Trafo 812 reparieren?

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Trafo 812 reparieren?

Beitragvon Stefan63 » 08 Aug 2018, 21:23

Hallo,
wir haben zwei ältere Transformatoren 812. Der eine macht gar nichts - der andere gibt zumindest etwas Strom über den Motorausgang ab - bringt aber keine volle Leistung. Fragen: Wie können die Trafos am besten geöffnet werden und gibt es irgendwo so etwas wie eine Reparaturanleitung? Mir ist natürlich auch klar, dass die alten Dinger eher zum wegwerfen sind und man sich am besten neue holt, aber ein Versuch wäre es wert, sofern der Aufwand nicht zu groß wird... :-) Danke schon mal für Hinweise.

Ach so - bin neu im Forum mit zwei Kids, die sich für FT begeistern lassen.

Gruß
Stefan
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Re: Trafo 812 reparieren?

Beitragvon The Rob » 08 Aug 2018, 22:14

Erstmal willkommen im Forum.
Gerade Leute mit Nachwuchs werden hier gerne gesehen.

Zur Fragestellung kann ich nicht direkt etwas beitragen, aber zumindest zum Punkt der Sinnhaftigkeit: Wenn du Bock hast den Trafo zu reparieren, dann mach es, auch wenn es unwirtschaftlich ist. Das Konstruieren/Bauen ist ja genau das, was dieses Hobby ausmacht. Da mal ein elektronisches Bauteil selbst zu reparieren ist Teil davon und zumindest für mich wesentlicher Teil des Hobbys.
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Re: Trafo 812 reparieren?

Beitragvon H.A.R.R.Y. » 09 Aug 2018, 08:29

Hallo Stefan63,

zerstörungsfrei wirst Du die meist nicht geöffnet bekommen (es sei denn die Gehäuse sind verschraubt). Dafür gibt es aber auch einen Grund: Innendrin kommen die 230 V aus dem Stromnetz an. Wer sich da nicht auskennt riskiert sein Leben oder das Leben anderer!

Sofern Du nur noch reinschauen möchtest um etwas zu lernen, dann besteht wohl nicht die Gefahr eines Stromschlags. Auf alle Fälle immer den Stecker schön weit von irgendwelchen Steckdosen weg legen wenn man da drin rumstochert. Der Profi verwendet einen sogenannten Trenntransformator für derartige Prüflinge.

Prinzipiell hast Du vermutlich einen Trafo bei dem ein Teil der Wicklung offen liegt und von einem drehbaren Kontakt abgegriffen wird. Das ist der sogenannte Sekundärteil, der erzeugt die 6,8V und ist vom Stromnetz galvanisch getrennt. Je nach Stellung des Schleifers variiert die Ausgangsspannung. Dazu kommt noch ein Gleichrichter (entweder vier einzelne Dioden oder als Block in einem Gehäuse) und eventuell ein dicker Elektrolyt-Kondensator (Elko). Einige ft-Trafos haben noch einen Wechselspannungsausgang, der dürfte eine eigene Wicklung haben. Auch die ist netzgetrennt und damit "safe".

Was sein könnte (sofern der Stelltrafo selbst noch okay ist):
Zuleitung defekt, Schleifer korrodiert, Gleichrichterdiode defekt, Elko hat Kurzschluss (aber eher trocknen die aus und sind dann nur noch zur Zierde da) oder ist ausgelaufen und hat alles versaut.

Sollte da auf der Netzseite (Primärseite) eine Sicherung drin sein (Schmelzsicherung) die ausgelöst hat: Der Trafo hat einen Kurzschluß und ist fertig für den Elektroschrott.

Sieht das Innenleben von dem Trafo 812 anders aus, dann könnten zwei oder drei scharfe Fotos bei der Fehlersuche weiterhelfen.

Gruß
H.A.R.R.Y.
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Re: Trafo 812 reparieren?

Beitragvon Stefan63 » 09 Aug 2018, 09:39

ok - Danke - ich werde mal die Dinger öffnen und Fotos machen... aber wie es ausschaut, sollte man wissen was man tut, da bin ich aber eher Laie.
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Re: Trafo 812 reparieren?

Beitragvon Rolf B » 09 Aug 2018, 13:09

Moin,

Tipps zum Öffnen gibst bei FFM:
http://www.fischerfriendsman.de/normalos/7999z.jpg
Aber wie mein Vorschreiber schon schrieb... Vorsicht mit den 230 V Netzspannung. Immer schön den Stecker ziehen und sichern.

Gruß Rolf
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Re: Trafo 812 reparieren?

Beitragvon Stefan63 » 09 Aug 2018, 21:10

Also wirklich lohnen tut das wohl nicht... zum öffnen von unten vorsichtig die Stifte anbohren und rausdrücken - von oben kann man dann die Stifte mit einer Kneifzange gut rausheben. Den Drehknopf vorher mit einem kleinen Schraubendreher abhebeln. Nach öffnen war klar, warum der eine gar nichts mehr tat - hier war ein Kabel von der Wicklung abgebrochen - anlöten kam nicht in Frage. So etwas dürfte wohl auch beim Versand passieren... Der Zweite sah zwar besser aus, aber auch ein anfeilen der Kontakte des Drehschalters etc. brachte keine Besserung. Also Elektro-Schrott. Anbei zur Ansicht zwei Bilder, eines von der Seite mit Bimetall:

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Re: Trafo 812 reparieren?

Beitragvon H.A.R.R.Y. » 10 Aug 2018, 07:56

Hallo Stefan63,

Danke für die Fotos. Etwas klein aber das Innenleben ist schon zu erkennen. Der Trafo mit dem abgebrochenen Wicklungsanschluss ist tatsächlich wohl nicht mehr zu retten. Als Ersatzteilespender für Nummer zwei könnte er noch herhalten.

Erst mal zur Funktion, anhand der Bilder:
Der Trafo hat mehrere gestufte sekundärseitige Spannungsabgriffe zwischen denen per Drehknopf umgeschaltet wird. Das ist das Leiterbahngeschlängel der vielen Trafoanschlüsse unter dem drehbaren Kontakt. Je Seite wird das benötigt wegen der Richtungsumkehr. Auf der innenliegenden Seite sind dann die Kontakte für die Umpolung. Und dort irgendwo sitzt der Gleichrichter (auf dem zweiten Foto durch das Bimetall verdeckt). Hier hätte ich noch Hoffnung. So wie es sich anhört, ist da eine Diode defekt - oder das Bimetall ist irgendwie zu hochohmig.
Im Prinzip gilt hier die Unschuldsvermutung zunächst dem Netztrafo und wir schauen der Reihe nach auf die üblichen Verdächtigen:

Wenn Du es Dir zutraust, geht da eventuell was - aber mit Ruhe und konzentriert arbeiten wegen der 230V auf der Netzkabelseite von der Du (buchstäblich und wörtlich) die Finger läßt. Die Seite wo die roten schwarzen und blauen Adern an den Trafo gehen, ist TABU! Im Zweifelsfalle ziehst Du zwischen den einzelnen Testschritten den Netzstecker bis Du jeweils den Umbau erledigt hast:
  1. Den Drehknopf am Trafo auf '0' stellen - bzw. den Schalter ensprechend hindrehen.
  2. Den offenen Trafo auf einen aufgeräumten Tisch legen und an eine gut zugängliche Steckdose in der Nähe anschließen (bzw. den Grundaufbau so vorbereiten).
  3. Ein ft-Lämpi (wenn möglich eine 9V-Version) als Prüflampe nehmen. Zwischen dem im ersten Foto ganz links aussen liegenden Trafokontakt auf der Platine (!) und dem nächsten Anschluss daneben (auch auf der Platine!) anschliessen. Leuchtet die Lampe? (notieren, auch wie hell sie ist) Falls Du ein Voltmeter besitzt das vorher parallel an die Lampe anschliessen und auf 20V-AC (Wechselspannung!) einstellen. Spannung ablesen und notieren. Dann den Test ohne Lampe wiederholen.
  4. Den Test der Reihe nach bei den anderen Anschlüssen (auf dieser Trafoseite) wiederholen. Also ganz links aussen gegen den zweiten, dritten, usw.
  5. Am Anschluss ganz rechts (auf der Platinenseite) sollte die Lampe am hellsten leuchten und die Spannung maximal sein. Für den nächsten Testschritt bleibt die Lampe hier angeschlossen!
  6. Dreh den Dreknopf (Schalter) jeweils eine Stellung weiter und schau ob die Lampe dunkler wird (Spannung sinkt) - falls ja riecht das nach defektem Gleichrichter (Kurzschluß einer Diode).
  7. Schliess die Lampe am Gleichstromausgang an, dreh den Trafo voll auf und schau auf die Helligkeit / Spannung (aber diesmal bitte DC - Gleichspannung!) - diesen Test unbedingt auch ohne Lampe wiederholen. Ist die Spannung ohne Last (also nur Messgerät) in etwa normal, dann könnte das Bimetall ein Problem haben. Sofern Du ein Messgerät hast, könntest Du die Widerstandswerte der beiden Bimetalle vergleichen - sollten ähnlich (und niedrig) sein. Oder auf Verdacht das Bimetall überbrücken und nochmals testen ob das jetzt einen signifikanten Unterschied macht. Es könnte aber auch eine hochohmige Diode im Gleichrichter sein oder irgendein Kontaktproblem der Lötstellen oder ein Wicklungsschluss im Trafo.
Am besten wird sein, Du sortierst die Messwerte in einer ordentlichen Tabelle und postest sie hier (lesbar geschrieben und dann fotografiert reicht). Es ist nämlich so, dass jede Trafoausgangsspannung unter Last absinkt und die Werte zu interpretieren wird nicht einfach. Hast Du den Fehler identifiziert, kann eventuell das entsprechende Stück aus dem defekten Trafo als Ersatzteil herhalten.

Alternativ, und für Dich mit erheblich weniger Aufwand sowie Risiko, freut sich ffm über Deine Bestellung und liefert Dir bestimmt gern einen ordentlich funktionierenden 812. http://www.fischerfriendswoman.de/index.php (nach 7401 suchen lassen)

Gruß
H.A.R.R.Y.
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Re: Trafo 812 reparieren?

Beitragvon Stefan63 » 10 Aug 2018, 09:31

Danke für Deine Hinweise. Mal schauen...
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Re: Trafo 812 reparieren?

Beitragvon uffi » 10 Aug 2018, 11:15

Ich hatte bei einem solchen Trafo auch schon mal einen Haar-Riss in einer Leiterbahn auf der Platine (die wo der Drehabgriff mit seinen Schleifern darauf kontaktiert).
Da hilft es, die beiden Leitbahnsektionen mit einem Draht und Löten wieder zu verbinden.
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