3D Drucker mit Photopolymerharz - Erfahrungen?

Vorstellung von 3D-Druck-Teilen, Fragen zu 3D-Druckern, usw.
Discussion of 3D printed parts, Questions and answers on 3D printers and printing, etc.

Moderator: Jan3D

Forumsregeln
Bitte beachte die Forumsregeln!
Antworten
sven
Beiträge: 2247
Registriert: 18 Okt 2010, 18:13
Wohnort: Rahden
Kontaktdaten:

3D Drucker mit Photopolymerharz - Erfahrungen?

Beitrag von sven » 07 Mär 2021, 18:19

Hallo!

Hat jemand Erfahrungen mit den 3D Druckern die mit Photopolymer Harz drucken?
Das ist ja eine Flüssigkeit anstatt Filment.
Da werden viel so Figuren für Brettspiele mit gedruckt.
Die Qualität scheint sehr gut zu sein und die Oberflächen sehr glatt.
Vor allem kann man auch sehr filigrane Dinge damit herstellen.
Das Material soll ABS ähnlich sein und auch für Industrieteile taugen.

Ich frage mich ob das ggf. auch für ft Teile ne gute Sache wäre.
So einen Drucker gibt es für 200 Euro und die Flaschen mit dem Druckmaterial sind auch erschwinglich.

Gruß
sven
Dieses Posting gibt ganz allein meine persönliche Meinung wieder!

juh
Beiträge: 547
Registriert: 23 Jan 2012, 13:48

Re: 3D Drucker mit Photopolymerharz - Erfahrungen?

Beitrag von juh » 07 Mär 2021, 18:55

Hallo Sven,

nein, leider keine ersthand Erfahrungen. Aber resin pinter sind in der Tat den Filamentdruckern in das Billigpreissegment gefolgt, so dass die Frage auf der Hand liegt.

Die Oberflächen sehen tatsächlich sehr schick aus. Resin galt an sich eher als Anwendung für Zierobjekte, da es zu spröde für technische Anwendungen ist. Jetzt gibt es wohl (zu entsprechendem Preis) "tough resins", die besser sind, Stefan von CNCkitchen hat da einen guten Test: https://www.youtube.com/watch?v=Yjm7aRKISMI

Wäre also einen Versuch wert, aaaaber: Für mich pers. wäre die Sauerei das Killerargument. Du musst nicht nur mit dem flüssiggen Harz hantieren, sondern hast danach auch diverse Reinigungsbäder vor Dir, erinnert mich an das Entwickeln von Fotos oder Ätzen von Platinen. Definitiv also kein Drucker, den man mal eben neben seinen Bastelplatz stellt, es sei denn, der hat Laborbedingungen.

vg
Jan
Meine fischertechnik Designs für den 3D-Druck: https://www.thingiverse.com/juh/designs

Karl
Beiträge: 1412
Registriert: 24 Sep 2016, 17:28
Wohnort: Nordkanalien im Emscherland

Re: 3D Drucker mit Photopolymerharz - Erfahrungen?

Beitrag von Karl » 07 Mär 2021, 18:57

Hallo Sven,
die Vergleiche interessant zu lesen,
https://www.techstage.de/ratgeber/uv-ha ... ch/4wgmhxp

Es gibt für die FDM-Drucker ja "Holz-Filamente", darüber habe ich noch nichts erfahren.
Grüße von
Karl

Es gibt immer viel mehr Lösungen als Probleme.

sven
Beiträge: 2247
Registriert: 18 Okt 2010, 18:13
Wohnort: Rahden
Kontaktdaten:

Re: 3D Drucker mit Photopolymerharz - Erfahrungen?

Beitrag von sven » 07 Mär 2021, 20:35

Hallo!
Wäre also einen Versuch wert, aaaaber: Für mich pers. wäre die Sauerei das Killerargument. Du musst nicht nur mit dem flüssiggen Harz hantieren, sondern hast danach auch diverse Reinigungsbäder vor Dir, erinnert mich an das Entwickeln von Fotos oder Ätzen von Platinen.
So wie ich das gelesen und verstanden habe muss man den fertigen Druck nur in Isopropanol (Alkohol) abwaschen.
Somit hat man da keine Säuren wie beim Platinen ätzen.

Tough Resi ist aber, wie ich das sehe noch mal teurer als das normale.
Aber letztendlich könnte das interessant sein, eben um hochqualitative Bauteile zu drucken.

Gruß
sven
Dieses Posting gibt ganz allein meine persönliche Meinung wieder!

juh
Beiträge: 547
Registriert: 23 Jan 2012, 13:48

Re: 3D Drucker mit Photopolymerharz - Erfahrungen?

Beitrag von juh » 07 Mär 2021, 20:57

Jein. Soweit ich weiß ist der flüssige Ausgangsstoff kontaktgiftig oder allergen und sollte nur mit Einweghandschuhen und Schutzbrille gehandhabt werden, das betrifft auch das Entnehmen des fertigen Objekts. Das Isopropanol-Bad wird durch die Reinigung aufgrund der Resin-Reste zum Sondermüll, der entsprechend entsorgt werden muss. Also ganz so easy ist es leider nicht.

Edith ergänzt noch einen weiteren Aspekt: aufgrund des gänzlich anderen Druckverfahrens gibt es keinen Infill (das Ausfüllen massiver Körper mit Stützstrukturen zum Sparen von Filament und Druckzeit). Objekte müssen also entweder massiv gedruckt werden, oder bei der Konstruktion muss das Abfließen des flüssigen Resins aus den Innenräumen mitgedacht werden, was natürlich Löcher hinterlässt. Der Materialverbrauch ist also nicht 1:1 zum Filamentdruck und bei etwas masisveren Objekten wie z.B. den Grundplatten nicht unerheblich.

vg
Jan
Meine fischertechnik Designs für den 3D-Druck: https://www.thingiverse.com/juh/designs

sven
Beiträge: 2247
Registriert: 18 Okt 2010, 18:13
Wohnort: Rahden
Kontaktdaten:

Re: 3D Drucker mit Photopolymerharz - Erfahrungen?

Beitrag von sven » 07 Mär 2021, 22:04

Hallo!

Mhm, dann ist das nichts für den normalen Haushalt.
Wer will schon Sondermüll produzieren. Das müsste man in Kanistern abfüllen und zur Schadstoffsammlungen bringen. Machbar wäre das.
Aber da mit Schutzbrillen und Handschuhen hantieren müssen, nur wenn man mal ein Teil drucken will.

Da machen solche Drucker wohl nicht sehr viel Sinn.

Gruß
sven
Dieses Posting gibt ganz allein meine persönliche Meinung wieder!

Benutzeravatar
DirkW
Beiträge: 394
Registriert: 10 Nov 2014, 16:16
Wohnort: Bad Schwartau
Kontaktdaten:

Re: 3D Drucker mit Photopolymerharz - Erfahrungen?

Beitrag von DirkW » 08 Mär 2021, 06:48

Hallo Sven,

habe mich auch mal solchen Druckern beschäftigt.

Ein weiteres großes Problem ist, das das Harz beim drucken auch stark riecht.
Da würde sich wohl nur ein gut belüfteter Keller anbieten. Ganz zu schweigen
vom Gesundheitsaspekt.

Grüße
Dirk

Antworten