Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

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Rito
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Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von Rito » 06 Aug 2014, 09:44

Hallo!
Ich habe mal eine Frage über die generelle Herangehensweise an größere bzw. komplexere Bauprojekte. Wie geht ihr da vor? Von der Idee ausgehend, zeichnet ihr erst ein paar Skizzen? Baut ihr einfach mal darauf los und verbessert eure Modelle Schritt für Schritt? Arbeitet ihr mit dem Designer und baut erst nach der kompletten Planung?
Also ich baue nach meiner Grundidee einfach mal drauf los und nähere mich evolutionär nach Versuch und Irrtum meinem Endprodukt. Ich empfinde dies jedoch nicht unbedingt als effektiv. Nach welcher Methode geht ihr vor?

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steffalk
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von steffalk » 06 Aug 2014, 10:38

Tach auch!

Mit sowas gehe ich meist lange Zeit (manchmal jahrelang) nur im Kopf schwanger und überlege, wie es wohl hinzubekommen wäre. Oft versuche ich dann für bestimmte Details verschiedene Prototypen. Und wenn der Plan im Kopf so gereift ist, dass ich das ganze für möglich halte, fange ich an zu Bauen. So geschehen beim Kranwagen (http://www.ftcommunity.de/categories.php?cat_id=2435) und beim neuen Citroen mit pneumatischer Federung (der ist noch nicht auf der ft Community, steht aber kurz vor der Vollendung) oder auch beim noch offenen Projekt "Drucker" (http://www.ftcommunity.de/categories.php?cat_id=2095).

Manchmal entwerfe ich vorher Schaltpläne oder dergleichen, und auch die werden mitunter einfach ohne Modell drumrum aufgebaut und getestet. Das war z.B. bei den Schaltungen zum elektronisch gesteuerten Free-Fall-Tower (http://www.ftcommunity.de/categories.php?cat_id=219), bei der 4-Phasen-Ansteuerung für den Motor der leisen Uhr (http://www.ftcommunity.de/categories.php?cat_id=1943, https://www.youtube.com/watch?v=z3g7mUd ... hDYJaUTHGA) und beim bis-4-Zählwerk der pneumatisch gesteuerten Abfüllanlage (http://www.ftcommunity.de/categories.php?cat_id=2642) der Fall.

Und wenn's ganz eklig werden soll, gibt's einen Plan, und das dauert dann erst recht viele Jahre (http://www.ct-systeme.com/Documents/fis ... roject.pdf, http://www.ftcommunity.de/categories.php?cat_id=1606).

Bei kleineren Sachen baue ich auch gerne drauf los und lass mich überraschen, was herauskommt. Manchmal verwerfe ich dann einen Ansatz und fange neu an, und das kann sich wiederholen, bis halt alles passt.

Gruß,
Stefan

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H.A.R.R.Y.
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von H.A.R.R.Y. » 06 Aug 2014, 12:20

Hi,

im Prinzip mache ich auch Versuch und Irrtum, allerdings teile ich das in mehrere Schritte auf.

Schritt 1:
Zuerst ist auch bei mir immer die Idee im Kopf. Liegen physikalische Gesetzmäßigkeiten zu Grunde, versuche ich zuerst mein Wissen zum Thema aufzufrischen und dann mit Mathematik und Tabellenbuch abzuschätzen ob es überhaupt so funktionieren kann. Falls ja kommt Schritt 2 sonst lasse ich das bleiben oder suche einen anderen Weg. Manchmal gibt es nichts zu rechnen, dann gilt Versuch und Irrtum und Schritt 2 kommt direkt. Und manchmal habe ich einfach Lust etwas auszuprobieren, dann starte ich auch gleich mit Schritt 2.

Schritt 2:
Ich greife mir dann zuerst ein paar ft-Bausteine um prinzipiell die Funktion (Baugruppe für Baugruppe) zu testen. Die Aufbauten sehen dann meist sehr grobschlächtig aus, sind aus mehreren Farben zusammengesetzt und bestehen aus dem was gerade greifbar ist. Es geht mir in diesem Stadium nur um die Funktion und die dafür nötige Geometrie. Die Hilfskonstruktionen spielen keine Rolle. Manchmal kann ich nur einen kleinen Ausschnitt aufbauen, weil *DAS* am besten passende ft-Teil gerade nur 1 mal im Hause ist - der übliche Ärger halt. Hin und wieder entsteht aus diesem Mangel eine Idee wie das mit den vorhandenen Teilen auch machbar ist, sonst ist erstmals ffm oder Ralf Knobloch gefragt. Sobald dann die Funktion meiner Vorstellung entspricht (oder die Apparatur zumindest zuverlässig mitmacht) bin ich fertig; es sei denn es geht zur Convention. Jetzt wird es aufwendiger.

Schritt 3:
Die rohe Konstruktion wird optimiert. Sowohl farbliche Gestaltung als auch Formgebung und Teileauswahl optimiere ich jetzt. Dabei habe ich auch keine Scheu das Modell (bzw. die Baugruppe) komplett zu zerlegen und neu zu machen. Wenn es irgendwie geht lasse ich die Rohkonstruktion erstmal stehen und baue die "ästhetische" Variante nebendran. Manchmal (wenn genügend Teile da sind) probiere ich auch mehrere Varianten, stelle sie nebeneinander und schaue sie mir lange an. Irgendeine gefällt mir dann am besten oder ich verwerfe alles nochmal, ändere, ...

Schritt 4:
Das Modell ist fertig, gefällt mir, funktioniert und ich vergebe ihm den Status "Convention-tauglich". Aber fertig ist so ein Modell eigentlich nie. Irgendetwas geht immer: stabiler, mit weniger Teilen, optisch ansprechender, technisch einfacher, raffinierter, unbekannte Kombinationen ...

Zu den Hilfsmitteln:
Skizzenpapier, Bleistift, Taschenrechner und die Grundabmessungen diverser Bauteile (insbesondere die Winkelsteine!) habe ich während Schritt 2 und 3 immer in Reichweite.
Aus Erfahrung weiß ich, daß ich mit dem kompletten manuellen Aufbauen komplexer Strukturen immer noch erheblich schneller bin als mit einmal zwei Statikstreben in exotischen Winkeln Loch auf Loch im ft-Designer anzudocken. Manche Kombinationen kann man im Designer auch zusammenpacken die in der Praxis nicht gehen - und umgekehrt. Also kaufe ich mir erst gar keine Lizenz für das Ding sondern gebe mein Geld lieber für Bausteine aus. Wenn Not am Mann ist, zähle ich die Teile einzeln und mache mir eine Excel-Tapete als Stückliste - ist aber eher selten.

Schau auch mal in die ft:pedia 2011-1 http://www.ftcommunity.de/ftpedia_ausga ... 2011-1.pdf, Stichwort "Kaulquappen".

Gruß
H.A.R.R.Y.
PS: Und manchmal verhaken sich zwei Teile im Putzeimer so interessant miteinander - :o -, daß die nächste Idee entsteht.
[edit] Bevor es jetzt komische Kommentare zum Thema "Putzeimer" hagelt - ich hatte kiloweise gebrauchtes ft gekauft und war am schrubben. Jedes einzelne Teil in liebevoller Handarbeit: erst im Eimer baden, dann mit Zahnbürste Wischtuch und Wattestäbchen behandeln und so weiter ... [/edit]
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Phil
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von Phil » 06 Aug 2014, 15:35

Hallöchen,

bei meinem Flipper habe ich erst einfach drauf los gebaut, ohne groß zu planen (also ich denke dann einfach: "Dies mach ich ungefähr so"). Dabei schwirrten mir die Stichworte "groß", "originalgetreu" und "viele Funktionen" durch den Kopf. Angefangen habe ich dann mit den wichtigsten Elementen, in meinem Fall eben den Flipperfingern und dem Kugelrücklauf. All dies hat sich dann mit der Zeit - auch über Monate, Jahre - stark verändert. Hier ist was verbessert worden, dort habe ich was umgebaut, dann habe ich nebenbei ein anderes Modell gebaut, wieder Teile gebraucht, neu angefangen.... es ging also "drunter und drüber". Irgendwann hab ich es mir dann zum Ziel gesetzt, den Flipper auch wirklich fertig zu kriegen, und habe dann immer wieder Teile bestellt, wenn ich welche gebraucht habe. Jetzt ist er ja schon soweit, dass man ihn, wenn die Flipperfinger angeschlossen werden, schon spielen kann. Wenn auch ohne seine Features, aber immerhin.

Fazit: ich baue meistens ohne große Überlegungen drauf los, und verbessere das dann im Laufe der Zeit. Und vielleicht kommt ja, wenn es fertig ist und gefällt, wie H.A.R.R.Y. schon sagte, etwas "Convention-taugliches" heraus.

Grüße
Phil
Grüße ausm Badnerland
P

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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von Sulu007 » 06 Aug 2014, 20:53

Halli hallo,
ich mache mir keine Gedanken, freies Bauen wird bei mir zur Katastrophe, Ein Wagen mit starrer Hinterachse und einer direkten Lenkung sind gerade mal drin.
Ich baue nur nach Anleitung, eventuell mal leichte Veränderungen wenn es nicht so richtig funktioniert.
Ich bestaune aber immer die großen Baumeister hier welche tollen Ideen sie haben und diese auch umsetzen.
Grüße
Reiner

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Dirk Fox
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von Dirk Fox » 06 Aug 2014, 22:42

Hallo Rito,

meine ft-Projekte sind sicherlich meist eher nicht "groß", zumindest wenn man 17-m-Hängebrücken, Riesen-Riesenräder, Mega-Kräne und -Raupenbagger oder Giga-Seilbahnen von der Convention danebenstellt... (dann sogar eher "mickrig"). Aber vielleicht hilft Dir eine meiner Vorgehensschritte:

1. Rapid Prototyping: Wenn die Idee und der zentrale Mechanismus in meinem Kopf Gestalt angenommen haben, wird erstmal ein (ggf. kleinerer, einfacherer) Prototyp des Hauptteils gebaut (und vor der Weiterbearbeitung fotografiert).

2. Schrittweise Verfeinerung: Zentraler Mechanismus und "Drumherum" werden verfeinert, verbessert, manchmal schließlich komplett umgebaut, bis alles sitzt (wo es sitzen soll) und flutscht (wo es flutschen soll). Zwischendurch ggf. wieder Fotos, wenn ich Prototypvarianten wieder zerlegen muss.

3. Optimierung: In der letzten Phase wird rausgeholt, was aus dem Modell rauszuholen ist -
- Teile vermindern (erhöht meist die Eleganz und die Funktionalität durch geringeres Gewicht und weniger Last auf den beweglichen Teilen),
- Teile ersetzen (die am besten sitzenden Bausteine, wo Halt gefragt ist, die leichtesten Lager, wo Widerstand minimal sein sollte, und die farblich stimmigste Kombination),
- Teile ergänzen (z.B. "Verkleidung" für ein netteres Erscheinungsbild).

Wenn alles zu meiner Zufriedenheit funktioniert und gefällig daherkommt, bekommt das Modell "Convention-Status" und darf im September mit - wenn es auch dort besteht, gibt es (an einem sonnigen Wochenende) eine Fotosession und es erhält "ft:c-Status" :-). Mein Plotter (http://www.ftcommunity.de/categories.php?cat_id=2456) hat sogar "ft:pedia-Reife" erlangt :P .

Gruß, Dirk
Zuletzt geändert von Dirk Fox am 06 Aug 2014, 22:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Dirk Fox
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von Dirk Fox » 06 Aug 2014, 22:45

... sorry, versehentlich doppelt gepostet ...
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H.A.R.R.Y.
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von H.A.R.R.Y. » 07 Aug 2014, 08:16

- ja, ich weiß, es wird jetzt off topic. Aber das muß einfach mal raus:
Dirk Fox hat geschrieben:[...] bekommt das Modell "Convention-Status" und darf im September mit - wenn es auch dort besteht, gibt es (an einem sonnigen Wochenende) eine Fotosession und es erhält "ft:c-Status"[...]
@Dirk: ach deswegen sieht man so wenig Deiner Modelle hier - das finde ich schade.

Gruß
H.A.R.R.Y.
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Dirk Fox
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von Dirk Fox » 07 Aug 2014, 09:50

Hallo H.A.R.R.Y.,
H.A.R.R.Y. hat geschrieben:@Dirk: ach deswegen sieht man so wenig Deiner Modelle hier - das finde ich schade.
habe gerade wieder vier Prototypen (fortgeschrittene Stufe) mit Potential hier herumstehen... Aus mindestens zwei wird was.
Da schlägt meine perfektionistische Ader manchmal durch... Das geht aber anderen nach meiner Beobachtung ähnlich.

Beste Grüße,
Dirk
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H.A.R.R.Y.
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von H.A.R.R.Y. » 07 Aug 2014, 12:24

@Dirk: Falls Du darauf abzielst, daß von mir seit langer Zeit nix gekommen ist: das Kettwiesl steht seit der letzten Convention unangetastet in seiner Transportverpackung und mein derzeit einziges Projekt ist eine richtige Großbaustelle geworden. Aber Johann's Tower-Bridge der letzten Convention würde ich mir gerne mal detailliert im Bilderpool anschauen - ob es da noch etwas gibt? Mich interessiert besonders die Dachkonstruktion über den beiden Seitenportalen.

So aber jetzt wieder zurück zum Thema:
Ein Großprojekt à la Raupenkran bis zur Hallendecke oder die Achterbahn von Christian Knobloch oder auch die erwähnte Tower-Bridge baut keiner einfach so drauflos. Auch ein Hochregallager ist gar nicht so einfach, wie es hinterher aussieht. Zuerst schauen sich die Kollegen garantiert die Originale an und versuchen jeden Fitzel an Konstruktionsdetails zu bekommen - manchmal rücken die Hersteller sogar Pläne raus. Dem Modell geht dann monatelange oder sogar mehrjährige Planung voraus, insbesondere was die Teilebeschaffung angeht. Und Bauerfahrung haben die Herren (und Damen?) auch allerhand. Die haben sie auch nur via Versuch und Irrtum erworben.

Mein Fazit:
Je mehr Du baust (und wieder auseinandernimmst) und so besser wirst Du lernen mit den ft-Teilen umzugehen. Die ft-Community und die ft-Datenbank sind eine wahre Fundgrube an Konstruktionsdetails, man muß nur immer mal wieder aufmerksam die Bilder anschauen oder auch alte Bauanleitungen studieren.
Je mehr Du baust, umso besser wirst Du verstehen welche Entwicklungsschritte in welcher Reihenfolge nötig sind um von der ersten Idee bis zum fertigen (? - siehe oben ;-)) Resultat zu gelangen.

Gruß
H.A.R.R.Y.
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laserman
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von laserman » 09 Aug 2014, 16:16

Tagchen,

Ich plane meine Modelle mit dem FT-Designer.

Da kann ich z.B. erst irgendwo mitten im (späteren Modell) anfangen und baue dann später die Halterung drumherum.
Hier kann ich auch schon mal sehen, ob etwas vom Platz her paßt, und wieweit ich ein Bauteil beim aufbauen verschieben muß.

Der Vorteil dieser Methode ist, ich kann aus einem unbegrenzten Teile-Vorrat bauen.
Später bestelle ich mir dann genau die Teile die ich brauche.

Eigentlich bin ich auch ein Streng-nach-der-Anleitung-bauer.
In dem Fall erstelle ich mir dann die Anleitung selbst, indem ich dann später evtl. das Modell noch mal im Designer baue.
Dann aber mit mehreren (übersichtlichen) Bauphasen, und in der Reihenfolge, wie man es später real baut.

Natürlich gibt es dann einige Punkte, wie bereits erwähnt, wo sich dann in der Praxis etwas durchbiegt, oder wo man noch mal komplett nachbessern muß.
Aber auf diese Weise hat man eine viel bessere Vorstellung vom späteren Modell, als wenn man es nur zeichnet, oder nur im Kopf hat.
Denn man kann das Modell ja schon von allen Seiten betrachten, auch wenn man noch kein einziges Teil organisiert hat.
Viele Grüße, Laserman

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Getriebesand
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von Getriebesand » 09 Aug 2014, 16:39

Hallo

Ich plane meine (großen?) Modelle so

1 Ich habe eine Idee ;)
2 Ich mache sehr groben Plan, was wo hinkommt
3 Ich fange irgendwo an zu Bauen
4 Testen, Ärgern, Verbessern ;)


Und noch ein Tipp:
Bei TX-Modellen nach dem Verkabeln unbedingt einen Plan machen, was wo am TX angeschlossen ist! Hilft beim Programmieren!


Getriebesand
If you can't fix it with ducttape, you don't use enough.

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Dirk Fox
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von Dirk Fox » 09 Aug 2014, 21:34

Hallo zusammen,
Getriebesand hat geschrieben:Bei TX-Modellen nach dem Verkabeln unbedingt einen Plan machen, was wo am TX angeschlossen ist!
ein wichtiger Hinweis. Für die, die in RoboPro programmieren, ist der Reiter "Beschreibung" des Hauptprogramms ein guter Ort dafür.

Beste Grüße,
Dirk
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Triceratops
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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von Triceratops » 15 Aug 2014, 18:21

Hallo

Zumeist kommt es ja auch darauf an, wie ein Modell funktionieren soll. Ist es etwas rein Statisches, kann man einfach "drauflosbauen", prüfen, ob's so hinhaut, und/oder ggf. an der einen oder anderen Stelle verändern, verstärken... Die Größe des Modells entscheidet dann alleine, wie lange man dafür braucht.

Ist es ein rein mechanisches Modell, kommen diverse Berechnungen und zig Probeläufe zum Zuge. Bei meinem Planetarium von 2007 mußte ich zusätzlich in Büchern, Zeitschriften und im Internet nach realen und neuesten Fakten rund um Astronomie recherchieren. Sowas kann manchmal sehr langatmig und ermüdend sein. Aber je besser recherchiert, desto besser das Ergebnis.

Bei einer elektronischen Steuerung stellt sich meist die grundlegende Frage: Computer oder klassisch mit Silberlingen und Co. Vielleicht muß sogar eine eigene elektronische Konstruktion (Platine) entwickelt, erstellt, geprüft, gelötet usw. werden.

Letztendlich gibt es eine Vielzahl an Variablen, woran man die Entwicklung eines Modells festmacht und wieviel Zeit man selbst zu investieren bereit ist (bzw. kann).

Aktuell arbeite ich (momentan eigentlich doch nicht) an der Hornbrücke von Kiel, was ich aus familiären Gründen im März auf Eis legen mußte. Jetzt im Sommer steht mein Garten ganz oben auf der Prioritätenliste. Solch eine Pause (ob gewollt oder nicht) muß man natürlich aus der Gesamtentwicklungszeit sinnigerweise wieder herausrechnen.

Gruß, Thomas :roll:

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Re: Wie beginnt/plant ihr eure großen Bauprojekte?

Beitrag von DenkMal » 29 Sep 2014, 17:22

Hallo,
Ist es etwas rein Statisches, kann man einfach "drauflosbauen", prüfen, ob's so hinhaut, und/oder ggf. an der einen oder anderen Stelle verändern, verstärken... Die Größe des Modells entscheidet dann alleine, wie lange man dafür braucht.
Ähm ... ohne Tabellenkalkulation hätte ich keines meiner Modelle bauen können:

- Beim Riesenrad Radien finden, die mit FT-Teilen einen Vollkreis (48-Eck) ergeben. Passende Streben finden für rechtwinklige Verbindungen, die nicht im 15er Raster waren.

- Bei der Brücke hab ich die Zugbelastung und Zugbelastbarkeit der Tragseile, sowie die Hängerlängen abgeschätzt. Durch Materialdehnung passten die Maße natürlich nur begrenzt. Nachdem die Brücke überhaupt stand, musste ich die Detaillängen ausprobieren, bis es gerade hing.

- Beim Turm waren die Knicklänge und Windlastberechnung essentiell. War sicher nicht alles präzise, aber die Größenordnungen musste ich schon herausfinden. Sonst wäre so ein Modell völlig unverantwortlich. Die Diagonalen hab ich ebenfalls am PC bestimmt. Der Turm ist auch mein erstes Modell mit (bis auf paar Streben) vollständiger Stückliste.

Für Brücke und Turm hab ich vorher reichlich recherchiert und mir Doku von realen Bauwerken durchgelesen. Zum Berechnen waren Hochschulskripte sowie sogar DIN-Normen hilfreich.

Die wichtigsten Bauteildetails am Rad (Nabe), sowie der Brücke (Befestigung der obere Enden der Seile an den Türmen) waren aber Nachdenken, sowie Versuch und Irrtum, bis es passte. Die oberen 6m Turm sind auch der vierte Anlauf. Das Material war zu weich für eine noch spitzere Konstruktion.

Bei allen größeren Projekten sollte man die kritischen Größen (Maße, Kräfte, Energien, Zeiten ...) hinreichend genau berechnen. Einstürzende Großmodelle können böse Verletzungen bis zu Invalidität oder Tod verursachen :!: Drauflosbauen skaliert nicht :!:

Viele Grüße,
Michael

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