Schul-Controller

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MasterOfGizmo
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Schul-Controller

Beitrag von MasterOfGizmo » 20 Jul 2021, 21:14

Mich würde mal interessieren, wie ihr euch einen Controller vorstellt, der im Schulunterricht ab der 7. Klasse gut zu nutzen wäre.
  • Wie groß / anschlussreich soll er sein? Wie BT-Smart? Wie TXT? Ganz anders?
  • Wie teuer darf er sein? Ist bei Schulen eher egal? Billig, weil Schulen zu wenig Budget haben?
  • Wie stark soll er sich an Lehrplänen orientieren? Sehr nah (an welchen)? Oder gar nicht (z.B. weil's eh nix einheitliches gibt)?
  • Eher einfach oder leistungsfähig?
  • Programmierung eher grafisch oder textuell?
  • Sollte anderen Systemen (Lego) eher ähnlich sein? Oder sich eher abheben?
  • Open-Source? Geschlossen? Egal? Warum?
  • WLAN/BT-fähig?
  • Wie programmieren? Per App, direkt am Gerät? Per PC? Per USB, drahtlos?
  • Darf sich auf WLAN/Internet verlassen? Oder muss autonom sein?
  • Wie robust? In Gehäuse und kurzschlussfest?
  • Wie "schnell" nutzbar? Sollte man ihn in einer Schulstunde nutzen können oder darf mehr Lernbedarf sein?
  • Mit Display? LEDs? Tasten?
  • Erweiterbar? Innerhalb des Systems? Mit Fremdteilen?
  • Was von der Technik soll "sichtbar" sein? Z.B. Sensoren, die "einfach gehen" oder Signale, Busse etc, die man verstehen kann/muss?
  • Wie nah ist ft mit den eigenen Geräten am Thema "Schule" dran? Super? Kann man nutzen? Geht gar nicht?
Für fischertechnik: Arduino ftDuino http://ftduino.de, Raspberry-Pi ft-HAT http://tx-pi.de/hat

sven
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Re: Schul-Controller

Beitrag von sven » 20 Jul 2021, 21:40

Hallo!

Warum muss es einen extra Schulcontroller geben?
Der neue TXT wird dafür doch wohl geeignet sein.

Es reicht doch ein Controller, der für die Endkunden also auch für die Schulen nutzbar ist.

Gruß
sven
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fishfriend
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Re: Schul-Controller

Beitrag von fishfriend » 20 Jul 2021, 22:22

Hallo...
Meine Meinung
Wert auf eine gute aussagekäftige lesbare Beschriftung legen.
Größe ist egal TX / TXT ist schon OK.
Tja Billiger ist besser. Meist Anschaffung durch Fördervereine.
Lehrpläne sind eine andere Baustelle - Die Schulung von Lehrern und eine allgemeine, verständliche Einführung ist wichtiger.
Na ja wer wird Sprachanalyse machen oder damit einen Qadcopter fliegen? Datenaustausch "Schwarm" ist wichtger.
Klasse 7 programmierung eindeutig grafisch. Text hat zuviele Fehler und nicht jeder hat einen PC mehr.
Abheben von Lego, was aber nicht so schwer ist. Soviel kann der auch nicht.
Open Source in der Schule? Da werden sich die Admins freuen :-) Ehr IT Sicherheit der IDE
WLan in der Schule ist eine Katastrophe, oft geschlossen, weil auch die Lehrernetze dran hängen. Aber auch schlechte Qualität wenn z.B. die NW Räume unten im Keller sind.
BT ist nett, ich nutze es, läßt den PC leben wenn das Interface abraucht.
Der Gag bei App, BT und Display vom Handy ist, dass es jede menge Schulen gibt die das benutzen von Handys untersagt. Gag 2 Wenn das Netz überlastet ist, lassen Lehrer es zu das die Schüler ihrere Handys benutzen um z.B. bei Wikipedia und co die Infos sich zu holen...
Kurzschlussfest -immer!! Wenn Datenboxen gebaut werden, die im Feldversuch Daten bei Wind und Wetter sammeln, muss ein extra Gehäuse her.
Mehr Lernbedarf ist schlecht. Wenn die Schüler zuhause sind haben sie es ja nicht mehr in der Hand. Sollen die Trocken üben? Das macht keiner.
Display wird ehr selten gebraucht. Man kann analoge Werte darstellen, z.B. Bodenfeuchte, Blumengießen... Ist dann halt einfacher Fehler zu finden.
Erweiterbar find ich gut. Z.B. mit Seeed und co.
In Klasse 7 haben die keine Ahnung von Bussen und Signalen. Wenn da -selbstständig- eine Lampe mit dem Accu richtig angeklemmt wird hast du einen von 300 gefunden. Meine Erfahrung.
Bei ft fehlen simple Dinge. Z.B. Thema "Ich baue eine Brücke" oder Brücke allgemein (im Lehrplan (NRW)). Kinder sollen eine Brücke bauen mit Materialien die sie sich aussuchen können. Keiner nimmt ft -interssanterweise auch keiner Lego. Warum nicht? Entweder die haben keins oder die kommen nicht drauf. Auch weil die nicht die entsprechende Bauanleitung haben. Man muss als bessere Modellübersichten haben und auch Stichworte auf der Internetseite haben die Google sofort findet bzw einen Zusammenhang haben. EIne Zeit lang dachte ich, warum nicht einfach Bilder der Modelle wie früher nehmen. So wie ich das sehe kommen die meisten nicht damit klar ein Modell nach wenigen Bildern aufzubauen, die brauchen eine Anleitung. Die zu machen bedeutet viel Zeit reinzustecken. Wer macht das schon...?
Mit freundlichen Grüßen
fishfriend
Holger Howey

atzensepp
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Re: Schul-Controller

Beitrag von atzensepp » 20 Jul 2021, 23:10

Wie groß / anschlussreich soll er sein?
-> so groß, dass man genügend Anschlüsse, Taster und ein ordentliches Display hat.
z.B. 18 x 9 x 4.5cm

Wie teuer darf er sein? Ist bei Schulen eher egal? Billig, weil Schulen zu wenig Budget haben?
-> ca. 200.- EUR oder mehr je nach Ausstattung (es werden ja ordentliche Stückzahlen benötigt)

Wie stark soll er sich an Lehrplänen orientieren? Sehr nah (an welchen)? Oder gar nicht (z.B. weil's eh nix einheitliches gibt)?
-> K.A.

Eher einfach oder leistungsfähig?
-> Mittlere Leistungsklasse zwischen Arduino und Raspberry Pi, oder gleich Pi-Variante als Basis wäre vermutlich sinnvoll

Programmierung eher grafisch oder textuell?
-> Programmierung auf PC mittels Scratch, Programmierung des Controllers: Display mit Scratch-Elementen?

Sollte anderen Systemen (Lego) eher ähnlich sein? Oder sich eher abheben?
-> equal or better :D

Open-Source? Geschlossen? Egal? Warum?
-> Open Source, Erweiterbarkeit, Langlebigkeit, da sonst Service aufgebaut werden muss.

WLAN/BT-fähig?
-> beides

Wie programmieren? Per App, direkt am Gerät? Per PC? Per USB, drahtlos?
-> Programmierung auf PC mit Standard-SW oder Scratch und vernünftiger Toolchain
Robuster Bootloader, Programmiermöglichkeiten über USB und Over-the-Air,
Programmierung direkt am Controller mit angeschlossener Tastatur und Maus (so dass man nicht unbedingt einen Laptop braucht, was wieder ein Argument für die Schule sein könnte, dann könnte der Preis auch höher liegen)

Darf sich auf WLAN/Internet verlassen? Oder muss autonom sein?
-> Auf jeden Fall autonom

Wie robust? In Gehäuse und kurzschlussfest?
-> so robust wie möglich. Austauschbare Buffer-IC?

Wie "schnell" nutzbar? Sollte man ihn in einer Schulstunde nutzen können oder darf mehr Lernbedarf sein?
-> Einschalten und loslegen

Mit Display? LEDs? Tasten?
-> Grafisches Farbdisplay, LEDs und Tasten, Rotary-Switches

Erweiterbar? Innerhalb des Systems? Mit Fremdteilen?
-> Adapter-Stecker für Erweiterungen, Arduino-Shields verwendbar?

Was von der Technik soll "sichtbar" sein? Z.B. Sensoren, die "einfach gehen" oder Signale, Busse etc, die man verstehen kann/muss?
-> 4 x i2c-Interfaces, 2 x SPI, 4 x A/D-Wandler, 4 x D/A-Wandler, 4 x Verstärkerbausteine, SD-Slot, 4 x USB, Tastatur + Mausanschluss
4 Schrittmotor-Treiber, DC-Motor-Treiber
(Ggf. Camera-Interface)

Wie nah ist ft mit den eigenen Geräten am Thema "Schule" dran? Super? Kann man nutzen? Geht gar nicht?
-> Keine Ahnung

Je mehr ich drüber nachdenke: Ein RaspberryPi als Basis und eine anständige Peripherie-Platine würde wohl gehen

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H.A.R.R.Y.
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Re: Schul-Controller

Beitrag von H.A.R.R.Y. » 21 Jul 2021, 07:58

Guten Morgen,

* Welche Art von Schulen ist die Zielgruppe? Private Eliteschulen oder die öffentliche Schule "nebenan"?

* Preisgestaltung: Kostengünstig. Wenn so ein Controller vom Taschengeld beschafft werden kann, ergibt sich eventuell auch die Nutzung zu Hause. Davon mal abgesehen ist weniger Kosten immer ein Argument. Bei einem Klassensatz multipliziert sich die Preisdifferenz sofort über die Stückzahl.

* Muss es immer ein extra Controller sein? In Schulen sind heutzutage oft PCs vorhanden (ja, nicht die neuesten, aber immerhin). Der Anschluß an die reale Welt kann daher auch von einem Interface übernommen werden. Hier, finde ich, ist der ft:Duino durchaus passend aufgestellt. Einen AT90USB1286 stattdessen und ein paar IO-Leitungen mehr nach Aussen überwinden die derzeitigen Hürden einiger Anwendungen. Tastatur, Maus, Display, Programmierumgebung läuft komplett auf dem PC ab, der Controller vermittelt zwischen PC und Aussenwelt. Im Bedarfsfall übernimmt er selbstständig Steuerungsaufgaben. Gag: Per mitgeliefertem USB-OTG am Smartphone oder Tablet anzuschliessen. Nachteil: SW muss auf dem Gerät des Schülers installiert werden - also per App-Shop verfügbar sein.

* Welche Plattform? HW aus dem Pi / Arduino / ... Kosmos oder etwas komplett selbst definiertes?

* In einer schulstunde zum Erfolg? Oh ja, unbedingt. Auspacken, Anschliessen (Hohlstecker mit Verpolschutz oder USB für Energie, Motor / Lampe / Schalter anstecken), Einschalten und nach 40 min hat auch der unbedarfte Schüler ein erstes Erfolgserlebnis ist wichtig. Sonst verlieren unsere Smartphone-App-verwöhnten Nachwuchstalente recht schnell die Lust.

* Komplett quelloffen wäre mir persönlich wichtig. Mit Schaltplan und Quellcode (und Doku) wird das Gerät erheblich mehr Nutzen bringen als irgendeine proprietäre Entwicklung die nur von wenigen Eingeweihten verändert / angepasst / erweitert werden kann. Quelloffen heißt nun nicht zwingend überall GPL3, die Lizenz zum HW-Nachbau kann durchaus restriktiv gehandhabt werden.

* Tastatur, Maus, Display, ... Wie wäre es ein Kernmodul mit Ergänzungsmodulen kombinieren zu können? So wie der aktuelle TXT per I²C erweitert werden kann. Auf die Art ist die Anzahl von Ein- und Ausgängen aller Art durch den Ntuzer skalierbar. Zumindest die Maus erfordert heutzutage einen USB-Host. Darf es eine stationäre IO-Erweiterung für einen PC sein? Wollt ihr einen einfach zu bedienenden Controller zur Steuerung von Maschinen (ja, auch eine einfache Parkschranke ist eine Maschine)? Soll es einen Controller für eigene Experimente rund um Elektronik und Physik geben? Oder die eierlegende Wollmilchsau? Letztere wird für einen mobilen Einsatz wohl eher zu viel wiegen und zu viel Strom fressen.

* Es hat einen Grund warum es so viele verschiedene µCs am Markt gibt. Es hängt von der Anwendung ab was genau benötigt wird. Man bedenke bitte auch: FLASH hat eine begrenzte Anzahl Schreibzyklen. Irgendwann ist ein dauernd umprogrammierter Controller am Ende seiner Lebensdauer angekommen - nur weil das FLASH ausfällt. Ein Argument mehr für "zum kleinen Preis". Und hier kommt der nächste Punkt: Nachhaltigkeit. Vom Umweltschutz abgesehen muss entweder das Produkt auch noch in 10 Jahren verfügbar sein oder ein Nachfolger mechanisch, elektrisch und in der Programmierung zu 100 % dem Original entsprechen. Oder wer hat Lust sich alle paar Jahre komplett neu einzuarbeiten bloß weil das alte Gerät nicht mehr hergestellt wird? Von der Neuanschaffung eines Klassensatzes mal abgesehen. Ihr kennt das Problem selbst doch auch. Was unter Win98 lief, wollte teilweise schon nicht mehr unter WinXP und mit Win10 ist der Ofen ganz aus. So geht das hier nicht.

* Und was ist mit den ganzen Zulassungen und den Zertifizierungen bis hin zur Entsorgung des Elektroschrotts?

Grüße
H.A.R.R.Y.

PS: Es gibt sogar Motore, deren zwei bis drei man aus einem (!) USB-Anschluß betreiben kann bevor der Host den Saft abdreht. Nette kleine Maschinen kann man bauen und vom PC steuern ohne gleich mit weiterem Kabelsalat zur Steckdose hantieren zu müssen.
[42] SURVIVE - or die trying

sven
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Re: Schul-Controller

Beitrag von sven » 21 Jul 2021, 09:03

Hallo!

Also ich muss sagen, das ich den ftDuino als den idealen Controller für Schulen ansehe.
Preislich liegt er günstig und hat alles was man für den Einstieg benötigt.
fishfriend hat ihn ja sogar RoboPro tauglich gemacht.

Wenn der ftDuino offiziell von ft kommen würde und dann auch von der neuen ft Entwicklungsumgebung unterstützt würde, wäre doch alles gut.

Extra Controller für Schulen halte ich nicht für gut.
Produkte für Schulen haben immer so nen Sonderstatus und kosten i.d. Regel viel Geld.
Wenn die Kinder in der Schule damit arbeiten sollte das auch privat zu beziehen sein und das zu nem normalen Preis.

Warum gibt es z.B. den Pneumatikkasten als Stemkasten mit angepasstem Inhalt?
Ein Manometer wäre im Endkundenkasten auch super gewesen.

Gruß
sven
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kräml
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Re: Schul-Controller

Beitrag von kräml » 21 Jul 2021, 10:57

Hallo hier mal meine Weihnachstwunschliste:


[*] Wie groß / anschlussreich soll er sein? Wie BT-Smart? Wie TXT? Ganz anders?

Der Formfaktor ftduino ggf. etwas höher finde ich gut. Somit sind Fahrzeuge möglich. Anschlüsse wie der ftduino sind ausreichend. Bitte etwas lesbarer. Gerne auch ganz anders. Modular uns steckbar. Mechanische Verbinder via ft-Teile elektrisch via Wannen-Buchse direkt oder Kabel. Die FT-Rundstecker für I/O finde ich (mittlerweile) gut.

[*] Wie teuer darf er sein? Ist bei Schulen eher egal? Billig, weil Schulen zu wenig Budget haben?

Argument wäre, der Schüler kann sich dies leisten. Nicht höher als 100€, wenn länger daran gearbeitet wird. Ansonsten um die 30€ für kurzen Einsatz.

[*] Wie stark soll er sich an Lehrplänen orientieren? Sehr nah (an welchen)? Oder gar nicht (z.B. weil's eh nix einheitliches gibt)?

Für mich wäre die Anbindung in einer Community und Makerszene wichtiger als ein Lehrplan.

[*] Eher einfach oder leistungsfähig?

Einfach und erweiterbar. Den Ansatz von Juh mit den d1-mini finde ich gut. Bin auch auf die Swarms gespannt.

[*] Programmierung eher grafisch oder textuell?

Beides wäre gut. Die Programmierung sollte via Browser gehen.

[*] Sollte anderen Systemen (Lego) eher ähnlich sein? Oder sich eher abheben?

Auf jeden Fall nicht die Stecker von Lego. Das Design ist mir egal. Abheben durch seine Offenheit wäre für mich genug.

[*] Open-Source? Geschlossen? Egal? Warum?

OpenSource, da man ggf. selber weiter machen kann oder Änderungen vor nehmen kann.

[*] WLAN/BT-fähig?

WLAN da ich mit BT auf dem Kriegsfuß stehe. (Mein Problem, wo ich noch keine Lösung habe)
Da aber BT auch seine Reize hat, beides.
An LoraWan denken.

[*] Wie programmieren? Per App, direkt am Gerät? Per PC? Per USB, drahtlos?

Webapp im Browser. Somit stellt sich die Frage ob PC oder Phone nicht.
OTA (over the air) ist in Smarthome und IoT schon wichtig. Wenn kein Wlan dann über USB.

[*] Darf sich auf WLAN/Internet verlassen? Oder muss autonom sein?

Die Frage ist schwierig. Da (W)Lan nicht immer zuverlässig da ist. Daher eher autonom.

[*] Wie robust? In Gehäuse und kurzschlussfest?

3D Druck Gehäuse reichen aus. Dies kann eine Schule ggf. selber machen. Wenn nicht kaufen.

KURZSCHLUSSFEST JAAA

[*] Wie "schnell" nutzbar? Sollte man ihn in einer Schulstunde nutzen können oder darf mehr Lernbedarf sein?

Ich selber würde gerne nach 10 Minuten einen Effekt haben wollen. Ansonsten verbufft was. Unschlagbar ist daher der ftduin32 und der ftduino mit Blockly. Vorher Blockly-Games.

[*] Mit Display? LEDs? Tasten?

Uh, gerne ohne Display. Schwere Frage daher etwas konkreter von mir.

Ein kleines OLED für IP oder Status anzeige reichen aus. Ein großes Display ist ein Eyecatcher aber man schleppt dies immer mit. Daher gerne Modular wie beim TX-PI.

[*] Erweiterbar? Innerhalb des Systems? Mit Fremdteilen?

Im Prinzip ist der FT Kosmos gut bestückt, aber man stößt auf Grenzen, wenn man Sensoren mit 9V sucht. I2C/SPI als Bus für 3v3 und 5v super. Motoren, Taster, Spannung gerne auch bis 24V. In der Regel sollten aber 12/15V für alle Spielereien ausreichen.

[*] Was von der Technik soll "sichtbar" sein? Z.B. Sensoren, die "einfach gehen" oder Signale, Busse etc, die man verstehen kann/muss?

Buse Signale gerne in Wannenstecker. Die bekommt man recht leicht und man kann dies auch selber machen. Man zahlt halt dann Lehrgeld aber möglich. Einen RJ-xy Stecker selber zu crimpen ist ohne Werkzeug etwas für ... Spezialisten. Technik gerne sichtbar. Kann diese ja in ein Gehäuse verstecken.

[*] Wie nah ist ft mit den eigenen Geräten am Thema "Schule" dran? Super? Kann man nutzen? Geht gar nicht?

Hm. Sehr gut Frage. Das hängt stark von der Lehrkraft ab. Kann meins auch ohne FT umsetzen. FT mit Stecksystem hilft aber. Ganz ehrlich, hab FT noch nicht im Unterricht eingesetzt. Ist aber in der Pipeline. Sehe da gutes Potential.

Ok, arbeite z.Zt. stark mit vagrant und Virtualbox. Das virtuelle hat aber den Nachteil von "Nichts zum Anfassen, schwer zu beGREIFEN". Daher neben dem Virtuellen einen Handfeste Einheit.

Erweitere Wunschliste:

TX-PI: Den/die Motorcontroller an den internen I2C oder SPI. Somit wären mehr I/O möglich. Spannung bis zu 15V (evtl geht das schon)

ftduino32/ftduino: In einem. wäre das Gespann.

PiZero/ftduino: PiZero headless für Serverbetrieb. An diesem via USB den Ftduino. Somit liese sich der ftduino dann über Broser steuern UND programmieren. Zero hat mehr Luft nach oben als der ESP.

Danke fürs Nachfragen. Evtl. kommen noch weitere Ideen.

Gruß Kräml

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MasterOfGizmo
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Re: Schul-Controller

Beitrag von MasterOfGizmo » 22 Jul 2021, 11:04

Danke für das umgangreiche Feedback. Das finde ich sehr interessant. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die bestehenden Lösungen und Geräte für den Schulbetrieb zu teuer und zu aufwändig sind und habe erwartet, dass für den Schulbetrieb eher einfachere Geräte gewünscht sind, um den Preis gering zu halten und um sich nicht im "Feature-Dschungel" zu verlieren. Das scheint aber kein Problem zu sein.

Ihr seid Euch alle einig, dass eine grafische Programmierung nötig ist. Die gleichen Kinder lernen in der Schule z.B. die Geige zu spielen und Latein zu übersetzen. Warum gerade im Informatikunterricht diese "kindliche" Variante?
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kräml
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Re: Schul-Controller

Beitrag von kräml » 22 Jul 2021, 13:30

Das hängt stark vom Lehrer ab. Ein Lehrender kann Lernende nur motivieren, wenn er selber motiviert ist.

Hier mal eine Buchempfehlung

"Raspberry Pi im Informatik- und Technikunterricht
Konzeption eines handlungs- und problemorientierten Unterrichts mit der MicroBerry-Lernumgebung"

https://www.springer.com/de/book/9783658287924

Die Autoren arbeiten in der Nähe von Karlsruhe. Kann das Buch ja mal mitbringen, wenn es mal zu einen "Kaffeeklatsch" kommen sollte.

Wegen Feature-Dschungel, daher lege ich mich persönlich auf die Makerklasse: Pi, Arduino und ESP fest. Sehr gut, wenn es grafische Programmierung (Low-Code) gibt.

Ob sich Schüler einen Controller für 100€ kaufen, hängt von der Einsatzdauer ab. Für ein zweiwöchiges Projekt oder begleitend für den Unterricht. Noch besser wenn es fächerübergreifend eingesetzt werden könnte oder gar das eigen Gerät ist.

Kräml

Kali-Mero
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Re: Schul-Controller

Beitrag von Kali-Mero » 22 Jul 2021, 15:29

MasterOfGizmo hat geschrieben:
22 Jul 2021, 11:04
Ihr seid Euch alle einig, dass eine grafische Programmierung nötig ist. Die gleichen Kinder lernen in der Schule z.B. die Geige zu spielen und Latein zu übersetzen. Warum gerade im Informatikunterricht diese "kindliche" Variante?
Nicht an allen Schulen beginnt man mit Geige und Latein. Aber so ziemlich alle Kinder tümmeln sich irgendwann in Grundschulen. Und dort entscheiden nicht die Kinder, sondern die Lehrerinnen, was gut ist und was die Kinder hinbekommen. Darum muss es genau für die auch verständlich sein, wenn es in die Grundschulen soll.

An weiterführenden Schulen sehe ich momentan viel Wildwuchs: Arduino, ESP32, Calliope, Micro:Bit, EV3, TXT ODER RaspberryPi. Immer kurze Intervalle, bei "0" beginnend und irgendwann abgeschlossen, weil die Topfpflanze alle 2 h einen Tropfen Wasser bekommt. Am Ende des Schuljahres landet alles im Müll, bis auf die Controller und die Sensoren. Aber an jeder Schule ein eigenes Konzept, was sich in der Regel ein motivierter Lehrer ausgedacht hat und solange hier funktioniert, solange dieser auch hier ist.

Was bisher gefehlt hat, ist die Durchgängigkeit: wenn die Kinder in der Grundschule mit einem Controller über eine grafische Umgebung grundsätzlich vertraut werden (Wo und wie funktioniert die Stromversorgung, was sind Ein- Ausgänge, Unterschiede zwischen analog, digital, wo ist das Programm gespeichert und wo "läuft es ab"...), wäre es doch super, wenn sie mit genau dem gleichen Controller dann gebräuchlichere Sprachen lernen könnten. Welche Sprachen braucht denn der Informatiker/ Techniker der Zukunft? Python, Java, C++/C#, Fortran, Basic, TurboPascal, RoboPro Coding? Oder ist es primär wichtig, wie "das Programmieren an sich" funktioniert, als eine gerade moderne Sprache zu lernen? Das ändert sich ja auch im Laufe der Jahre und die Sprachen, welche vor 30 Jahren wichtig waren, sind heute nicht unbedingt gängig...

Momentan sieht es ja so aus, als würde Blockly bei den grafischen Umgebungen die Vorherrschaft gewinnen. Darum wäre es doch schlau, wenn alle Schüler*innen hier starten könnten. Und dass alle (NwT- Informatik-, Sachkunde-, etc.-) Lehrer, egal von welcher Schule auch alle mit Blockly was anfangen könnten. Genauso bei Python: was bringt es, wenn ein Schüler an einer Schule in Python keinen Anschluss findet, weil er die letzten zwei Jahre mit dem C++ aus der Arduino-IDE aufgewachsen ist und die Schule gewechselt hat und bei Python nur Bahnhof versteht?

Also ich fände einen Controller cool, welcher mit allen Rechnern einfach zu programmieren wäre: Am Rechner einstöpseln, per Browser drauf, Blinklämpchen programmieren, zeigen, wie einfach Programmieren geht.

Andererseits mit dem gleichen Controller einen Cube-Solver zeigen, bei dem dem Schulleiter der Unterkiefer runterfällt: "Das hat der kleine Felix aus der 7-ten selbst programmiert...?!"

Also Display, 4-8 Ausgänge, 4-8 Eingänge und Schnittstellen zu gängigen Sensoren, Aktoren (I2C,...)

Aber das macht der ftDuino ja, und der TXT versucht es auch in Zukunft...

Die Idee von Controllern, die erweiterbar sind, ist hier auch sehr schick: Wenn der Controller "nur" Musik per Lautsprecher machen soll, braucht man keinen Ausgang für Servos. Also eher den ftDuino32 mit ftDuino und/ oder Servo-Adapter... oder der TXT-PI, wenn Rechenleistung erforderlich ist...

Jetzt braucht es nur noch eine Schnittstelle, die die Technik in der Schule auf die Straße bringt...

Grüßle
Der Kali

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Re: Schul-Controller

Beitrag von MasterOfGizmo » 22 Jul 2021, 16:38

Aber auch da gibt es doch etablierte Abläufe in anderen Fächern. Wenn die einen Kinder in der Grundschule Französisch gelernt haben und die anderen nicht, dann wird auf der weiterführenden Schule nochmal bei Null begonnen. Und wer auf einer Schule mit Latein gestartet ist und auf eine Schule wechselt, die das nicht anbietet, dann muss ihm individuell im Übergang geholfen werden.

Für Informatik hieße das: An der Grundschule wird gespielt. Ggf. mit Calliope und Co und so bunt wie möglich. Aber weiterführende Schulen setzen da nichts voraus und da ist dann wie im Französichunterricht kein Übergang nötig. An der weiterführenden Schule kannst Du's dann mit dem gleichen Ernst betreiben wie den Musik- oder Lateinunterricht und da besteht dann kein Bedarf mehr, Siebtklässler mit Scratch oder Calliope in einem künstlichen "Kinderumfeld" zu halten. Die lesen ja auch keine Kinderversion von "De bello Gallico" oder nutzen Geigen mit nur zwei Saiten.

Programmiersprachen sind gar nicht so wechselhaft, wie Du denkst. Zum einen sind die sich alle sehr ähnlich, was die ganz fundamentalen Grundlagen angeht. Und zum anderen dürfte sich Schul-intern ja schon ein gewisser Konsens bilden und sich die Lehrer etwas abstimmen, Wenn Du dann von der Python-auf-ESP32-Schule zur RoboPro-auf-TXT-Schule wechselst bist Du etwas gekniffen. Aber wenn Du von Latein nach Französisch wechselst hast Du das Problem auch und dafür scheint es ja Lösungen zu geben.
Für fischertechnik: Arduino ftDuino http://ftduino.de, Raspberry-Pi ft-HAT http://tx-pi.de/hat

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Re: Schul-Controller

Beitrag von kräml » 24 Jul 2021, 07:16

Hallo,

ihr mit euren Geigen und Latein vs. Französisch. Will aber gerne mal im Bild bleiben.

Kindgerechte Geige wäre klein, robust. Nebenher auch noch etwas "bunt". Jeder kann sich seine Farbe aussuchen. Der Lehrer findet Geigen toll mit Metronom eingebaut. Damit der Elternteil (Geldgeber) glücklich ist, kommt noch die rote und grüne Leuchte rein, die anzeigt, wenn das Musikstück richtig gespielt wird. Damit die Sache erschwinglich wird, spart man an einer Seite. Macht ja nichts, wenn das Kind größer wird, kauft man sich ja eh eine Stradivari.

Wegen bunt = grafische Programmiersprache.
Gebe MoG recht. Egal mit welcher Sprache du angefangen hast, der Algorithmus ist in einer anderen Sprache gleich. Der Rest ist Dialekt.
Wenn ich den Algorithmus in grafischer Sprache erlerne, dann SUPER. Wir haben unser Ziel erreicht.

Wegen Metronom = Sensoren onboard (Micro:Bit/Calliope) oder Technik sichtbar
Finde Metronom wichtig. Ist aber nicht in der Geige notwendig. Im Konzert stört es ggf. Mit einem externen Metronom kann ich auch Gitarre lernen.
Eine Geige besteht aus Korbus, Steg, Seiten usw. Ein Controllerboard braucht elektr. Energie, GPIOS usw. Die Sensoren kann man über ein Stecksystem anstecken.

Drei Seiten = Schnittstellen (W)LAN/BT
Will ich nur "Alle meine Entchen spielen" oder mehr? Wenn ich IoT, SmartHome, Informatik im Blick habe, dann kommt man um (W)LAN/BT nicht herum.

Kommen wir zu den MCUs

MCUs (Eine Auswahl):
* Arduino/Ftduino,
* Micro:Bit/Calliope,
* ESP und
* PI/TXT.

Da ich keinen TXT habe,weil zu teuer, kann ich hier nichts dazu sagen.

Drei Seiten MCUs
* Arduino/Ftduino Daher auch der ftduino32 als vierte Seite
* Micro:Bit/Calliope

Bunt sind alle. (OpenRoberta deckt, bis auf ESP/TXT und ftduino, alle ab. Scratch gibt es für ftduino)
Schön wäre es, wenn der Arduino/Ftduino mit (Micro)Python könnte. Kenne nur den Firmata Ansatz.

Wegen Metronom
Das ist in Mirco:Bit/Calliope verbaut.

Robust = Spannunsgfest
Dazu gehören:
* TXT
* TX-PI mit HAT
* Ftduino

Nich dazu gehören
* Arduino
* Micro:Bit
* Calliope (Sternform: kurzschluss vermeidend)

Meine Wahl wäre ein robuster, vierseitiger, bunter und billiger Controller.
Somit:
* TX-PI mit HAT
* ftduino/ftduino32

Oder was ähnliches.

Gruß Kräml

jodeka
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Registriert: 10 Dez 2019, 22:09

Re: Schul-Controller

Beitrag von jodeka » 28 Jul 2021, 11:03

Hallo,

wie schon erwähnt, fast jede Schule hat Probleme mit ihrem Budget.
Deshalb bevorzuge ich in den unteren Schulstufen Module, wie den
Calliope oder den Micro:bit, einzusetzen. Die lassen sich gut grafisch
mit Makecode programmieren.

Der STEM-Kasten von FT mit dem Calliope ist sehr gut. Mein einziger
Kritikpunkt ist, dass eine dritte LED mit Hütchen für die gelbe Ampelfarbe fehlt.

Die beiden Module sind auch nicht so teuer (Calliope ca. 40 € und Microbit V2 sogar nur 20 €),
so dass man das Modul nachkaufen kann, wenn es den Geist aufgibt.

Für höhere Schulstufen würde ich auf den neuen Raspberry Pi Pico umsteigen. Der kostet sogar nur
um die 5 €. Der lässt sich mit Python oder C (auch mit Arduino) programmieren.

LG jode

kräml
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Registriert: 14 Aug 2020, 06:47

Re: Schul-Controller

Beitrag von kräml » 28 Jul 2021, 22:14

Hallo,

das mit dem Preis stimmt. Daher sind wir auch am überlegen, ob wir Pi Zero für 13€ kaufen. Der ist mit Abstand am günstigsten und leistet recht viel.

Wegen Pi Pico. Finde ich ein krasses Teil. Aber in Verbindung mit Arduino, ESP wird daraus was richtig nettes.

https://www.seeedstudio.com/ARDUINO-NAN ... -4941.html

Hat alles was man braucht. (Wlan, BT, I2C ufm.) und kommt auf 26€. Kann mit Python, C/C++ (Arduino IDE) programmiert werden. Werde ihn bestimmt mal anschauen. Bis jetzt ist das nur Theorie.

Kräml

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Re: Schul-Controller

Beitrag von MasterOfGizmo » 28 Jul 2021, 23:08

Was ist denn der Vorteil von rp2040+esp32 gegenüber nur-esp32?
Für fischertechnik: Arduino ftDuino http://ftduino.de, Raspberry-Pi ft-HAT http://tx-pi.de/hat

kräml
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Re: Schul-Controller

Beitrag von kräml » 29 Jul 2021, 06:49

Ganz ehrlich, der Formfaktor. Das Gespann kann PWM, Analog, I2C und Wlan/BT mit Crypto Chip. Aufgeteilt auf mehreren MCUs. Sehe RP2040 + ESP so ähnlich wie Arduino + esp. Nur etwas kleiner mehr Speicher. Ich denke Nebenläufigkeit ist leichter zu managen.
Das Spielzeug wie Micro und Gyro ist recht nett.

Den direkten Vergleich mit ESP(Wrover) und Arduino Nano RP2040 muss man sehen. ESP schlägt aber den Preis um längen.

Bleibt ab zu warten, wie die Arduino Gemeinde auf das neue Board reagiert. Bin auch gespannt, wie Arduino IDE mit Python um geht bzw. nicht umgeht.

Muss mir den Pico mal näher anschauen. Für sich alleine ist er mit dem ESP nicht zu vergleichen. Eher mit dem Arduino oder Mirco:bit.

Wegen den Nina W102 (ESP) hab ich mal auf der embedded World mit ublox geredet. Die haben einiges Hirnschmalz in den ESP gesteckt.ht.

Kräml

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