Lager für schwere Lasten

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atzensepp
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Lager für schwere Lasten

Beitrag von atzensepp » 27 Mai 2021, 23:51

Hallo,

ich bin auf der Suche nach einer Lösung für ein Drehlager, das eine schwere Last aufnehmen kann.
Damit möchte ich einen schweren Spiegel mit ~3 kg verstellen können.
Ich weiß, dass ich da schon mal was gesehen habe, wo ein Rohr auf Rädern gelagert war.
Mein Ansatz mit reinen FT-Teilen ist folgender:
Lager.JPG
Lager.JPG (33.8 KiB) 1329 mal betrachtet
Bin mir aber sicher, dass es andere und evtl. bessere Lösungen gibt.
Hat jemand so was schon gemacht?

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steffalk
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von steffalk » 28 Mai 2021, 10:17

Tach auch!

Ja, so wird das was. Ich würde aber Metallachsen nehmen, die in BS7,5 lagern und schmieren. Evtl. noch die Gummireifen auf die Räder ziehen, um deren Radius nochmal zu vergrößern und den Lauf leise zu halten. Und wenn Du die Rädern dann noch etwas nach innen versetzt (gestaffelt), ist die Last auch näher an der Senkrechten auf den Rädern, und es drück die Räder weniger auseinander. Das ganze sollte auch mit 3 kg drauf fantastisch leichtgängig drehen.

Gruß,
Stefan

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Harald
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von Harald » 28 Mai 2021, 21:08

Mir ist nicht klar, was und wie und wo das Lager etwas aufnehmen soll.
Um welche Achse wird der Spiegel gekippt?
Geht die Achse durch den Schwerpunkt?
Muss das um minimale Winkel genau zu verstellen sein, ohne Hakeln und Ruckeln?
Muss das Gewicht getragen werden, oder darf es auch oben fest sein und baumeln? (Ich denke da an die "Messerklingen", auf denen Remadus die Pendel seiner Uhren gelagert hat. Als Drehlager mit vertikaler Achse wäre da eine spitze, gehärtete Nadel das Entsprechende, mit einem Schwanenhals, an dem das Gewicht dann drunter hängt)

Gruß,
Harald
--- Ich liebe es, wenn ein Modell funktioniert. ---

geometer
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von geometer » 29 Mai 2021, 15:47

Hallo,

um Pendel mit hoher Güte zu bauen, habe ich unzählig viele von Kombinationen von (aktuellen) ft-Teilen ausprobiert.

Meine aktuell beste Variante könnt ihr auf dem Foto sehen. Man braucht natürlich zwei davon mit etwas Abstand voneinander. Das Pendel dazwischen schwingt dann mehr als 100 x ohne weitere Energiezufuhr.

Einen schweren Spiegel könnte man damit um eine horizontale Achse in einem Winkelbereich bis fast 135°- 60° = 75° sehr leichtgängig drehen.

Viele Grüße

Thomas
P1030341.JPG
P1030341.JPG (193.74 KiB) 1118 mal betrachtet
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Triceratops
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von Triceratops » 29 Mai 2021, 21:55

Hallo

Die unteren Rollen würde ich dahingehend befestigen, daß die Nuten grundsätzlich quer zur Kraft-
einwirkung stehen, damit sich im laufenden Betrieb nichts verschieben kann. Die Bausteine darunter
selbst sollten besser mit Verbindungsstücken statt mit Zapfen verbunden werden. Denn gerade bei
hohen Gewichten, die ständig ins Lager hineindrücken, entstehen sehr große Kräfte. Und die Bau-
steine seitlich würde ich zusätzlich mit Achsen stabilisieren.

Gruß, Thomas ;)

atzensepp
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von atzensepp » 29 Mai 2021, 23:26

Hallo,

vielen Dank für Eure tollen Vorschläge!
@Harald: Anforderung ist eine vertikale Verkippung eines Spiegels von +/- 45 Grad um die Horizontalachse. Genauigkeit vielleicht etwa 1-2 Grad.
@Stefan: Metallachsen verwenden ok. Für eine gestaffelte Anordnung habe ich noch keine Idee.
@Geometer: ziemlich geniales Design, finde ich. Die Kraft auf die Zapfen an den roten Teilen könnte evtl. etwas hoch sein.
@Triceratops: Sehr gute Vorschläge zur Stabilisation.

Habe mal ausprobiert, die Rollen mit Stahlachsen in Drehscheiben zu lagern. Die Achsen für die Rollen können sich dann nicht verschieben. Im Kernbereich der 3 Rollen verwende ich dann die Schäfte der kleinen Zahnräder als Achse. Deren Durchmesser passt genau rein. Wermutstropfen ist, dass hier auch eine 4mm-Achsstrecke als Adapter zu einer weiteren Drehscheibe verwendet werden muss. Aber die Drehung erfolgt auf den Rollen.
Die Befestigung der Anordnung erfolgt auch über Stahlachsen, die von unten senkrecht in die Drehscheiben geschoben werden. Der Lauf ist leicht und die Achse kippt nicht nach unten.
Lager2.JPG
Lager2.JPG (40.9 KiB) 1029 mal betrachtet

Das einfachste wird vermutlich sein, 2 Drehkränze zu verwenden. Das ist aber "unsportlich".

fishfriend
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von fishfriend » 30 Mai 2021, 07:40

Hallo...
Ich gebe zu, dass ich mir noch nicht so ganz vorstellen kann was du vor hast.
3kg ist jetzt nicht soo schwer. Früher hatte ft mit dem 10kg (?) Gewicht an den Bausteinen geworben, aber OK.
Ich hab bisher mehr auf den Abstand der Bausteine geachtet, um nur Scherung zu haben und kein Biegemoment.
Ich vermute, dass der Spiegel an zwei Seiten gelagert ist und somit nur 1,5kg Belastung da ist.
Solte also kein Problem sein.
Eventuell einfach mal aufbauen und nicht den Spiegel sondern stattdessen 3kg Gewicht dranhängen und es ausprobieren.
Mit freundlichen Grüßen
fishfriend
Holger Howey

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steffalk
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von steffalk » 30 Mai 2021, 11:09

Tach auch!

Für das da noch fein-zu-justierende https://1drv.ms/v/s!AnuxuhxP0zbltptpoe3 ... Q?e=XhaEgx gibt es auf der Rückseite dieses Lager https://1drv.ms/u/s!AnuxuhxP0zblurR772m ... Q?e=pwb85H. Es trägt ein Rad aus 48 BS15, 48 WS7,5° und 96 Neodym-Magneten. Das sind zwar keine 3 kg, aber es läuft fabelhaft leichtgängig und völlig geräuschlos.

Gruß,
Stefan

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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von geometer » 30 Mai 2021, 13:48

1a, Stefan!
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von atzensepp » 30 Mai 2021, 15:13

@Stefan: ich wusste gar nicht, dass es solche glatten Gummireifen für die Räder gibt.
Der Aufbau sieht wirklich ziemlich leichtgängig aus.

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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von geometer » 30 Mai 2021, 20:03

Hallo Stefan,

ich habe die Lagerung schnell nachgebaut. Sie funktioniert wirklich klasse!

Der einzige Nachteil, den ich sehe, ist der große Abstand zwischen der Nabe und der Stelle, wo die Achse auf den Rädern aufliegt. Dein Rad läuft permanent, da macht das nichts. Aber bei einem 3 kg schweren Spiegel, der nur wenig nachgestellt/-geführt wird, könnte das schon problematisch sein. Ich sehe aber aktuell auch nicht, wie man das verbessern könnte.

Warum hast du die diagonalen 169-er Streben auf zwei verschiedenen Seiten der Träger angebaut? Das sollte doch eher dazu führen, dass beide Träger nicht genau fluchten, sondern minimal gegeneinander verdreht sind, oder?

Viele Grüße

Thomas
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von geometer » 30 Mai 2021, 20:05

Ach so, wie geht es denn dann bei deiner Uhr von der Welle weiter? Also wie treibst du die Drehbewegung ab?
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von steffalk » 31 Mai 2021, 10:04

Tach auch!

Das mit den Streben auf unterschiedlichen Seiten ergab sich durch die Situation auf der Bauplatte unten. Wenn die Maße nicht genau stimmen, verdrehen sich die Träger etwas, da hast Du recht, und daran hatte ich nicht gedacht. Allerdings habe ich auch keinen negativen Effekt davon bemerkt, sollte denn einer da sein. Das geht wohl im Toleranzwust unter ;-)

Nach dem großen Rad, das von einem 50-Hz-Magneten angetrieben wird und sich also 48/50 Mal pro Sekunde dreht, geht es über einen Haufen 2:5-Untersetzungen (mit den Kronzähnen von Z40) auf die Sekundenwelle und über drei Übertragsmechaniken immer genau 7 Zähne von einer Zahl auf die nächste Weiter (die Ziffern sitzen im Abstand von 7 Zähnen auf Ketten). Dazwischen sind wüste Untersetzungsverhältnisse mit ein paar echt krummen Zahnrädern. Das wird alles noch ordentlich dokumentiert, wenn ich denn endlich mal dazu komme, das fertig fein zu justieren. Das Modell ist jetzt schon ca. 2 Jahre alt...

Aber, um beim Thema zu bleiben, das Lager funktioniert prima. Und es ist auch nicht meine Idee, sondern ich habe das Prinzip in einer PDF eines uralten ft-Lehrheftes kennengelernt. Irgendwas mit Technik und Unterricht, aber genau weiß ich's grad nicht mehr.

Gruß,
Stefan

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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von geometer » 31 Mai 2021, 11:50

Ja, das Lager funktioniert prima, keine Frage!

Mich interessiert vor allem der Übergang von dieser leichtgängig gelagerten Welle zur nächsten. Hast du auf dieser ein Z10 und treibst damit ein Kronrad an? In vielen anderen Synchronuhren aus ft kommt ja als erstes eine Schnecke. Die sind aber bei hohen Drehzahlen ziemlich laut.
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von steffalk » 31 Mai 2021, 15:16

Tach auch!

Das große Synchronrad trägt ein Z10, das per recht langer, locker aufgehängter Kette auf das erste Z40 geht. So kann ich das große Rad zur Wartung der Maschine recht leicht herausnehmen und durch einen aufsteckbaren Motor das Z40 schnell antreiben, um beim Justieren weniger warten zu müssen.

Gruß,
Stefan

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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von atzensepp » 06 Jun 2021, 18:55

So schaut's momentan aus:
Mirror3.JPG
Mirror3.JPG (49.82 KiB) 550 mal betrachtet
Mirror2.JPG
Mirror2.JPG (46.72 KiB) 550 mal betrachtet
Man kann die Achse so verscieben, dass der Spiegel etwa im Gleichgewicht ist.
Jetzt brauch ich nur noch eine Idee für den Antrieb.

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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von steffalk » 06 Jun 2021, 19:09

Tach auch!

Das sieht doch vertrauenswürdig aus! Wenn der Antrieb genau sein muss, vielleicht einen Kreis aus Flachträgern und Bogenstücken 60° zentriert an die Achse bringen und da eine Kette drumlegen?

Gruß,
Stefan

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Harald
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von Harald » 06 Jun 2021, 19:53

Genau. Schau mal im Bilderpool unter "Riesenräder"!
Varianten:
a) mit Kette als Antrieb (umschlingt das Riesenrad und den Antrieb),
b) mit einem Reibrad,
c) mit der Kette als fester Verzahnung,
d) ... usw.

Gruß,
Harald
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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von atzensepp » 06 Jun 2021, 20:10

Hallo Stefan und Harald,
Danke für die Anregung. Das mit der Kette sieht gut aus. Ich denke, das funktioniert.
Bei den Riesenrädern sind auch gute Ideen für Lager dabei.

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Re: Lager für schwere Lasten

Beitrag von geometer » 06 Jun 2021, 20:27

Hallo Florian,

was hast du eigentlich mit dem Spiegel vor oder möchtest du das erst mal für dich behalten?

Viele Grüße

Thomas
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