Auto Gas Umstellung

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frickelsiggi
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Auto Gas Umstellung

Beitrag von frickelsiggi » 28 Feb 2012, 10:38

Hallo liebe FT-ler,
da das Thema in diesen Tagen sehr aktuell ist, habe ich auch mal wieder darüber nachgedacht. Die meisten Informationen erfährt man durch die Medien aber was ich noch nicht weiß, ob bei einem Diesel-Motor solch eine Umstellung überhaupt möglich ist.
Gerne lese ich was von Euch - wünscht sich der Siggi

beutlin
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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von beutlin » 28 Feb 2012, 15:12

Hallo Siggi,

Autogas und Diesel - wäre mir neu...

Gruß Frank

qincym
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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von qincym » 28 Feb 2012, 16:19

Hallo Siggi,

ein Dieselmotor ist ein Selbstzünder, d.h. die angesaugte Luft wird sehr stark komprimiert und durch den adiabatischen Effekt dabei so weit erhitzt, daß sich der eingespritzte Kraftstoff selbst entzündet. Wenn sich das "eingespritzte" Gas auch durch die erhitzte Luft selbst entzünden kann (könnte), könnte man einen Dieselmotor auch auf Autogas umbauen.

Viele Grüße
Volker-James

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frickelsiggi
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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von frickelsiggi » 29 Feb 2012, 10:21

Guten Morgen liebe Leute, vielen Dank
@Frank: ja genau - mir auch - daher meine Frage
@Volker-James: ich werde mal k..frech zum Händler fahren. Mal sehen was der so sagt
Grüße vom Siggi

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Harald
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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von Harald » 12 Mär 2012, 21:02

Und die Steuerbegünstigung fürs Autogas gibt es noch bis zum 31.12.2018. Bis dahin sollte sich die Umrüstung amortisiert haben --- jedenfalls werden dann die Karten neu gemischt.
--- Ich liebe es, wenn ein Modell funktioniert. ---

thkais
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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von thkais » 12 Mär 2012, 22:59

Hallo,

um dem bisherigen Halbwissen noch etwas hinzuzufügen (vielleicht wird es dann etwas Ganzes...) ;)

Mit der Länge der Kohlenwasserstoffketten hat das garnichts zu tun, sondern mit der "Hardware" des Motors. Wie schon richtig geschrieben wurde, ist ein Diesel ein Selbstzünder. Der Zündzeitpunkt des Diesel kann dennoch gesteuert werden - nämlich durch den Zeitpunkt, wann der Treibstoff eingespritzt wird. Außerdem fehlt dem Diesel ein weiteres Element: Er hat üblicherweise keine Drosselklappe, die die Luftmenge regeln könnte - die Luft geht direkt in den Motor. (bei einigen modernen Dieseln gibt es eine neuerdings auch eine Drosselklappe - die hat aber eine andere Funktion). Bei einem Diesel wird "Gas gegeben", indem die Einspritzmenge des Treibstoffs erhöht wird - ein Diesel arbeitet also immer mit einem Luftüberschuss. (Bei den Diesel-Turbos gibt es nur den Unterschied, dass die Luft regelrecht eingeblasen wird).
Anders ist es beim Otto-Motor, dort wird die Leistung mit einer Drosselklappe geregelt, die die Luftmenge im Ansaugtrakt begrenzen kann. Über einen Luftmengenmesser wird die aktuelle Luftmenge berechnet und dementsprechend Benzin eingespritzt. Ob nun ins Ansaugrohr oder direkt in den Brennraum. Ein Ottomotor arbeitet üblicherweise mit einem leichten Treibstoffüberschuss, seit dem Katalysator wird via Lambdasonde ein möglichst exaktes Verhältnis eingeregelt, so dass das Gemisch weder zu"mager" noch zu "fett" ist. Zur Explosion gebracht wird das Gemisch über eine Zündkerze. Auch ein Ottomotor kann unter bestimmten Bedingungen selbst zünden = "klopfen" - dieser Betriebszustand wird durch Klopfsensoren + Eingriff der Motorsteuerung vermieden.
Im Autogas-Betrieb wird einfach die Benzineinspritzung abgeschaltet und statt dessen über eine getrennte Zuleitung/Steuergerät das Autogas injiziert.

Um einen Diesel mit Autogas betreiben zu können, müsste man also entweder die Dieselpumpe dazu überreden, das Gas gleich flüssig einzuspritzen (zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Menge) oder Drosselklappe und Zündkerzen nachrüsten. Die heutigen Dieselpumpen arbeiten mit Drücken, die derartig aufs Material gehen, dass sie die Schmierfähigkeit des Treibstoffs brauchen (Benzin in einen Diesel zu tanken ist tödlich - auch eine kleine "Benzinzugabe" im Winter sollte man sich verkneifen). Abgesehen davon, dass auch die Verdichtung von Diesel- und Ottomotoren grundsätzlich unterschiedlich ist (in etwa Faktor 3).

Just my 2 cent.
Gruß
Thomas

thkais
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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von thkais » 13 Mär 2012, 07:02

@Elektrolutz:
Was man eben so im Lauf seines Lebens aufschnappt, wenn man seine Autos / Motorräder selbst repariert. Ich könnte auch noch etwas über Zweitakter (gibt es auch als Diesel) erzählen, aber das hätte den Rahmen gesprengt ;)

Sobald das Wetter wieder passt, schwinge ich mich auf meinen heißgeliebten Zweitakter - Baujahr 1976....
Gruß
Thomas

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Stephan
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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von Stephan » 13 Mär 2012, 13:51

Das mit den und 4 Taktern hatte damals mal eine Kundin wohl etwas gemeint als sie einen Rasenmäher mit Benzinmotor haben wollte. Auf die Frage ob es denn ein 2 Takter oder doch lieber ein 4 Takter sein solle meinte sie nach kurzem überlegen das sie doch lieber den 4 Takter haben möchte denn wenn dann einer ausfiele dann hätte sie noch drei. :roll:
Viele Grüsse aus dem hohen Norden
Stephan

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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von thkais » 14 Mär 2012, 07:50

Moin,

über 7 Ecken könnte man das so sehen. Das ist das typische Henne - Ei Problem: Was war zuerst da - wurde der Treibstoff auf das Motorprinzip angepasst oder der Motor auf den Treibstoff? Ich hatte die Aussage mit der Länge der Kohlenwasserstoffe schlicht anders interpretiert.
Ich würde die Einteilung anders vornehmen: Otto-Motoren für gasförmige (oder leicht zu verdampfende) Treibstoffe - dann wären auch Wasserstoff-Motoren und Holzvergaser abgedeckt. Diesel-Motoren eher flüssige (oder schwer zu verdampfende) Treibstoffe. Mit dieser Einteilung ist auch die Länge der Kohlenwasserstoffketten abgedeckt und wir haben beide Recht und unsere Ruhe ;)
Ich könnte mir aber vorstellen, dass man einen Gas-betriebenen Selbstzünder bauen könnte, wenn man wollte. Genauso, wie man die Motoren sicherlich noch effektiver machen könnte - wenn die Industrie das wollte. Das geht nun aber ins philosophische...
Die Schmiermittel-Zugabe bei Autogas-Umrüstungen macht nicht jeder Hersteller und für mich ist da etwas Woodoo dabei. Genauso, wie bei den Premium-Kraftstoffen mit ihren "Additiven" soll da die Ventilkühlung verbessert werden. Wie das mit einer homöopathischen Menge an irgendeinem Öl, das in den Ansaugtrakt gespritzt wird, funktionieren soll erschließt sich mir nicht. Aber man kann ja nicht alles Wissen.
Ein guter Tipp hingegen scheint die Zugabe von Zweitakt-Öl bei einem Diesel. Im Verhältnis 1:250 - 1:300 scheint die Schmierung der Einspritzpumpe wesentlich verbessert zu werden, es gibt Taxi-Unternehmen die nachweislich geringere Ausfallquoten hatten.
Gruß
Thomas

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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von frickelsiggi » 14 Mär 2012, 11:07

Hallo meine Freunde,
hätte nicht gedacht, dass eine "einfache" Frage soviel Wissen auslöst! Bin richtig stolz darüber, dass ich seit so vielen Jahren mit Euch über alles sprechen kann & darf. Fahre jetzt weiter meine olle Lutschkiste und muss eben den hohen Spritpreis hinnehmen. Danke noch mal - viele Grüße vom Siggi

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frickelsiggi
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Re: Auto Gas Umstellung

Beitrag von frickelsiggi » 23 Mär 2012, 14:59

Tach auch,
die Sache ließ mir keine Ruhe. Habe Spezialisten hier herum gefragt. Dabei kam heraus, dass es wohl in England mit entsprechender Technik Umbauten gibt. Na ja - OK - so und jetzt ab nach Espana für die nächsten Wochen. Hasta la vista Siggi

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