgreen:
Ja, das ist ein guter Vergleich. Wer eine feine Rohloff-Speedhub sein Eigen nennt ist schon weit vorne mit dabei :)
Eine der besten Erfindungen im MTB-Sektor finde ich!

fishfriend
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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von fishfriend » 18 Nov 2019, 09:22

Hallo...
Vor vielen Jahren hatte ich mal be ft Angefragt was die für ihre Zylinder nehmen.
Medizinisches Weißöl aus der Apotheke. Nach etwas suchen hatte ich mir eine kleine Flasche dann besorgt.
Zumindes ist bis heute nichts verharzt.
Mit freundliechen Grüßen
fishfriend
Holger Howey

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Re: Schmiermittel - auch für Fischertechnik

Beitrag von geometer » 18 Nov 2019, 11:42

Hallo,

meine Erfahrungen decken sich mit Holgers. Vor einigen Jahren wurde hier in einer Diskussion zum gleichen Thema auch "medizinisches Weißöl" = "Paraffinum perliquidum" empfohlen. Ich habe mir in der Apotheke eine Flasche und eine Spritze mit einer feinen Kanüle besorgt.

Dieses Öl findet sich in vielen Kosmetikprodukten. Es ist säurefrei. Aufpassen muss man, dass es nicht in die Atemwege kommt (ich denke, weil es diese schnell benetzt). Man sollte die Flasche also in jedem Fall für Kinder unzugänglich aufbewahren. Soweit ich mich erinnere, ist es der wesentliche Bestandteil von Ballistol, bei dem dann natürlich noch einige Zusatzstoffe drin sind.

Ich nutze das "Paraffinum perliquidum" so gut wie nie bei fischertechnik-Modellen. Die sollen auch so laufen. Aber für Tür- und Fahrradschlösser kann ich mir gar nichts besseres vorstellen. Mit der Spritze ist die Anwendung so gezielt und der Verbrauch so gering, dass die 500 ml, die ich damals für ein paar Euro gekauft habe, wohl bis an mein Lebensende reichen werden.

Viele Grüße

Thomas

Edit: Auf der Flasche steht: "Keine Endverbraucherpackung", und es sind nur 250 ml.

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