170 und 400 Pin Breadboard : Kaufempfehlung gesucht

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joerg
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170 und 400 Pin Breadboard : Kaufempfehlung gesucht

Beitrag von joerg » 30 Jun 2020, 21:16

Moin in die Runde,

ich müsste einige kleine Breadboards kaufen und da gibt es ja diverse Möglichkeiten.

Hat jemand von Euch einen Tipp aus eigener Erfahrung, welches da qualitativ was ordentliches wäre?

Wie gesagt sollen es Minis sein (170er) und dann auch Kleine (400er).

Wäre super!

Gruß, Jörg

Karl
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Re: 170 und 400 Pin Breadboard : Kaufempfehlung gesucht

Beitrag von Karl » 01 Jul 2020, 11:52

Hallo Joerg,
eine generelle Kaufempfehlung auszusprechen ist sehr schwierig weil die Qualitätsunterschiede sehr groß sind.
Habe vor 35 Jahren viele von den Boards gehabt, damals waren die Qualitäten zu akzeptablen Preisen gut.
Gute Qualität bieten die 3M-Breadboards, allerdings sind die Preise gegenüber den China-Export um das zehn- bis
dreißigfache, dürften für den Hobbybereich ein klein wenig zu teuer sein.
Ansonsten gibt es so weiße Boards mit abgerundeten Ecken, habe davon ein paar kleine, Qualität akzeptabel,
Hersteller von diesen Breadboards kann ich nicht mitteilen, weiß ich selbst nicht.
Viele größere mit mehr als 400 Kontakten habe ich auch, allerdings in "China-Standard" mit leider unterschiedlichen
Qualitäten. Benutze diese relativ wenig.
Vergessen kannst die Jumper-Kabel in verschiedenen Längen mit dem "Plastik-Griff", meist der größte Müll.
Die Pinne sind viel zu dünn und der klobige "Griff" steht meist auch im Weg, vor allem wenn mehrere Anschlüsse an
einem Kontaktstreifen dicht nebeneinander. Dazu oft schlechte bis keine Kontaktgabe.
Ich weiß zwar nicht genau was Du vorhast, meine Empfehlung, wenn die billigen Boards fürs Hobby:
1. Eine dünne Stopfnadel an einem Stück Rundholz um die neuen Kontakte oft etwas auseinander zudrücken. Scheinen
irgendwie durch einen Schutzüberzug oder sonstwie miteinander "verklebt" zu sein. Die dünnen Drähtchen an den
Bauteilen schaffen es oft nicht die neuen Kontakte beim ersten Mal auseinander zu bekommen.
2. Statt der elendigen Jumperkabel benutze ich schon seit Ewigkeiten einfachen etwas dickeren "Klingeldraht" oder
isolierten Schaltdraht mit einem Durchmesser von 0,6mm. Länge abschneiden, beidseitig ca. 8mm-10mm abisolieren, einstecken
und fertig. Es gibt auch hochwertigere Jumperkabel, kosten allerdings bei größeren Mengen auch einiges. Gecrimpte Pfostenbuchsen-
Steckkontakte sind fast immer zu dick, da läßt die Klemmwirkung im China-Steckbrett je nach Qualität mehr oder weniger nach.
3. Für Herstellung von Modulen, also evtl. Schalteinheiten, soweit möglich die Steckbrücken-Sets einsetzen. Für die Verbindungen
der Module untereinander ist Klingel- oder Schaltdraht völlig ausreichend. Billig und schnell in diversen Längen herzustellen.
Die Steckbrücken sind manchmal auch etwas weich, macht eigentlich nicht viel aus weil man die kaum auf den Modulen wechselt.
Wichtig wäre dann mit der og. Stopfnadel erst einemal neue Kontaktgabeln zu trennen. Die langen Steckbrücken braucht man
relativ wenig, kann man kürzen, abisolieren und in U-Form biegen.

ELV bietet auch Prototypenadapter für diverse Bauteile an, Vorteilhaft vor allem wenn die Bauteile oft gewechselt werden. Glaube,
gibt es bestückt und auch unbestückt zum Selberbestücken.
Viele Bauteile kann man auch in IC-Präzisionsfassungen mit gedrehten Kontakten einsetzen oder löten. Dann diese Einheit ins Steckbrett.

Nebenbei: Was ich auch toll finde sind die "Experimentier-Einheiten" von ELV, allerdings sind die als Bausatz, muß man halt löten.

Am besten, kaufe erst einmal ein paar preisgünstige Steckbrettchen deiner Wahl, probier mit etwas dickerem Klingeldraht (keine Litze) aus.
Dazu ein Kästchen fertige Drahtbügel und ein paar Meter Klingel- bzw. isolierten Schaltdraht, evtl. eine einfache Abisolierzange sowie
Seitenschneider.

Tipp: Schaltdraht gibt es in verschiedenen Farben, günstig auch als mehradrige Kabel wo mehrer Schaltdrähte in diversen Farben sich befinden.
Nur sollten die Kupferseelen schon mind. 0,5mm dick sein, z. B. einzelne Adern aus Fernmeldekabel 6 x 2 x 0,6 ->J-Y(ST)Y...LG Innenkabel
https://www.hornbach.de/shop/Telefonlei ... tikel.html

Ein simpler Durchgangstester um Verbindungen evtl. auf Kontaktgabe zu prüfen ist auch eine große Hilfe. Fischertechnik-LED mit Flachbatterie
und evtl. Vorwiderstand reichen, besser und oft auch bauteilschonender ein einfaches Messgerät.

Links:
https://de.elv.com/search?p=1&ffFollowS ... s&o=7&n=24
https://de.elv.com/elv-prototypenadapte ... 784093&c=0

Nachtrag, fiel mir noch heute Nachmittag ein: Habe noch eine größere Breadboard-Kombination - "Profi-Line" - von der Firma Conelek. Qualität ist schon mal gut. Leider wird die Firma aufgegeben oder ist schon aufgegeben. Vverkauft nichts mehr, sehr schade.
Die Firmen-Webseite mit dem Hinweis der Firmenaufgabe durch Herrn Dipl. Ing. Rüdiger Kluge: http://www.conelek.com/

Trotzdem interessant das Wiki dieser Firma mit vielen Infos: http://www.conelek.org/wiki/Steckplatine
Grüße von
Karl
Ich.., Bauteile verschwenderisch eingesetzt. Lösung....., einfach weglassen.

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joerg
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Re: 170 und 400 Pin Breadboard : Kaufempfehlung gesucht

Beitrag von joerg » 02 Jul 2020, 08:58

Moin Karl,
vielen lieben Dank für diese umfangreiche Antwort.
Das sind ja viele gute Informationen und ich habe da schon mal geschaut bei ELV - kommt man aus dem Staunen nicht raus, was es alles gibt.
Da werde ich zuschlagen.

Also, lieben Dank für Deine Mühe und Gruß, Jörg

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