fischertechnik-Modell für die Grundlagenforschung im Biolabor

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Torsten
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fischertechnik-Modell für die Grundlagenforschung im Biolabor

Beitrag von Torsten » 15 Apr 2026, 17:42

Hallo,

für eines unserer Experimente im Biolabor habe ich vor kurzem eine kleine Vorrichtung aus fischertechnik gebaut, die den Vorgang der Extrusion einer Lipidlösung (Durchdrücken einer Fett-Emulsion durch eine feine Membran) automatisiert.

Das fischertechnik Modell war eigentlich nur als ein erster Prototyp und Test gedacht, funktioniert aber inzwischen so zuverlässig, dass es ganz offiziell in den Laboralltag eingezogen ist :-).

Es sorgt sogar für eine bessere Reproduzierbarkeit der Messergebnisse als die vorherige manuelle Durchführung. Ausserdem erspart es meinen Kollegen Im Labor viel Zeit, da sie die Arbeit nicht mehr selbst machen müssen (ein kompletter Extrusionsvorgang dauert bis zu 4 Stunden).

Hier ist ein kurzes Video (leider nur auf englisch), indem die Wissenschaftler über ihre Arbeit berichten und in dem auch das fischertechnik Modell zu sehen ist (ab Minute 4:07 bis Minute 5:47):

https://www.bmglabtech.com/hubfs/1_Webs ... arayeu.mp4

Das Modell ist zwar nicht sehr kompliziert, ich wollte es euch aber nicht vorenthalten, da es zeigt, welche (in meinen Augen) tollen und sogar nützlichen Sachen man mit fischertechnik machen kann.

Viele Grüße
Torsten

Jeroen Regtien
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Re: fischertechnik-Modell für die Grundlagenforschung im Biolabor

Beitrag von Jeroen Regtien » 15 Apr 2026, 22:13

Hallo Torsten,

Eine sehr interessante und erfolgreiche Anwendung von fischertechnik-Komponenten, mein Kompliment!

Ich glaube, ich sehe einen TXT-Controller? Wird Python oder RoboPro verwendet? Programmieren die Forscher den TXT bereits selbst oder hasst du eine Komplettlösung mit Menüeingabe geliefert?

Ich habe mich gefragt, was fischertechnik zur ersten Wahl für einfache Laborautomatisierungsanwendungen machen wurde, denn aus Erfahrung weiß ich, dass Laborautomatisierungsgeräte aufgrund des kleinen Marktes extrem teuer sind. Es bräuchte sicherlich engagierte Experten wie du und vielleicht eine serie Modellen ähnlich der früheren Plan & Simulation-Produktlinie um die Dinge in größerem Maßstab voranzubringenum. Welche zusätzlichen Faktoren wären erforderlich, um eine solche neue Produktlinie zu entwickeln?

Mfg, Jeroen

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steffalk
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Re: fischertechnik-Modell für die Grundlagenforschung im Biolabor

Beitrag von steffalk » 16 Apr 2026, 14:10

Tach auch!

Ich finde solche real-world-Modelle ja immer großartig. Ich habe ft-Modelle auch schon für real-world-Szenarien im Dauereinsatz gebaut (Laptop-Ständer, Lötzubehör, große und kleine Schwenkventilatoren, Kamerastative, Katzentränke) und es klappte immer gut. Ruhig mehr davon also :-)

Gruß,
Stefan

Torsten
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Re: fischertechnik-Modell für die Grundlagenforschung im Biolabor

Beitrag von Torsten » 16 Apr 2026, 15:33

Hallo Jeroen,
Jeroen Regtien hat geschrieben:
15 Apr 2026, 22:13
Eine sehr interessante und erfolgreiche Anwendung von fischertechnik-Komponenten, mein Kompliment!
Danke :-)
Jeroen Regtien hat geschrieben:
15 Apr 2026, 22:13
Ich glaube, ich sehe einen TXT-Controller? Wird Python oder RoboPro verwendet? Programmieren die Forscher den TXT bereits selbst oder hasst du eine Komplettlösung mit Menüeingabe geliefert?
Im Video ist noch die erste Variante mit TXT und Encodermotoren zu sehen. Die Programmierung hatte ich mit ftrobopy in Python gemacht. Tatsächlich habe ich den Encodermotor inzwischen durch einen Schrittmotor (NEMA14) und den TXT durch einen Raspberry Pi mit WaveLab Schrittmotorshield und Touchscreen ausgetauscht.

Ich liefere eine Komplettlösung:
- die Software ist in Python geschrieben
- die Bedienung, das Setup, die Konfiguration und die Live-Anzeige der Werte von 2 Kraftmessern erfolgt lokal auf dem Touchscreen oder per Browser-App auf einem Smart-Phone
- auf dem Raspberry Pi läuft dafür eine Webserver-Applikation (in Python mit FLASK)

Der Webserver und die Abfrage der Kraftmesser wäre am Ende zwar auch mit dem TXT möglich gewesen, hätte aber zuviel Aufwand bedeutet. Ausserdem lässt sich der Raspberry Pi besser und vor allem sicherer in einem (halb-)offenen Netzwerk betreiben, da man regelmäßig Sicherheitsupdates einspielen kann und er hat einen Ethernet-Anschluss. Damit war unsere Netzwerkabteilung dann zufrieden.
Jeroen Regtien hat geschrieben:
15 Apr 2026, 22:13
Ich habe mich gefragt, was fischertechnik zur ersten Wahl für einfache Laborautomatisierungsanwendungen machen wurde, denn aus Erfahrung weiß ich, dass Laborautomatisierungsgeräte aufgrund des kleinen Marktes extrem teuer sind. Es bräuchte sicherlich engagierte Experten wie du und vielleicht eine serie Modellen ähnlich der früheren Plan & Simulation-Produktlinie um die Dinge in größerem Maßstab voranzubringenum. Welche zusätzlichen Faktoren wären erforderlich, um eine solche neue Produktlinie zu entwickeln?
Ein Vorteil von fischertechnik im Labor könnte seine große Flexibilät und die sehr gute Wiederverwendbarkeit von Teilen sein. Experimentelle Labor-Aufbauten haben oft nur eine begrenzte Dauer: von einigen Monaten bis wenigen Jahren. Danach werden sie wieder abgebaut. Nicht mehr benötigte fischertechnik-Teile lassen sich dann einfach im nächsten Aufbau wiederverwenden.

Auch, wenn fischertechnik nicht geeignet für eine Anlage sein sollte, kann es trotzdem gute Dienste als Prototyp leisten. Ich erstelle zur Zeit auch noch die Software für einen anderen experimentellen Aufbau. Der Aufbau, der von unserer Feinmechanischen Werkstatt und der Elektronikabteilung gebaut wird, ist jedoch kompliziert und langwierig und noch nicht fertig. Damit ich mit der Softwareerstellung schonmal vorab anfangen kann, habe ich mir ein fischertechnik-Modell gebaut mit dem ich die Programmierung bereits jetzt machen kann, damit sie fertig ist, wenn die Anlage steht.

Mir persönlich macht die Arbeit mit fischertechnik im Labor und die Programmierung von fischertechnik-Modellen natürlich sehr viel Spass :-)

Viele Grüße
Torsten

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