Relaistechnik, auch mit Fischertechnik

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Karl
Beiträge: 2510
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Relaistechnik, auch mit Fischertechnik

Beitrag von Karl » 13 Sep 2026, 23:30

Hallo,
habe mal einen Teil meines Fundus umgekrempelt und u. a. auch
60 Relais für 12 V - 4 x UM - samt Tragschienen-Sockel hervorgeholt.
Da ja die Winterzeit schneller als vermutet naht dachte ich mir..., man
könnte auch mit Relais so zwischendurch irgendetwas machen.
Relais sind neu und die Kontakte sind angeblich für 5 A geeignet.
Sollte für Modell-Basteleien gut reichen.
Wenn man mit Relais bastelt möchte man auch Schaltungen ausprobieren.
Müssen ja nicht gleich komplett verdrahtete Schaltungen sein, Teilstücke
sind meistens vorteilhafter zur Fehlersuche und "Verhaltensforschung". ;)
Doch wie ohne allzu viel Aufwand ein "Testbrett" herstellen.
Nach kurzem Nachdenken fiel mir die 1000er Platte 35602 ein. Ja die grosse Platte
mit den langen Schlitzen.
Bildlich ist unten das "Testboard" zu sehen. Montiert sind die Relais mit der
Fassung auf DIN-Tragschienen. Allerdings um 15mm erhöht über der Platte unter
Verwendung von 15er Bausteinen 32064 mt Bohrung,
Tragschiene für die Stromverteilung und Verdrahtungskanäle sind direkt auf der
Platte geschraubt. Alles mit M3er Schrauben und sog. Stop-Muttern um die Breite der
Schlitze nicht zu ändern.
Allerdings könnten die Unterlegscheiben oben unter den Schraubenköpfen größer sein.
Hatte allerdings nur 9mm mit Bohrungen 3,2mm zur Verfügung.
Als U-Scheiben unter den Schlitzen sind die 9mm Scheiben ideal. 11mm Scheiben zur Not
auch noch, aber schon an der Grenze zwischen den Stegen. Noch größere Scheiben passen
nicht mehr zwischen den Stegen. Mal schauen was die Zeit bringt, manchmal bekommt man
Sonderangebote zu günstigen Preisen.
So U-Scheiben mit 11mm oder 13mm sind für oben unter dem Schraubenkopf wünschenswert.
Aber mit 3,2mm Loch für M3 - Schrauben allerdings nicht leicht zu bekommen.
Die unteren 12poligen Anschlussleisten haben je eine Kontaktleiste um viele
Leitungen anzuklemmen welche direkt die Speisespannung führen sollen.
Die Litzenkabel 0,34mm² werden mit gecrimpten blanken Gabelkontaktschuhen
unter den Plättchen der Schraubverbindungen geschoben und befestigt. Sollten
als preisgünstige Methode voll den Zweck im Hobbybereich erfüllen.
Aderendhülsen fand ich nicht so vorteilhaft da ein Großteil der Anschlüsse nur
eine Leitung bekommt und die Plättchen dann verkantet schief sitzen. Grund ist daß
die Aderendhuelse nur links oder rechts neben der Befestigungsschraube eingeschoben
werden kann. Geschlossene Ringösen sind auch nicht praktisch da die Klemmeinheit,
Schraube samt Plättchen, erst einmal für sich selber durch die Öse gefädelt werden.
Dann ist das Einbringen der drei Teile in den Kontakt auch oft mit mehr "Fummelarbeit"
verbunden.
Jetzt ein Bild ohne die Verdrahtungskanal-Deckel.
Eine Leitung befindet sich testweise an einem Relais-Sockel-Anschluss.

Nachträge zwei Tage später:
Habe zwischenzeitlich ein bisken gepfuscht. Einfach mir größere 11mm U-Scheiben mit 4,3mm Loch
besorgt und oberhalb der Tragschiene unter den 9mm, für M3 mit 3,2mm Loch eingebracht.
Eigentlich nicht übel aber..., für den Hobb-Modellbaubereich gerade noch akzeptabel.

Betreffend der Schraub-Kontakttechniken. Zwei Gabelkontakte mit ihren Flachseiten zueinander
funktionieren unter den Relais-Klemmverschraubungen mit Plättchen auch gut. Allerdings zeigen
die Crimp-Quetschungen einmal nach unten und einmal nach oben. Funktionieren eigentlich sehr sicher.
Man muß nur darauf achten daß die Überhänge der Sockel und der Klemmplättchen klein sind.
Wäre professionell auch Pfusch...., aber mein Hobbyetat ist auch begrenzt um eine größere Anzahl von
"fachgerechten" sog. Tragschienen-Reihen-Klemmen, oder wie man diese auch nennen mag, einzusetzen.
Bleibt eh nicht bei den Anzahlen der Klemmen, dann mehr Tragschienen, mehr Trägerplatten,
größere Gehäuse, mehr Raumfläche und in ungunstigen Fällen viel mehr Transportkosten. :oops:

Nachtrag drei Tage später:
Habe eigentlich etwas wichtiges vergessen betreffend der Relaiskontakte. Ein bischen schon verdrahtet und
es fiel mir ein dieses hier mitzuteilen.
Die Gabelkontakte dürfen nicht breiter als 6 mm sein. Sonst kann man die Kontaktgabeln nicht zwischen den
Stegen unter den Kontaktscheiben schieben. 6,2 mm wird schon kriminell. Würde ich noch nicht einmal
versuchen. Gabelöffnung mit 3,2mm ist sehr gut und auch ok.
Gabelöffnung 3,7mm würde zur Not auch noch funktionieren da diese für M 3,5 Schrauben gedacht sind.
Nochmal..., wie vorher beschrieben die Gabel nicht breiter als 6mm.
Litze mit 0,25 mm², 0,34 mm² und 0,5 mm² funktionieren mit den entsprchenden Öffnungen in der Crimpzange
ganz gut. 0,75 mm² bzw. 1 mm² sollen möglich sein, habe ich allerdings nicht probiert.

Dazu noch ein Tipp:
Das Hantieren mit der "ostasiatischen" einfachen Crimpzange ist gewöhnungsbedürftig. Traf für mich auch zu.
Die Zange ist nun einmal einfach gehalten, denke mal, für Hobbyzwecke vollkommen ausreichend.
Ein Bild von der Zange mit entsprechendem Einsatz kann ich auch hier posten.
Komme einigermaßen damit gut klar, mit über 77 Lenze sind die Augen auch nicht mehr optimal.
Am besten ein Tütchen Gabelkontakte sowie 22 AWG-Litze isoliert mehr zum Üben sich zulegen.
Klar, in den Betrieben früher hatte ich anderes Werkzeug. Da landet man bei Anschaffung schon relativ schnell bei
einem vierstelligen Euro-Betrag. Noch nicht einmal für maschinelles Werkzeug. Wäre auch schlecht im Service
mitzuführen gewesen sein. Schaltschrank- bzw. Installations-Verdrahtungen waren auch nicht meine Hauptaufgaben.
Nur so im Service bei Bedarf nebenher.

Sieht alles ein bischen "altbacken" aus..., ist nun mal "Klappertechnik". :)
Testplatte_Relaisschaltungen.JPG
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Claudeb Iahhan
Beiträge: 1
Registriert: 21 Sep 2026, 15:17

Re: Relaistechnik, auch mit Fischertechnik

Beitrag von Claudeb Iahhan » 21 Sep 2026, 15:18

Richtig interessant, wie viel praktische Erfahrung in so einem Testboard steckt. Gerade die Hinweise zu den Gabelkontakten, den Scheiben und den verschiedenen Litzenquerschnitten sind für Nachbauten wirklich hilfreich. Und „Klappertechnik“ hat für mich durchaus ihren eigenen Charme – man sieht und hört schließlich direkt, was in der Schaltung passiert. Wer nach dem Basteln noch etwas online stöbern möchte, kann auch hier vorbeischauen: https://nvcasino-deu.de/

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