Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

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joerg
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Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von joerg » 03 Feb 2020, 12:15

Moin in die Runde.

Mir ist erst jetzt aufgefallen, dass ich Federnocken (ft-Nummer 31982) in 2 Ausführungen habe:

-) mit glattem Zapfen
-) mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Kann es sein, dass es sich dabei um eine Einschraubhilfe für kleine Schrauben handelt, um irgendwelche Platinen oder andere Bauteile auf das ft-Raster zu bringen? Habe danach gegoogelt aber nichts gefunden. Würde mich mal interessieren, in welchem Kasten die urprünglich enthalten waren.

VG, Jörg

Karl
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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von Karl » 03 Feb 2020, 15:47

Fotto wäre hilfreich. ;)

Nachtrag: Habe mal in meiner Federnocken-Dose nachgeschaut, sind viele mit Loch und ohne Loch drin,
letztendlich nichts besonderes.
Nur um etwas zu befestigen, auch mit Uhrmacherschrauben, reicht die Tiefe, ca. 1,5 mm, nicht und
die Schrauben mit den geringen Flankenhöhen werden bestimmt nicht robust halten.
Ich nochmal:
M 2,5 versinkt so - M 3 will nicht und auch der M3-Gewindebohrer hat mit der Tiefe ein Problem, sogar
der Sackloch-Gewindebohrer.
Zuletzt geändert von Karl am 03 Feb 2020, 16:07, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße von
Karl

Svefisch
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Svefisch

Beitrag von Svefisch » 03 Feb 2020, 16:07

Hallo Jörg,
die Löcher im Zapfen der Federnocken waren von Anfang an vorhanden, auch die ursprüngliche Bauform mit vollrunder Feder hatte dieses bereits. Die Federnocke ohne Loch ist dann vor vier/fünf Jahren eingeführt worden. Aus irgendwelchen Gründen wurde wohl das Werkzeug erneuert. Sinn und Zweck des Lochs erschließt sich mir nicht, es waren wohl produktionstechnische Gründe (Materialersparnis oder Maßnahme gegen Materialschrumpfen beim Spritzen oder ....).

Gruß
Holger

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joerg
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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von joerg » 04 Feb 2020, 08:22

Hallo und Danke für die Info.
Es ist schon eine Menge was ich hier im Forum lerne, selbst wenn ich eigentlich nach echten Kleinigkeiten frage.
"Durchgangsloch" und "Sackloch" beispielsweise sind für mich unbekannte Begriffe (gewesen).
Also: Vielen lieben Dank!
Gruß in die Runde, Jörg

ludger
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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von ludger » 04 Feb 2020, 08:43

moin zusammen,

Die Nocke kühlt bei der Herstellung zu schnell ab und härtet dann von außen nach innen durch. Während dann der harte Außenbereich schon in seiner Größe fixiert ist, kann sich der noch flüssige Innenbereich noch weiter und weiter zusammenziehen.
Das gleiche passiert auch beim gießen von Kerzen.

Gruß ludger

Karl
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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von Karl » 04 Feb 2020, 10:01

Hallo Ludger,
ist nicht nur eine Vertiefung sondern ein schönes zylindrisches Gebilde...., das Loch !
Wurde wohl etwas nachgeholfen.
Warum sind die anderen Federnocken halbwegs glatt ?

@Jörg,
von einem "Durchgangsloch" habe ich aber nichts geschrieben. ;)

@....
"Was wird größer wenn man immer öfters etwas wegnimmt" ? :oops:
Grüße von
Karl

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joerg
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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von joerg » 04 Feb 2020, 10:26

Hallo Karl,
@Jörg,
von einem "Durchgangsloch" habe ich aber nichts geschrieben.
Ja, stimmt - aber beim googlen von "Sackloch" bin ich auf:
https://gewindeaufschneider.de/blog/unt ... -sackloch/
gelandet.
Da wird das sehr gut erklärt.

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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von steffalk » 04 Feb 2020, 18:27

Tach auch!

Manchmal habe ich aber den Eindruck, dass die Nocken mit dem kleinen Loch besser mit ihrem Zapfen in einer Nut klemmen als die massiven. Deshalb nahm ich an, dass das Absicht sei und eine Verbesserung gegenüber den massiven, weil dann der Zapfen besser "federn" kann oder so. Das kann nicht sein?

Gruß,
Stefan

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Re: Svefisch

Beitrag von wlh70 » 07 Feb 2020, 20:28

31982, neue und alte Ausführung
31982, neue und alte Ausführung
Screenshot_20200207-202416.jpg (109.88 KiB) 1353 mal betrachtet
Svefisch hat geschrieben:
03 Feb 2020, 16:07
Aus irgendwelchen Gründen wurde wohl das Werkzeug erneuert. Sinn und Zweck des Lochs erschließt sich mir nicht, es waren wohl produktionstechnische Gründe (Materialersparnis oder Maßnahme gegen Materialschrumpfen beim Spritzen oder ....).
Hallo Zusammen,
bei der Ausführung mit dem Sackloch im Zapfen verläuft die Werkzeugtrennebene genau mittig bzw. hier auch symmetrisch. Das hat den Nachteil, dass die Teile beim Spritzgussprozess nicht definiert in einer Werkzeughälfte hängen bleiben, um dann mittels Ausdrückstifte herauszudrücken. Das Sackloch ist ja im Werkzeug erhaben und verhinderte wohl beim öffnen der Form genau das undefinierte festhalten in einer Werkzeughälfte. Ich denke, der Prozess war nicht so stabil und die Teile haben sich nicht richtig entformen lassen. Ausserdem ist der Anschnitt, so nennt man beim Spritzgussprozess den Angußstelle, nicht optimal gewählt worden. Man sieht ihn am rechten Teil ganz schwach in der linken Ecke.
Bei der neuen Form (linkes Teil) sind aller Erkenntnisse aus dem Fertigungsprozess wohl in einem neuen Werkzeug umgesetzt worden.
- Asymmetrische Werkzeugtrennung; das Teil bleibt definiert in einer Werkzeughälfte hängen. Ist ebenfalls gut auf dem Bild zu erkennen.
- (Fast) symmetrischer Anschnitt (Anguss); optimales Schrumpfverhalten und dadurch bessere Toleranzeinhaltung.

Schönen Gruß
Wilhelm
Zuletzt geändert von wlh70 am 08 Feb 2020, 18:10, insgesamt 1-mal geändert.
Die Beste Konstruktion ist, wenn Du ein Teil wegfallen lassen kannst.

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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von steffalk » 08 Feb 2020, 10:40

Tach auch!

Das klingt ja mal richtig fundiert, Danke! Habe ich den Text nicht verstanden oder hast Du linkes und rechtes Teil verwechselt?

Gruß,
Stefan

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Re: Svefisch

Beitrag von juh » 08 Feb 2020, 12:17

wlh70 hat geschrieben:
07 Feb 2020, 20:28
bei der Ausführung mit dem Sackloch im Zapfen verläuft die Werkzeugtrennebene genau mittig bzw. hier auch symmetrisch.
Super Beitrag, wieder was gelernt! Ich glaube aber auch, dass man das Foto mental spiegeln muss, damit es zum Text passt. ;-)

vg
Jan
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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von wlh70 » 08 Feb 2020, 18:12

Hallo Zusammen,

sorry, ja ich habe links und rechts verwechselt ;)
Es ist im Originaltext korrigiert.

Gruß
Wilhelm
Die Beste Konstruktion ist, wenn Du ein Teil wegfallen lassen kannst.

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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von Svefisch » 08 Feb 2020, 20:38

Wilhelm, deine Erklärungen sind wirklich klasse.
Trotzdem kann das alte Werkzeug nicht ganz schlecht gewesen sein, zumal es ja gut 30 Jahre verwendet wurde.

Viele Grüße
Holger

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Re: Federnocke 31982 mit mittiger Vertiefung im Zapfen

Beitrag von wlh70 » 08 Feb 2020, 20:52

Hallo Holger,

da kannst du schon recht haben. Vielleicht war einfach ein neues Werkzeug fällig. Oftmals überlässt man dem Werkzeugbauer, wie ein Teil eingeformt wird.
Aber letztendlich weiß nur Fischertechnik die richtige Antwort.

Gruß
Wilhelm
Die Beste Konstruktion ist, wenn Du ein Teil wegfallen lassen kannst.

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