Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

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Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon Jan01 » 19 Mai 2019, 16:18

Hallo,

ich bin gerade dabei meine Lustige Bällebadmaschine zusammenzustellen. Diese soll bei einem Strassenfest 6 Stunden am Stück laufen.
Insbesondere die Pneumatikkomponenten, wie Zylinder, Kompressor, Farbsortierer und TXT machen mir Sorgen, dass diese Heißlaufen bzw. nicht für Dauerbelastung geschaffen sind. Und hält der Vakuumsauger durch?
Teile sind alle neu und aus den Sets TXT Discovery und ElectroPneumatic.
Gibt es bei euch dafür Erfahrungswerte?
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon PHabermehl » 19 Mai 2019, 16:27

Warst du schon mal auf einer Convention? Die Modelle laufen dort auch den ganzen Tag. Dem Kompressor würde ich gelegentlich Pausen gönnen... Ansonsten ist das Material recht robust.

Gruß
Peter
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon The Rob » 19 Mai 2019, 17:00

PHabermehl hat geschrieben:Dem Kompressor würde ich gelegentlich Pausen gönnen... Ansonsten ist das Material recht robust.

Gruß
Peter

Am besten baust du den Code in deiner Maschine so, dass die zwar die ganze Zeit läuft, der Kompressor aber nicht durchgängig. Dann musst du dir später keine Gedanken machen und nicht manuell für Pausen sorgen.
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon PHabermehl » 19 Mai 2019, 19:03

Alternativ wäre die Kombination aus einem Druckspeicher und einem Druckschalter (a la "Kompressoranhänger) eine feine Lösung... Dann muss man den Komprimator gar nicht über die Software steuern.

Gruß
Peter
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon davidrpf » 19 Mai 2019, 19:41

Hallo zusammen,

Ich kann die Drucksensoren, wie Reichelt einige für 10-15 € im Programm hat, sehr empfehlen. Damit steuere ich in letzter Zeit alle stationären Kompressoren bedarfsgerecht. Mit dem Arduino ist das Auslesen der Sensoren kein Problem, ob die Sensoren auch am TXT oder ftduino funktionieren habe ich noch nicht getestet.

Wenn mechanische Komponenten (wie z.B. Ein Förderband) im Dauerbetrieb genutzt werden sollen, lohnt sich m.E. häufig, Reibung zu minimieren, indem man stärker belastete Lager beispielsweise durch Kugellager ersetzt. Die Motoren erwärmen sich im Dauerbetrieb spürbar weniger stark als ohne solche Optimierungen.

Gruß
David
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon Karl » 19 Mai 2019, 20:09

Ich nutze für die Drucklufterzeugung einen sog. Airbrusch-Kompressor.
Einen von denen in den als Beispiel-Link aufgeführten Modellen:

https://www.ebay.de/itm/AIRBRUSH-KOMPRE ... 7Pn6EvVcNw

Liefert ölfreie Druckluft und ist seeehr leise.
Der ist zwar mit seinen vier Pötten und dem 4 l Hauptpott etwas überdimensioniert,
habe ihn vor einigen Jahren neu in der Bucht günstig gekauft.
Der Druckminderer läßt sich gut einstellen, auch die für Ft benötigten 0,6 bar is max. 1 bar Überdruck.

Allerdings ist der Druckminderer etwas von minderer Qualität. Wenn man keine Luft entnimmt steigt
langsam der Druck in der Sekundärleitung zu den Ft-Baugruppen bis der Kesseldruck erreicht ist. Man muß eine ganz winzige Luftmenge als "Entllüftung"
fließen lassen, ansonsten in der Leitung zum Ft - Plastik-Luftspeicher ein Überdruckventil für max 0,8 bar bis 1 bar Überdruck
dazwischen bauen. Oder bei Nichtentnahme von Luft die Entnahme sperren.

Werde den Druckminderer irgendwann gegen einen hochwertigeren Druckminderer austauschen, war bis jetzt zu faul mich darum zu künmern.
Die halten den Druck immer ziemlich konstant von null Entnahme bis zu der in den Eigneschaften angegebenen entnehmbaren Luftmenge
weil diese eine automatisch wirkende eigene Sekundär-Entlüftung haben.

Es reicht im Grunde der kleinste Druckminderer und ein kleinerer Kompressor tut es sicherlich auch.
Als Schlauch bis zum Ft-Luftspeicher nutze ich einen Airbrush-Luftschlauch mit Adaptern an Ft gebastelt. Für bis ein bar Überdruck
ist die Dichtheit eigentlich kein Problem.

Den Luftschlauch allerdings im Fachhandel kaufen, viele asiatischen Luftschläuche "stinken" nach irgendeinem Gemisch aus Petroleum,
Mineralöl und/oder sonstigen nicht definierbaren Substanzen. Dauert meist Jahre bis der Geruch verschwindet.

Rechne ich die Ft-Teile für einen Kompressor zusammen, billig ist es ja auch nicht.

Betreffend der Elektronikteile: Arbeitet alles im Nennbetrieb, Unterlast dürfte kein Problen sein, dauernde Überlast ist schädlich,
dürfte ein Dauerbetrieb nichts ausmachen. Dabeibleiben sollte man oder eine Aufsicht sollte schon sein.

Also 7/24 Betrieb ist möglich - 7 Tage von 24 Tagen wie hier allgemein üblich. ;)

@ Peter,
wenn diese "Komprimatoren" halbwegs dicht sind und etwas Überdruck erzeugen reicht es bestimmt für einen Ft-Ausstellungstag.
Ansonsten den "Schieber"zwischendurch nochmal bewegen.
https://www.google.com/search?q=Komprim ... 64&bih=864 :lol:
Grüße von
Karl
Ich.., Bauteile verschwenderisch eingesetzt. Lösung....., einfach weglassen.
Karl
 
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon fishfriend » 19 Mai 2019, 21:04

Hallo...
Ich habe sehr schlechte Erfahrungen mit einem billigen Airbrush-Kompressor eine größeren EInzelhandeskette gemacht.
Auf einem Schulfest wurde das Ding so heiß, das die oberen Befestigungen der Saugnäpfe sich verformte und somit lose waren.
Die Beanspruchung war "normal" als wenn ich das Teil für meine Sachen zu Hause benutzen würde. Das war sehr Ärgerlich.

Ich habe aus dem Baumarkt einen normalen Kompressor. Der ist sehr laut, aber die Luftmenge im Tank ist so groß das der nur selten laufen muss.
Druckminderer sind auch aus dem Baumarkt wobei ich mir mehrere mit Kuplungen hintereinander schalten kann. Die Lösung ist aber sehr teuer.

Bei Ausstellungen hatten wir öfters das Problem, dass die -Luftmenge- für Großmodelle nicht reichte. Da war ein längeres suchen angesagt bis wir darauf kamen.
Auch kleinere Lecks stören den Ablauf immer wieder.
Bei einem Treffen in den Niederlanden war ein ft-Modell Flaschen-Abfüllanlage (tolles Teil !) da war ein ähliches Problem. Auch wenn mehrere Kompressoren parallel laufen
kann einer ausfallen und die Anlage hat dann Störungen, die man sich nicht erklären kann.

Beachte das die alten und neuen ft Teile sich Drucktechnisch unterscheiden.
Ansonsten sind 6 Stunden kein Problem für ft.
Gruß
fishfriend
Holger Howey

PS Die Betriebs- und Abkühlzeiten von Geräten sind manchmal ein Witz, der manche Geräte absolut unbrauchbar macht.
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon Lars » 19 Mai 2019, 21:52

Hallo Jan01,

Jan01 hat geschrieben:ich bin gerade dabei meine Lustige Bällebadmaschine zusammenzustellen. Diese soll bei einem Strassenfest 6 Stunden am Stück laufen.
Insbesondere die Pneumatikkomponenten, wie Zylinder, Kompressor, Farbsortierer und TXT machen mir Sorgen, dass diese Heißlaufen bzw. nicht für Dauerbelastung geschaffen sind. Und hält der Vakuumsauger durch?

elektronische, kontaktlos arbeitende Komponenten bereiten keine Probleme. Meine TXT halten mehrere Stunden problemlos durch. Ein- oder zweimal im Jahr kommt es zu einem Absturz, der dann durch einen Neustart behoben werden kann. Ansonsten sind sechs Stunden eine Zeitdauer, die auch ein mit ft spielendes Kind "hinlegt", wenn es ihm Spaß macht. Von den Modellen im Lehrbetrieb nicht zu reden.

Bei den Pneumatikzylindern - ich habe die blauen aus den 1980er Jahren - minimiert Silikonspray die Reibung etwas. Der aktuelle ft-Kompressor kommt wohl beabsichtigt nicht über 0,8 bar. Wenn Du dennoch einen Druckspeicher mit Druckschalter vorsiehst, sollte dessen Volumen möglichst groß sein, damit der Kompressor auch wirklich mal eine Zeit lang stillsteht. Häufiges Anlaufen streßt nämlich die kleinen Kommutatormotore.

FFM gibt das Volumen des hellblauen Behälters aus den 1980er Jahren (ft-Art. 36190, oft mit Beschriftung "Airtank") mit 111 cm³ an. Im Kompressorbausatz waren davon zwei enthalten, der (gebraucht ziemlich teuer angebotene) Kompressor-Anhänger hatte sogar gleich vier davon. Die aktuellen Behälter (ft-Art. 156493) sind mit 28 cm³ auch äußerlich deutlich kleiner. Um vier der alten großen Behälter mit insgesamt 444 cm³ zu ersetzen, bräuchtest Du also ca. 16 von den kleinen neueren! Da verwundert es nicht, daß man gerne mal zu Fahrrad-Trinkflaschen greift, die mit einem geeigneten Deckel versehen werden und die es mit Sicherheit auch farblich passend zu ft gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Lars
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon Karl » 19 Mai 2019, 22:08

würde mich mal interessieren welcher Typ von Kompressor aus dem Einzelhandel-Fachmarkt es war.
Einer von den direkt gekoppelten, glaube italienischen Fabrikats. Motor und Kompressionskopf
praktisch eine Einheit auf einem Kessel. Waren eigentlich auch die letzten "Heuler". Muß mal
wieder durch einen Baumarkt streunen. Mal schauen was dort für Neuigkeiten gibt.

Meiner läuft im intermittierenden Betrieb ohne heiss zu werden. Warm ist normal. War seinerzeit
auch meine Überlegung.
So viel Luft braucht Ft doch auch nicht daß meiner dauernd laufen müsste. Deshalb habe ich damals
bei den mit vier Kompressions-Pötten zugeschlagen weil, ein- zwei Minuten Lauf und dann wieder oft
etwas längere Pause. Läuft auch mit relativ geringer Drehzahl.
Hinzu käme, wenn der Kompressor-Kopf heiß ist wird die Luft stärker erwärmt. Wärmere Luft
enthält mehr Feuchtigkeit welche sich dann im Kessel als Wasser niederschlägt, es sei der Kessel wird
auch so warm. Ich habe den Kauf nicht bereut.
Proxxon hatte damals auch einen Kompressor mit Kessel. Mein Bruder hatte dieses Qualitätsprodukt. War eine "Wahnsinns-
Lärmmaschine". Landete einige Zeit später im "Entsorgungs-Kreislauf".
Die kleinen "Pannen-Kompressörchen", welche heute bei vielen Autos dabei sind, sind auch der reinste Witz.
Für ein bischen Luft reicht es, das ist es auch schon - mehr Krach als Wind. ;)

Nachtrag: 50 m Gartenschlauch, mehr oder weniger auch, funktionieren auch als "Luftspeicher". Allerdings sollten die Enden zweckentsprechend
hergerichtet sein. Keine Idee von mir - hat man mir vor -zig Jahren bei Festo, ja, die mit den blauen Pneumatik-Teilen, beigebracht.
Konnte man schön als "Zeitglied" nutzen. Immer mehr kürzen bis das Timing passt. Waren das für Zeiten an die man
sich heute schmunzelnd erinnert.
Auch hatten die eine relativ "komplizierte Vorführanlage". Bis zwei Meter max. Schlauchlänge zu den einzelnen Elementen mit 6 bar Überdruck.
War auch eine Menge drauf, bestimmt das halbe damalige Hardware-Portfolio.
War schneller als die "Wechselstromtechnik" mit ihren Schützen und Relais.
Einen Druckluft-Motor kann man nicht überlasten weil....., er bleibt einfach wie ein Esel....., stehen.
Grüße von
Karl
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon Karl » 19 Mai 2019, 22:48

@Jan,
wie sieht eine "Bällebademaschine", mit Ft gebaut, aus?
Grüße von
Karl
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon Jan01 » 20 Mai 2019, 22:21

Danke, für die infomativen Antworten. Durch die Pneumatikkomponenten habe ich meine Idee total umgeworfen und bin neu am Planen. Ich versuche mal Ende der Woche ein Bild zu posten.
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon Triceratops » 26 Mai 2019, 02:33

Hallo

Meine aktuelle Klappbrücke mit Elektronik- und auch Pneumatikkomponenten lief bei einem Spielwarenhändler
hier in Lüneburg zwei Wochen als Schaumodell im Schaufenster - und das sogar ohne jegliche Probleme oder
irgendwelcher Ausfälle. Lediglich in den Nachtstunden wurde der Strom abgestellt, das habe ich seinerzeit mit
dem Betreiber so vereinbart. Die Kugelbahn, die ich gleichermaßen zur Verfügung stellte, hatte dagegen andau-
ernd irgendwelche Störungen (Kugeln bleiben liegen oder fielen gar heraus etc.).

Und auch jetzt im April in der Ausstellung in der Wedemark lief die Klappbrücke einwandfrei - und das sogar,
ohne diese vorher nochmal zu prüfen. Ich mußte nur den Staub runterwischen.

Und was den Kompressor betrifft, so ist dieser mit einem kleinen Lufttank und einem Druckschalter ausge-
stattet, damit der Motor darin auf keinen Fall überlastet oder gar heißläuft.

Gruß, Thomas ;)
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Re: Dauerbelastung Elektronikbauteile ?

Beitragvon fishfriend » 26 Mai 2019, 11:16

Hallo...
zu Schaufenstern:
Ja die Elektronik läuft und läuft und läuft...
Etwas OT Mechanisch verrutsch es machmal bei Dauerbetrieb. Man muss es manchmal mehr als sonst sichern.
Kleiner Tipp:
Bei den 500er Bauplatten ein Loch weiter einen Baustein einbauen und einen Verbinder soweit runterschieben, dass er in die Bauplatte greift.
Gruß
fishfriend
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