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Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 16 Jan 2026, 00:43
von Florian73
Servus in die Runde!

Kräne - eines meiner Lieblingsthemen...

Vorbild ist der Schwimmkran "HHLA IV", der seit Indienststellung 1957 und Überholung 2023 immer noch Dienst im Hamburger Hafen tut.
HHLA = Hamburger Hafen und Lagerhaus Aktiengesellschaft.
Gebaut als Gemeinschaftswerk von DEMAG (Kranaufbau) und Blohm & Voss (Ponton), beides ehemals große Namen im deutschen Schiffs- und Maschinenbau.
Mit einer Traglast von 200t wird der mobile und vielseitige Kran heute zum Umschlag von Schwergut wie Schiffspropellern oder -motoren und
Lokomotiven eingesetzt. Er verfügt über einen eigenen Antrieb und kann selbstständig manövrieren, auch mit mitgeführter Last.
Einen "Kollegen" HHLA III - BJ 1941- gibt es auch noch, mit 100t Traglast und etwas größerer Hubhöhe eine schlankere Erscheinung, aber auch
noch in Betrieb.

Für weiter Interessierte gibt es eine Fülle an Bildern und Informationsmaterial im Netz:
https://historischer-hafen.de/schiff/hhla-iv/
https://hhla.de/magazin/schwimmkran-retrofit

Zum Modell:

Wie beim Vorbild trägt ein festtehender, innerer Kegelstumpf den drehenden Aufbau.
Die Lagerung ist aus einfachen Elementen aufgebaut:
Oben Drehscheibe 60 mit 6x Rad als Axiallager, die tragen das ganze Gewicht des Aufbaus, zusätzlich eine zentrale Achse zur radialen Lagerung.
Unten ein Ring aus Statikträgern 60° mit 3x radial angestelltem Rad dazu die aufgespannte Kette für den Drehantrieb.
Alles in allem eine sehr leicht laufende Konstruktion, der Aufbau lässt sich mit dem kleinen Finger bzw. "alten" Motor locker drehen.
Der Aufbau ist viel Statik, über dem Drehlager sind aus Stabilitätsgründen ein paar Alu-Profile verbaut.

Der Kran ist ein sogenannter Doppellenker-Wippkran. Die spezielle Auslegerkinematik ermöglicht ein
nahezu horizontales Verfahren der Last bei relativ kleinen Antriebskräften.

Hier komme ich nicht umhin, auf die ehrwürdige hobby-Buchreihe zu verweisen, hobby2-Band4, Seiten 37 bis 41:
Da geht es richtig zur Sache, da macht heutzutage manch ein MaschinenbaustudentIn große Augen :shock: !
Es werden die geometrischen Hintergründe und Zusammenhänge erklärt dazu etwas Getriebetechnik und kleine Funktionsmodelle.
Technik zum Be-Greifen, ganz ohne App und Gewische...

Zum Verstellen des Auslegers kommt ein Spindelhubgetriebe mit drehender Mutter zum Einsatz, das habe ich unter
https://forum.ftcommunity.de/viewtopic.php?f=6&t=9552 schon genauer vorgestellt.

Funktionen des Krans:

Funktionen:
Drehen, Heben/Senken, Auslegerverstellung

Der Ponton aus zwei 1000er-Kästen wurde etwas stiefmütterlich behandelt, der hätte noch ein paar Aufbauten vertragen.
Da hat mich leider die Motivation verlassen.

Grüße, Florian

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 16 Jan 2026, 07:48
von voxbremen
Tolles Modell!

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 16 Jan 2026, 09:14
von steffalk
Tach auch!

Wow! Ich _liebe_ klassisches fischertechnik :-)

Gruß,
Stefan

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 16 Jan 2026, 18:26
von cheorl
Wunderschöne Bilder von einem wirklich atemberaubenden Modell.
(Auch Ihre Erzentlader Hulett ist sehr schön.)
Ich würde gerne mehr Bilder von beiden (auch von Details) sehen. 👌😃👍❗

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 16 Jan 2026, 22:27
von atzensepp
Ein ausgesprochen feines Modell!
Mich würde der Aufbau des "Linear-Aktors" mit der Schnecke genauer interessieren.

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 16 Jan 2026, 23:12
von Triceratops
Hallo

Es geht doch nichts über klassisches Grau - einfach nur schick.

Gruß, Thomas :D

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 16 Jan 2026, 23:18
von Florian73
Guten Abend!

Vielen Dank für eure positiven Kommentare. Freut mich, wenn das Modell gefällt.

@atzensepp: Ich hab´ da mal was vorbereitet ;) Schau mal beim Beitrag „Spindelhubgetriebe mit drehender Spindelmutter“ rein, da geht es genau um das Ding...Link dorthin ist auch im Erläuterungstext.

Rot-graue Grüße, Florian

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 18 Jan 2026, 17:00
von Harald
Jaaa! Ein tolles, gelungenes Modell!

Das ist ein Lemniskatenkran. Eine Modellbauanlage ohne ihn verdient den Namen nicht. Der Witz an der Geometrie ist, dass die Last bei Veränderung der Ausleger-Weite auf (zumindest annähernd) der gleichen Höhe bleibt. Das können Kräne mit Laufkatze und loser Rolle zwar auch, aber längst nicht so eindrucksvoll.

Gruß,
Harald

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 20 Mär 2026, 09:58
von Ben_Zeeland
Hallo Florian,
Schönes Baumodell! Darf ich fragen, wie du die Kette an den Bugstücken befestigt hast? Mit dünnem Garn? Oder mit einem weiteren FT-Artikel? Ich baue selbst ein großes Modell, bei dem die Kette nicht rutschen sollte.Grüße aus den Niederlanden. Ben

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 20 Mär 2026, 14:33
von Florian73
Hallo Ben,
danke für das Kompliment!
Zu deiner Frage:
Gar nicht - es ergibt sich eine Länge der Kette, die sich gerade noch schön straff auf den Ring aus 60-Grad Statikelementen aufziehen läßt. Das heißt, die Kette wird nur durch Reibung gehalten.
In diesem Fall war das Drehlager so leichtgängig, daß das ausreichend war. Es rutschte nichts durch.

Die Idee, die Kette mit dünnem Garn zu fixieren gefällt mir auch ganz gut. So lassen sich sicher größere Kräfte übertragen.
Werde ich mir merken ;)

Ein andere Möglichkeit ist, zwischen den Bögen jeweils einen Baustein 7,5 einzubauen und mindestens an einer Stelle ein Kettenglied für Raupenbelag bzw. Kettenglied einzusetzen. Allerdings ist der Ring dann nicht exakt rund.

An was für einem Modell baust Du gerade?
Hoffentlich dürfen wir Bilder sehen...

Übrigens: Auf Zeeland war ich letzten Sommer - es hat mir dort sehr gut gefallen.
Und interessante Sachen zu sehen im Hafen von Vlissingen...

Grüße aus Bayern,

Florian

Re: Doppellenker-Wippkran HHLA IV

Verfasst: 21 Mär 2026, 21:43
von Triceratops
Hallo

Eine andere Möglichkeit habe ich für meine dreidimensionale Kugelbahn gewählt:
48 Bausteine 15 und 48 Winkelsteine 7,5° so wie auf dem Bild unten dargestellt versteift
mit weiteren Elementen. Mit der Ausrichtung der Nuten, wie man das hier gut erkennen
kann, ergibt das eine akzeptable Stabilität.

Wichtig in dieser Konstellation: jeder 16. (!) Baustein 15 mit der Nut in Längsrichtung (also
der, bei dem man die Bohrung seitlich sieht) wird getauscht durch einen normalen Baustein
15 oder 2 Bausteinen 7,5 und mit der Nut in Querrichtung verbaut. Außen rum passen so
exakt 213 Kettenglieder; jedes 71. Kettenglied wird dabei durch ein Förderglied (wo man
früher die Raupenbeläge oder Förderbecher draufschob) ersetzt. Die Kette hält sehr gut und
kann die auftretenden Kräfte aufnehmen. Alternativ kann man die Kette insgesamt auch mit
doppelseitigem Klebeband fixieren. Allerdings liegt sie dann relativ stramm auf dem Ring auf.

Befestigen läßt sich dieser Ring sehr gut mit Achsen durch die Querlöcher der seitlich offenen
Bausteine 15, oder man fügt zusätzlich eine Speichenkonstruktion ein, was den Ring noch wei-
ter stabilisieren würde.
Zahnkranz Z213.JPG
Zahnkranz Z213.JPG (167.72 KiB) 5324 mal betrachtet
Gruß, Thomas ;)