Suche: Mit-Konstrukteure / Mit-Bauer für Großprojekt

Fussballroboter, Autofabrik...
Modellideas &- presentation - Soccerrobot, Carfactory...
Forumsregeln
Bitte beachte die Forumsregeln!
wlh70
Beiträge: 38
Registriert: 01 Nov 2014, 17:51
Wohnort: Hannover

Re: Suche: Mit-Konstrukteure / Mit-Bauer für Großprojekt

Beitrag von wlh70 » 24 Mär 2020, 17:56

ThomasW hat geschrieben:
24 Mär 2020, 11:30
Beim Seil muss berücksichtigt werden, dass es sich zu einer Schlaufe verbinden lassen muss, ohne einen Knoten reinzumachen oder Fremdkörper (z.B. Klemmen oder sowas) anzubringen.
Es muss also nicht nur wenig Dehnung haben, eine hohe Zugfestigkeit aufweisen und dauerhaft und robust sein, es muss auch noch "endlosschlaufbar" sein. Dieses Kriterium wird die Suche nicht unbedingt vereinfachen...
Ich denke das mit dem Spleißen bekommt man hin. Ich als alter Segler habe da einige Erfahrung mit spleißen. Also Dyneema oder geschlagenes Tauwerkwerk kann man prima spleißen, auch Drahttauwerk geht.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Splei%C3%9F

Gruß Wilhelm
Die Beste Konstruktion ist, wenn Du ein Teil wegfallen lassen kannst.

Benutzeravatar
ClassicMan
Beiträge: 28
Registriert: 19 Jan 2019, 15:33
Wohnort: Schifferstadt

Re: Suche: Mit-Konstrukteure / Mit-Bauer für Großprojekt

Beitrag von ClassicMan » 25 Mär 2020, 11:58

Schön, dass die Diskussion läuft. Das macht mir richtig Spaß. Lob an alle!

1. Seil
Klare Sache: wir verwenden ein Stahlseil. (Meine Meinung - NICHT finale Entscheidung.)
Ich kenne mich seit fast 30 Jahren mit Seilen, Knoten und Spleißen aus. Natürlich sind mir die genannten Materialien bekannt.
Aber so eine Seilbahn braucht Stahl :twisted:
Ich habe schon mit diversen Stahlseilen getestet. Klapt klasse. Vor allem geht es darum die Reibung auf das Große Rad zu übertragen. Das habe ich technisch bereits gelöst. (Bilder kommen.)
Den Spleiß könnte ich selbst machen, würde mich aber mit Doppelmayr unterhalten wollen - so was kann sicher eine Lehrwerkstatt machen.
Für unterschiedliche Stecken gibt es unterschiedliche fertige Rundseile. Diese müssen sowieso beim Transport ausgehängt werden - das ist auch eine Vorgabe.

2. eine 1 / 2 / 3 Seilbahn?
Ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich eigentlich immer mit einer 1-Seil Lösung geliebäugelt habe.
Das macht die Sache erst richtig interessant.
Eine 2 oder 3 Seilbahn ist im Verhältnis leicht zu realisieren. Die Tragseile lassen sich über Böcke spaannen, das Förderseil braucht nicht sonerlich beschaffen zu sein (ein "Wollfaden" zur besseren Klemmung ginge auch).
(Auch hier zeige ich in einigen Wochen meine umgebaute Schrägseilbrücke, in der ich die Fahrbahn mit Seilen ersetzt habe.)
Aber ich finde das unelegant. Das größte Problem ist hier den Zug auf das Förderseil aufrecht zu halten, da die Tragseile die Länge bestimmen, über die Seilführung (Durchhang) sich die Länge aber ständig ändert und so die Seilspannung am Förderseil extrem schwankt. Das kann zum Schlupf im Förderrad führen und ist auf dieser Größe nich aufzufangen, da die Längenschwankungen zu groß sind. (Habe ich längst getestet - aus diesem Grund hat meine Hängebahn auch kein umlaufendes Seil. Fotos und Erklärung folgen.)
Bei einer 1-Seil Bahn aber sorgt die Last direkt für genug Druck auf dem Großen Rad. Längenschwankungen gehen nicht mit Kraftschwankung einher. (Erklärung mit Skizze folgt.)
Für mich ist die 1-Seillösung zwar etwas herausfordernder, was die Kraftaufnahme am Rad anbelangt (siehe nächster Punkt) aber bei anderen Problemen die bessere Wahl.
Hier wäre schön, wenn ich von Doppelmayr Argumente erhalten kann.

3. Kräfte
Ja, ich weiß, es geht hier um große Kräfte. AUch hier habe ich bereits getestet.
Ich musste mir an den Kopf fassen - denn wir denken alle nur daran, dass ein Seil zwischen zwei Stationen gespannt sein muss. Richtig?
:idea: Das ist aber falsch. In einer Seilbahn ist das Seil fast garnicht gespannt.
Das Seil liegt (!) auf den Masten auf.
(Fast) die ganze Last wird von den Masten getragen (auch von jenem, der direkt vor der Station steht).
Die (mit Absicht etwas) durchhängenden Seilstücke dazwischen heben sich in den Zugkräften gegenseitig auf.
Das Große Rad muss lediglich die die Kraft für die Spannung für die Hälfte der längsten freien Strecke ziehen :!:
Anders gesagt: sobald eine Seilbahn einen Mast hat, viertelt sich die Zugkraft gegenüber der gleichen Strecke ohne Mast.
Dann aber ist es egal, ob die Seilbahn 2, 5 oder 25 Masten hat - die Zugkraft bleibt gleich!
Sie steigert sich, wenn die Stationen nicht mehr auf gleicher Höhe stehen (da kommt der senkrechte Vektor hinzu.)
Und was an Zugkraft hinzu kommt ist die Kraft, die nötig ist, um alle Reibungskräfte in den Rollen der Traversen etc. zu übertrumpfen. Plus etwas Kraft bei Beschleunigung, dynamischen Bewegungen (Schwingung), ....
Ja, da kommt einiges zusammen.
Aber ich habe eine Seilbahn gebaut mit 4 Gondeln auf 4m Fahrstrecke. Ich musste nur wenige Gramm (!) an Zug aufbringen um das Seil in Form zu bringen. Und als ich die Strecke auf 20m Fahrstrecke erhöhte - 20 Gondeln - 10 Masten zusätzlich eingesetzt. Was geschah?
Nichts!
Ich brauchte das gleiche Spanngewicht!
Nur ein Problem bekam ich: die Reibung am großen Rad war nun zu gering um die Laufreibung zu übertreffen. DAS ist das Problem!
Und das Problem habe ich mit Stahlseil auf einem großen Rad (ca. 40cm. Durchmesser) mit Führung in BS5 Nuten und Neoprempolstern gelöst.
Wie die Kraft des Zuges auf die Achse aufgenommen wurde fragt ihr euch sicher.
Naja - ehrlich - ich bin nicht blöd :D
Niemals schafft eine 4mm Stahlachse von ft diese Kraft.
Muss sie aber nicht.
Ich habe ein Rollenlager geschaffen, das das ganze Rad trägt und die Kräfte über 6 Rollen auf das Gestell ableitet. (Vergleichbar mit dem großen Drehkranz am Braunkohlebagger oder dem großen Kran aus Holland - sicher kann hier einer die Links zu den Fotos posten?)

3a. Kräfte
Je größer ein Bau, um so mehr Verbindungen haben wir. (Beispiel: meine Schrägseilbrücke leitet im hinteren Block die Kräfte mit 11 Zapfen in die Bodenplatte ein - pro Seite. Bilder folgen.)
Natürlich werden wir an vielen Stellen (Großes Rad, Laufkasten des Großen Rades, Längsdehnungsschienen ....) Aluprofile nehmen müssen und mit vielen Lastverteilern arbeiten.
Aber genau das macht doch den Reiz aus, oder?
(Ich erinnere mich an einen großen Kran, der 44kg tragen konnte aus Holland?)
Für mich gerade kein Hindernis, sondern im Gegenteil: je größer die Stationen werden um so leichter können wir die Lasten in die Bodenplatte, schließlich auf eine (aufgeschraubte) Holzplatte und das aus Stahl geschweißte Ausstellungsgestell mit Sandsäcken ableiten. Schließlich darf die Station sich im Ausstellungsbetrieb durch einen kleinen Rempler nicht bewegen. (Meine Schrägseilbrücke ist auf einer Holzplatte geschraubt, diese in Holzkästen in denen ich Material transportiere. In jedem Kasten liegen 20kg - da wackelt nix mehr.)

4. Die Klemme
Ja, die Klemme wie auf dem Bild oben ist eine "Doppelmayr" KLemme. Es gibt auch andere Klemmen, aber ich denke, hier müssen wir unbedingt mit der Firma sprechen und um Hilfe bitten.
Ich habe mir schon allee Bilder auf dem Bilderpool angeschaut, die ähnliches haben. Nicht schlecht. Aber noch zu kompliziert und zu groß, vor allem für Unterläufer-Masten ungeeignet.
Ich experimentiere gerade mit einer waagerechten Lösung unf Stahlseilen. Es hängt viel vom Durchmesser ab. Aktuell am besten klappt es mit 5mm in einer 4mm Nut. ABer auch 3,5mm waren klasse, vor allem zuverlässig beim entkoppeln.
Hier ist die Challenge an euch - Tüftler! Los!
Tilo & Jan Rust
Schifferstadt

Antworten