Vorstellung alter Sack

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Vorstellung alter Sack

Beitragvon orkus » 11 Dez 2010, 13:02

Hallihallo!

"Ich bin der neue, ich komme jetzt öfter", könnte ich fast sagen. Ich heiße Oliver, bin 42 und Softwareentwickler (Dipl.Inf). In den letzten Tagen bin ich wieder voll in die Welt der Fischertechnik eingetaucht, meinem Lieblingsspielzeug aus Kindheit und Jugendzeit. Bereits in der Grundschule habe ich von meinen Eltern eine Vorstufe-Kasten (50v) bekommen, die auch ganz begeistert von diesem damals noch relativ jungen Spielzeug waren. Der Kasten hat etwas gelitten, ist aber noch fast komplett. Etwas später bekam ich eine größere Pralinenschachtel (Ich glaube, der hieß 200), danach mot1, mot2, kleinere Erweiterungsschachteln und kaufte mir schließlich alle 4 Statikkästen. Die Begeisterung für technisches Spielzeug wurde schließlich erst von den ersten erschwinglichen Computern übertroffen. Gegen meinen ATARI 800 XL (8 bit, 1,8 MHz, 64kByte RAM) hatte das Fischertechnik keine Chance. Ich habe dann Informatik studiert und bin in der Softwareentwicklung gelandet. Fischertechnik habe ich völlig aus den Augen verloren

Mittlerweile habe ich einen kleinen Sohn, der bereits als Baby von Technik fasziniert war. Sein erster Krabbelausflug führte zum Staubsauger, wo er begeistert an den Sichtbaren Rädchen drehte. Genau wie ich wird er mit LEGO nicht so recht warm, also begann ich mich erneut, für Fischertechnik zu interessieren. Und was hat sich seit der Zeit damals alles getan! Es gibt keine grauen Bauteile mehr, kaum große Grundkästen mit zig Modellvorschkägen, stattdessen gelbe Statik (gewöhnungsbedürftig) jede Menge kleine Modellkästen, die zwar als günstige Mitbringsel taugen, aber zum spielerischen Erforschen von Technik eher weniger. Ich hatte ein (leider unvollständiges) Modell "Off Road" da: Was für ein komplizierter Aufbau mit zig fummeligen Spezialteilen! Das reizt doch nicht zum Experimentieren, oder doch?

Nun, ich komme hier mit meiner Kritik vielleicht *etwas* spät, denn wie ich erfuhr, gab es einen grundlegenden Wandel Ende der 80er/Anfang 90er. Hier wurde das System bunt und es erschienen die vielen kleinen Modellbaukästen. Jetzt würden mich mal Meinungen von Euch interessieren: An die Jüngeren: Wie wirkt auf Euch die alte graue Fischertechnik? Und da ich im Bilderpool auch ganz fantastische Konstruktionen Angehöriger meines Semesters bestaunt habe: "Wie habt Ihr den Wandel erlebt und wie beurteilt Ihr ihn?". Ich finde ja, man hätte bei den großen Systemkästen bleiben sollen, um sich von LEGO abzugrenzen, die mit ihren tausend Minipacks und Spezialteilen zwar wirtschaftlich viel erfolgreicher waren, aber auch technisch primitiver. Zu meiner Zeit hatte fast jeder Junge Fischertechnik, ich glaube, das ist längst nicht mehr so. Ich vermute, man wollte damals LEGOs Erfolg kopieren, aber das konnte ja nur schiefgehen. "Alberne Männekes", hässliche kleine Lastwagen, nee nee, das geht am Kern (Technik!) vorbei.

Ich habe beschlossen, dass mein Sohn jetzt zu Weihnachten sein erstes Fischertechnik bekommt. Natürlich ist das viel zu früh, er ist erst zweidreiviertel :D , aber ich kann es einfach nicht mehr abwarten! Ich habe probehalber bei einem bekannten Internet-Auktionshaus ein paar Kästen ersteigert, und zwar für ihn und (ja, ich geb's zu) auch für mich:

Für Junior (aus 2 Autkionen):
- Junior Starter http://www.ft-datenbank.de/web_image.ph ... b0f1ac6643
- Universal http://www.ft-datenbank.de/web_image.ph ... c765a3f1d6
- Basic Fun Cars http://www.ft-datenbank.de/web_image.ph ... ee4f9736e6
- weitere Modelle (Bulldozer), deren Vollständigkeit ich noch nicht geprüft habe

Für Senior (1 Auktion)
- 50, 50/1, 50/2, 50/3, 50/S
- mot 1-3, em 1, ec 1
- weiterer Kleinkram
Letzteres ist aber alles unvollständig, aber ist ja auch schon 30 Jahre alt!

Natürlich kann sich mein Sohn irgendwann am gesamten Pool bedienen, ich dachte nur, er sollte mit den einfacheren Sachen beginnen. Anfangs werde ich ihm natürlich helfen.

Gestern kamen mehrere Kästen an und ich machte Bestandsaufnahme der Seniorsammlung. Natürlich war er völlig begeistert! Stundenlang hat er sich den Kasteninhalt ganz genau angesehen und ein bisschen mit den Teilen gespielt. Als ich ihm ein kleines einfaches Auto baute, begann er sofort erfolgreich, Räder abzuziehen und wieder anzustecken. Ich habe also eigentlich keinen Zweifel, dass dies ein Volltreffer wird.

So, was meint Ihr: Bin ich am Durchdrehen? Wäre ja kein Wunder, ich hatte damals kein mot-3, der das Differential enthalten hätte... ;)

Aber, wenn ich durch diese Webseite klicke, habe ich fast Tränen in den Auge, was Ihr für tolle Konstruktionen und Modelle abliefert, wie vielfältig dieses Systemspielzeug ist, und wie aktuell immer noch!


Begeisterte Grüße,
Oliver
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon steffalk » 11 Dez 2010, 14:27

Tach auch Oliver!

Und herzlich Willkommen hier im Forum und hoffentlich auch bald auf der ft Community, wo Du Fotos Deiner Modelle gerne einstellen kannst.

Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin Jahrgang 1962 und habe fischertechnik seit der Anfangszeit kennen und lieben gelernt. Mein Bruder und ich hatten auch Lego, aber eben nur die Klötze, mit denen man nicht viel stabiles außer Häuser oder so bauen konnte. Allerdings später auch einen blauen Lego-Motor, der im Wesentlichen für eine Lego-Eisenbahn mit ebenfalls blauen Schienen zu gebrauchen war. Bei einem Freund meines Bruders lernte ich den ft-200 kennen - und war hin und weg, voll begeistert, was man damit alles machen konnte. Schier unglaublich im Vergleich zum damaligen Lego. Ab da wollte ich nur noch ft, und bekam auch welches (zu Weihnachten einen ft 100, später so bis ca. Ende der Schulzeit kräftig von meiner Oma väterlicherseits gesponsert).

In der Studienzeit bekam ich irgendwann zufällig mit, dass ft was mit Computing machte (das war das erste Parallel-Interface), und da ich ebenfalls vom Software Schreiben und Administrieren lebe, hab ich also tatsächlich nochmal fischertechnik gekauft (gut möglich, dass das mein erstes selbstgekauftes ft war).

Danach kam wieder eine Pause, in der ich nichts Neues von ft mitbekam. Ich hatte insgeheim auch schon die Sorge, ft könnte es vielleicht gar nicht mehr geben. In den späten 1980ern und 1990ern war wohl auch wirklich eine üble Tiefphase bei ft, wo sie irgendwie selbst nicht wussten, was sie eigentlich wollten. Irgendwann sah ich dann wieder einen ft-Prospekt - und war ***SCHOCKIERT***! Wie überaus widerlich! Bunte Teile wie bei Lego! Ganz komische neue Teile! Ein fertiges Führerhaus - BÄÄÄÄÄH, IGITT, wie kann man nur! Und erst die Kästen! Null komma Nichts war mehr vom so wundervoll systematischem fischertechnik-SYSTEM übrig geblieben! Ein Sammelsurium von Kästen, von denen man denkt, man kann damit nur die paar Modellchen bauen, die abgebildet sind. Eine Schande gegenüber den früheren Kästen, die sich a) in ein System einfügten und b) einen Querschnitt über zig, wenn nicht hunderte, Modelle boten, die darüberhinaus mit viel weniger und vor allem mit viel weniger *verschiedenen* Teilen gebaut werden konnten. Auch die Anleitungen gaben vornehmlich *Anregungen* zum Tüfteln und nicht *Anleitungen*, wie man ein Modell Teil für Teil aus völlig unnötigen Teilen bauen konnte. Die Kästen hatten überschaubar viele Teile (mit einem ft 400 warst Du ein König!), wiesen aber sehr deutlich darauf hin, dass die vielen Modellvorschläge nur Vorschläge und Anregungen für noch viel mehr Modelle sein sollen. Auf heutigen Kästen steht dagegen sowas wie "600 Parts - 3 Models"! Einfach ab-scheu-lich und lächerlich. Ich verstand die Welt nicht mehr, und ich kann Deine Gefühle hier 1:1 nachvollziehen, Bruder!

Ich hab dann an fischertechnik gemailt und mein Herz ausgeschüttet, wie absolut furchtbar ich das alles finde (hätte ich ft nicht so ins Herz geschlossen, wär's mir ja egal gewesen). Wenig später kam eine Mail von der ganz formidablen Firma Knobloch (die den Einzelteilversand und so manche Elektronik-Entwicklung für ft macht), und man erklärte mir:

1. Ja, die Teile sind bunt, der Markt (die Kinder oder wer auch immer) würde das verlangen. Ich bin nicht so ganz dieser Meinung, aus mehreren Gründen, aber ich bin auch kein für den ft-Absatz verantwortlicher Marketing-Mensch. Etwas zähneknirschend lebe ich also damit, immer von einem Teil gerade in der Farbe keins mehr zu haben, was in diesem Modell da nicht hässlich aussieht (kombiniere mal grau mit gelb und schau an, wie eklig das aussieht). Auf der ft Community lobe ich immer die schönen nur-grauen Modelle, weil es so schön einheitlich war.

2. Die Spezialteile (wie z. B. die fertigen Führerhäuser), wären keine Verarmung, sondern eine Bereicherung, denn man könnte ja immer noch Führerhäuser aus Standardteilen bauen, wenn man wollte. OK, aber wozu dann Spezialteile, muss ich fragen. Und die Kästen enthalten halt auch ganz viele verschiedene Teile. Da werden Grundteile und Statik ja durchgemischt. Ich sehe den Sinn davon schon, weil halt für viele Problemfälle Statikteile wirklich eine gute Lösung darstellen. Aber ich finde es auch extrem verwirrend, gerade für Anfänger, wenn sie so gar keinen Überblick haben, was es denn eigentlich für Teile gibt, und welches wo für eingesetzt werden kann. Man wird nur überschwemmt mit verschiedenartigen Teilen. Von diesen einzelnen sind dann natürlich wieder relativ wenig drin, und es endet wirklich mit Kästen, mit denen man nicht allzuviel mehr bauen kann als in der Anleitung (3 Models!) beschrieben wird. So war es mit dem "Universal"-Kasten tatsächlich kaum möglich, so was simples wie ein Auto zu bauen, weil nämlich keine Räder drin waren!

3. Die Themenkästen... es gäbe ja schließlich Kästen wie den Universal II. Dieser Kasten speziell ist der, den ich noch am ehesten gefühlsmäßig gutheißen kann, denn da werden tatsächlich noch ganz unterschiedliche Modellvorschläge geboten, und zwar trotz der Vielfalt recht einfache (will sagen, nicht unnötig aufgeblähte). Ansonsten finde ich diese Themenkästen immer noch grauslich: "Mama, ich brauche diesen Kran-Kasten, mit meinen kann ich keinen Kran bauen!" - obwohl im Krankasten ja auch nichts anderes drin ist als Standardteile (zum Glück!). Das SYSTEM fehlt mir. Allerdings muss ich wohl folgendes Problem akzeptieren: Früher, als ft relativ bekannt war und sogar Fernsehwerbung machte (kennst Du diesen grandiosen Spot, in der ein Gelenkbaustein 45 - den es erst im ft 400 gab, und nur 2 Stück! - in den Vordergrund angewackelt kommt und dann als Wagenheber verwendet wird?), hatten Kaufhäuser in der Spielwarenabteilung Regalweise fischertechnik. Vor allem aber konnten die Verkäufer/innen einen aber auch *beraten* und also davon abhalten, einen Motor- oder Statik-Kasten zu kaufen, wenn man noch gar keinen Grundkasten hatte! Mittlerweile ist das für die Häuser wohl schlicht zu teuer. Die Schulungen dafür werden nicht mehr bezahlt, und so *muss* fischertechnik Kästen anbieten, in denen alles Nötige drin ist. Standardstory ist die Oma, die Ihrem Liebling einen Pneumatikkasten zu Weihnachten kauft, nur um festzustellen, dass der Enkel damit absolut *nichts* anfangen kann, weil er noch gar keine Grund- und Motor-Kästen hat. Dergleichen scheint so oft vorgekommen zu sein, dass fischertechnik aus den Kaufhäusern praktisch raus flog. Extrem schade, wenn ich an die technische Bildung unserer Jugend denke. Aber dadurch erscheinen mir diese Komplett-Kästen schlicht notwendig, wenn ich dabei auch ein weinendes Auge behalte. Nichtsdestotrotz finde ich das Prinzip der immer neuen Themenkästen mit den (hoffentlich!) ja doch immer gleichen Teilen darin recht schlimm, aber wie schon gesagt bin ich kein Marketing-Mensch. Besser so, und fischertechnik lebt, als dass es untergeht.

So sehr ich Spezialteile, von denen es jedes Jahr ein paar gibt, als im Wesentlichen völlig überflüssig verdamme, so sehr muss ich aber auch sagen, dass es positive Entwicklungen gab. Wenn Du Dir z. B. mal die Geschichte der Gelenkbausteine ansiehst, dann haben die sich wirklich toll weiterentwickelt. Von 15x15x45 in 15x15x15, und mittlerweile auch wieder mit durchsteckbarer Achse - prima. Ich stehe auf *wenige* verschiedene, super gut durchdachte und flexibel einsetzbare Standardtteile, und der aktuelle Gelenkbaustein ist geradezu ein Paradebeispiel dafür.

Ähnlich geht es mir mit den Clubnachrichten. Kennst Du diese *Goldstücke* von damals? Oder die einfach nur *grandiosen* hobby-Begleithefte? Wenn nicht: Du kannst Sie Dir *alle* als PDF runterladen. Da wurde Technik vermittelt, wie es besser nicht gemacht sein könnte. Jetzt guck Dir das Trauerspiel der heutigen "Fan Club News" an. Einfach zum Heulen, wenn man das mit früher vergleicht. Anstelle von tollen, fesselnden und klar präsentierten Inhalten ein imho katastrophal chaotisches Layout mit dem Informationsgehalt einer leeren Kaffeetasse. Das Problem: Offensichtlich stehen die Kinder heutzutage auf schnell konsumierbare Einfach-Kost. Daran dürften aber wohl im wesentlichen die Eltern - also WIR - schuld sein, warum auch immer. Es gibt durchaus zarte Anfänge von Ideen, da von den Fans aus Ersatz zu schaffen, aber sowas zieht sich leider immer sehr in die Länge, weil wir ja alle auch noch Brötchen verdienen bzw. studieren oder was auch immer müssen. Vielleicht könnten dafür Dinge wie das Forum oder die ft Community einen Ausgleichsbeitrag bieten.

Jedenfalls bist Du herzlich eingeladen, an der ganzen Sache Teil zu haben. Lass Dich ruhig wieder vom fischertechnik-Virus befallen - das ist immer noch ein ganz und gar Gutartiger!

Liebe Grüße,
Stefan
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon Sulu007 » 11 Dez 2010, 14:38

Hallo Oliver,
erst mal herzlich willkommen im Forum.
So wie dir ist es hier vielen ergangen, nach langer Pause wieder angesteckt vom Fischertechnik-Fieber.
Ich gebe dir Recht das man sich, auch wenn ich jetzt schon einige Jahre mit den bunten-ft baue, ich mich nicht so daran gewöhnen kann. Einerseits finde ich das bunt von der eigentlichen Technik ablenkt, andererseits man damit Sektionen besser darstellen kann.
Bitte bedenke auch das die Zielgruppe von ft die Kinder sind und nicht die Erwachsenen, die hier immer was zu meckern haben wenn es um Genauigkeit oder Tragfähigkeit geht wenn es mal wieder ein Monstrum von Modell wird. Nicht das ich die Baukunst hier kritisieren will, aber leider wird immer wieder mal gerne vergessen das es sich um Spielzeug geht.

@Stefan, du sprichst mir aus der Seele.
Grüße
Reiner
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon orkus » 11 Dez 2010, 15:10

Hallo Stefan,

WOW! Was für eine ausführliche Antwort, vielen Dank für die Mühe! Du sprichst mir aus der Seele, so ähnlich hätte ich das auch alles geschrieben, wenn ich nicht das Gefühl gehabt hätte, dass mein Einstandsartikel nicht eh schon zu lang war. Bin echt erleichtert, dass nicht nur ich ob der ganzen Entwicklung erschüttert bin...

Ja, das Argument "der Markt verlangt" habe ich schon 1000x gehört, davon gefühlt 990x unsinnig. Bei so einem herausstechenden System wie Fischertechnik, das der Markt garantiert NIE verlangt hat, sondern das nur aufgrund der erfinderischen visionären Kraft eines Artur Fischer und seines damaligen Entwicklungsteams entstehen konnte, ist so ein Argument kompletter Bullsh*t. So etwas hatte es nie zuvor (und auch nicht mehr danach) gegeben!

Der Grundbaustein ist tatsächlich zum Niederknien. Oder das Nabensystem, das man mit Reifen und Zahnrädern verschiedenster Art kombinieren konnte. Dazu ein paar Winkel und Stangen und von mir aus Beplankung. Damit konnte man schon soooo viel machen. 3 Modelle? Ich lach mich tot! Was müssen die damals in den 60ern getüftelt haben, eine minimale Menge von Bausteinen zu bestimmen, mit der bereits Fluchtgeschwindigkeit erreicht wurde. Ganz ohne CAD. :)

Andererseits war Fischertechnik fast immer am Puls der Zeit und hat zumindest die technische Entwicklung immer sehr früh mit neuen Teilsystemen mitgemacht. Von den frühen Anfängen der Elektromechanik und Elektronik (ich hab nach 40 Jahren meine ersten Silberlinge! Juchhuh!), über die Digitaltechnik und Mikrocontrollern bis zu den heutigen war man immer dran.

Ja, mal sehen wieviel Zeit ich überhaupt für mein neues altes Hobby erübrigen kann. Eins aber ist klar: Nächstes Jahr bin ich garantiert mindestens in Erbes-Büdesheim, das ist nämlich hier um die Ecke. Ich kenne persönlich hier im Dorf ein paar Mitglieder aus dem Winzerzweig der Knobloch-Famile...


Lieben Gruß zurück,
Oliver
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon Harald » 11 Dez 2010, 21:08

Hier ist noch so'n alter Sack :-)

Das wesentliche ist ja schon gesagt. Ich hab ft auch aus den Augen verloren und zwei Jahrzehnte später wiedergefunden. Bei mir war es der Besuch von Verwandtschaft, mit meinem damals 5jährigen Neffen. Damit der was zum Spielen hatte, habe ich den Karton mit ft aus dem Keller geholt. Hinterher saß ich am Sonntag Nachmittag allein mit dem ft im Wohnzimmer, und der Funke hat gezündet. Dann war auch erst einmal Marktsichtung angesagt. Am meisten angetan war ich von den LKWs mit den breiten 65er Reifen und den vielen kleinen roten Teilen. Die neuen Farben ... na ja, so richtig überzeugend waren sie nicht, und ich hab mich dann damit abgefunden.

Das hier:
Das Problem: Offensichtlich stehen die Kinder heutzutage auf schnell konsumierbare Einfach-Kost.

habe ich als wesentliche Erkenntnis aus der Ausstellung in Münster mitgenommen. Wobei "Kost" noch zuviel gesagt ist - sie haben ja nichts 'verzehrt' im Sinne von 'aufgenommen'. Die Kids sind mit glasigem, nichtverstehenden Blick durch die Reihen gelaufen. Wenn ein Modell nicht in allen Farben geblinkt und gezappelt hat, sind sie sofort weitergezogen. Ich kann mir das nur so vorstellen, dass sie vom "Kinder"fernsehen versaut (ja, versaut) sind. Da sollte man mal reinzappen - ernüchternd-lehreich ist das. Ich dachte, es gäbe da Richtlinien, z.B. darüber, wieviele Szenenwechsel pro 10 Sekunden erlaubt sind. Jedenfalls: nur das Geblinke und Getöse hat es vermocht, für so 10 ... 15 Sekunden Aufmerksamkeit zu wecken.

Gruß,
Harald
--- Ich liebe es, wenn ein Modell funktioniert. ---
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon simeri » 11 Dez 2010, 21:48

auch von mir ein hallo,

komisch die geschichet von oliver kenn ich denn mir geht es jetzt genau so wie ihm...
..und was harald mit dem fernsehen anspricht ist ja nun nichts unbekanntes, deshalb erzählen wir unsern kindern das
fernshen dumm macht und nur was für erwachsene ist. die kinder sind jetzt 5 einhalb und 2,und in dem alter glaubven die noch
an die aussagen von papa und mama....

für mich sind die modelle der 80 jahre der absolute hit....
...vom radlader über dreiachskipper bis zum schwerlastkran pumpenwagen, buggy, habe ich nun alles eingesammelt für den teleskopkran habe ich auch fast alle teile zusammen, die bauspielbahn mit schienen hatte ich bereits im oktober für 20 eruro ersteigert.... meine frau ärgert sich nun so sehr das sie mir langsam die freundschaft kündigen will........immer übertreibst du so maßlos!!!
es ist wie eine sucht nach dem ich einen kompressor in ebay ersteigert hatte wollte ich natürlich auch noch ein paar (14)pneumatikzylinder, 3/2 wege ventile(4), usw...
....wenn ich mal so überschlage bin ich schon bei ca 500 - 600 euro die ich in fischertechnik investiert habe............
die elektronik von fischertechnik finde ich nicht so verlockend, da ich damals als kind den kram immer nur stur nach plan verkabelt hatte und mich freute wenns funktionierte.... gelernt hatte ich damals nichts dadurch!
ich denke auch mal das ich da auf ein super steckbrett zurück greife und ein paar experimente aus meiner ausbildungszeit....
...aber dazu ist der große mit 5 einhalb einfach noch viel zu jung!!!

für mich wirkt es auch etwas zu fürh, wenn da fischertechnik mit coputerinterface für kinder ab 8 jahren angeboten wird ....
...seis drumm das müssen die eltern eben selbst entscheiden können
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon orkus » 11 Dez 2010, 22:25

Na, das ist ja witzig, dass sich die Geschichten so gleichen! Ich hätte gedacht, dass zumindest mal der eine oder andere durchgängig dabei geblieben ist. Vielleicht, weil derjenige auch beruflich konstruiert.

Ja, wie alle Elterngenerationen blicke auch ich sorgenvoll auf die Jugend. Was soll nur aus denen werden? Aber das haben unsere Eltern und deren Eltern auch gedacht. Zumindest das ist mir ein wenig Trost.

Komischerweise wird einem von anderen Eltern tatsächlich schon im ersten Jahr geraten, das Kind doch vorm Fernseher zu parken, da hätte man mal seine Ruhe. Das halte ich für skandalös! Und dann ist es auch kein Wunder, dass nur billiges Geblinke und Getöse noch Aufmerksamkeit erregt, aber nicht die unendlich mühevollen aufwändigen Konstruktionen, die Ihr da so zaubert (auch Deine sind mir schon mehrfach aufgefallen, Harald). Offenbar ist das tatsächlich auch Erziehungssache, zumindest am Anfang. Irgendwann lassen sich die Kids dann natürlich nichts mehr sagen, das ist klar.

@simeri: 500-600 Euro sind heutzutage für ein Hobby doch eigentlich nicht allzuviel. Würdest Du das alles neu kaufen, würdest Du dafür gerade mal ein kleines Häuflein bekommen. Aber gebraucht ist das eine ganze Menge. Ich habe die letzten Tage etliche Auktionen verfolgt: Ein gut erhaltener Hobby4 (auf den ich auch scharf wäre) kostet >70 Euro; eine Sammlung Silberlinge fast 200, genauso wie eine gepflegte ft Sammlung in 14 Originalkästen. Alles graue Ära, wohlgemerkt.

So, und nun gehe ich ein wenig Zeit in World of Warcraft verschwenden... ;)
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon Marspau » 12 Dez 2010, 00:27

Hello Oliver,

I am one of the older ft hobbyist.So i knew the glorious days of the gray parts,which i still have.
I think the gray era was more technical looking than the bright colored era.
I wrote an e-mail at FT,at that time,telling them there new kits were too toy looking.
They answered me that it was to make them more actractive to the young kids.
My feeling is that they were forced by the Lego competion.


Google translation

Ich bin einer der älteren ft hobbyist.So Ich kannte die glorreichen Tage der grauen Teile, die ich noch habe.
Ich denke, die grau-Ära war mehr als die technische suchen bunten Ära.
Ich schrieb eine E-Mail an FT, zu dieser Zeit, ihnen zu sagen, da neue Kits wurden zu Spielzeug suchen.
Sie antworteten mir, dass es, damit sie besser actractive den jungen Kindern war.
Mein Gefühl ist, dass sie von den Lego Wettbewerb gezwungen wurden.

Grub

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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon Pilami » 12 Dez 2010, 03:36

Hallo
Und willkommen im "Club der alten Säcke"!
Auch ich bin Jahrgang 62 und das Wieder-Zurückfinden zu alten Wurzeln, sprich Fischertechnik, verlief ähnlich wie bei dir. Mein Sohn kam zur Welt und bevor er richtig laufen konnte, begann sein Vater wieder, die alten Sachen auszugraben.
Der Vater blieb dabei, der Sohn aber kann sich noch nicht so richtig entscheiden, ob es ein Hobby werden sollen.
Aber immerhin, er diente mir als Alibi.
Aber Fischertechnik ist das tollste was ich kenne und ich kann nicht verstehen, warum ich zwischendurch eine Auszeit von 20 Jahren hatte. Mein erstes ft bekam ich 1968!

Nun euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit und Grüße aus dem heißen Malaysia nach Deutschland in den Winter.


Gruß
Lothar
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon Triceratops » 12 Dez 2010, 06:28

Hallo

Ähnlich war's bei mir eigentlich auch mit einer "langen" Pause. Obwohl ich zwischendurch immer mal wieder kleinere Sachen mit Fischertechnik realisiert habe und somit nie ganz abstinent war, so blieb Fischertechnik während meiner 13jährigen Dienstzeit in der Bundeswehr weitestgehend "außen vor". Das änderte sich danach mehr oder weniger schlagartig, als ich wieder sehr viel Zeit für dieses System hatte. Immerhin steig auch ich (anfangs eher widerwillig) Ende '98 ins Internet ein, so daß es letztlich nur eine Frage der Zeit war, wann ich Seiten wie diese finde.

Und seit 2003 bin ich hier sehr aktiv auch im Austausch von Erfahrungen und Tricks in bezug auf Fischertechnik. Zumal gibt es mit den vielen Treffen und Modellausstellungen sogar ein konkretes Ziel für jedwede Projekte, die man dann unter Gleichgesinnten vorführen kann und vieles mehr.

Gruß, Thomas :D

Ach ja: das mit dem "alten Sack" kann man hier getrost aussparen; denn das Durchschnittsalter liegt zumindest beim harten Kern der hiesigen Nutzer doch sehr hoch. Ich bin mit 44 zwar auch nicht der älteste, doch weit entfernt von den jungen Nutzern, von denen es zum Glück auch wieder mehr werden.
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon laserman » 12 Dez 2010, 09:59

Hallo zusammen,

auch ich habe mit etwa 4 Jahren den ersten Kasten von meinen Großeltern bekommen und war begeistert.
Es kamen viele weitere Kästen dazu, darunter auch der erste Festo-Pneumatik.

Dann habe auch ich Fischertechnik etwas aus den Augen verloren.

Doch 2000 kaufte ich mir den Industry Robots und das Intelligent Interface von meinem ersten selbstverdienten Geld.
Ich finde die Farbkombination Schwarz - Rot sehr schön!
Auch wenn ich mit den grauen Steinen aufgewachsen bin.
Und die Modelle sind auch super klasse - sowohl von der Funktion, als auch vom Aussehen.

Ich gehöre jedoch zu der Fraktion, die mit den blauen "Beilegeblättern" aus den früheren Kästen, was man noch alles für Modelle bauen kann, nichts anfangen konnten.
Denn ich habe mich immer stur an der Anleitung langgehangelt (was mir großen Spaß gemacht hat).
Und ich kann nicht sagen, daß ich dabei nichts gelernt hätte!
Daß ich selbst Modelle entworfen und gebaut habe, kam erst sehr viel später.
Mir persönlich macht es einfach schon Spaß, das Modell zu bauen und zu betreiben.

Ich denke, Fischertechnik ist auf dem richtigen Weg.
Viele Grüße aus Schwabenheim,
Laserman.
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon orkus » 12 Dez 2010, 13:17

Hallo Laserman,

was meinst Du denn mit "blaue Beilegeblätter"? Diese Poster? Das war ja eher ein Werbegag. Die Systemkästen enthielten dicke Hefte mit Anleitungen evtl. in mehreren Schritten, ähnlich den Modellkästen. Schau doch mal rein:

http://www.ft-fanarchiv.de/files/grund/50V.zip

Bestückung des Kastens auf der letzten Seite von
http://www.ft-fanarchiv.de/files/grund/100v_web.zip

Der 50v war mein erster Fischertechnik Kasten. Und wie wenig Bauteile der enthielt! Und jetzt vergleiche mal diese vielen Ideen und vor allem die hübschen Autos mit dem späteren "Basic Vehicles" oder "Basic Universal".

Hier das Heft meines zweiter Kastens (ft 200):
http://www.ft-fanarchiv.de/files/grund/ ... en_web.zip

Das Heft war identisch für alle damaligen Kästen. Durch so etwas lernt man mechanische Grundlagen und wird zunächst zu Variationen der gezeigten Modelle angeregt und schließlich zum freien Konstruieren.
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon Dirk Fox » 12 Dez 2010, 17:56

Hallo Oliver,

willkommen im Club! Mir ging es vor knapp vier Jahren ähnlich wie Dir, als mein Vater auf dem Speicher meine beiden schon verloren geglaubten Fischertechnik-Kästen fand... Ich holte sie ab - und verbrachte die anschließende Nacht (!) damit, zwei meiner Lieblingsmodelle nachzubauen... Es war geradezu eine "Wiedergeburt" mit 42, nachdem ich Fischertechnik über gut 25 Jahre aus den Augen verloren hatte. Auch bei mir hatte die Faszination Computer (und ein Informatikstudium) die Bausteine verdrängt; das Computerinterface gab es damals noch nicht, und ich hätte es mir auch nicht leisten können.
Inzwischen ist dank der bekannten Auktionsplattform, vieler Einzelteilbestellungen und einiger neuer Statik-Kästen eine Sammlung im Volumen von ca. 20 1000er Kästen daraus geworden.

Ich teile Deine und Stefans Einschätzung der neuen Kästen weitgehend. Aber nicht alles ist Teufelszeug. Inzwischen habe ich drei Kinder (allesamt Jungs - 4, 9 und 12 Jahre alt), die begeistert fast jeden Tag mit meiner Fischertechniksammlung (damit vermeiden wir Streit um gelegentlich knappe Teile) spielen (oder muss man besser lernen oder arbeiten sagen?). Bei der Motivation zum Bau einer technisch komplexen Lösung helfen die Männchen (manchmal Gastarbeiter von Playmobil), Kabinen und Spielereien (Fernsteuerung, Sound-Modul) jedoch sehr: Zwar basteln sie oft wochenlang an einem Antrieb, einer Lenkung oder einer statischen Konstruktion, aber erst wenn sie das Ergebnis (einen Bagger, Kran, eine Pistenraupe oder Rangierlok) zum Schluss mit einem Fahrerhäuschen, der Fernsteuerung und einem Sound für quietschende Bremsen oder einer Hupe krönen und es bspw. mit Playmobil-Männchen bestücken und in ihre Spiele integrieren können, schlägt Fischertechnik endgültig jedes andere Spielzeug aus dem Rennen. Und ich selbst bin begeistert vom neuen TX Controller - vor einem knappen Jahr habe ich ihn mir geschenkt, und habe die Möglichkeiten bei weitem noch nicht ausgereizt.

Ich glaube, Fischertechnik ist das perfekte Spielzeug, um technisches (und später elektronisches) Verständnis quasi nebenbei zu vermitteln und technische Begabungen zu fördern - ab einem Alter von ca. 3-4 Jahren (da fing unser jüngster Sohn an, Modelle selbst zu bauen).

Wenn es einen Fehler in der Angebotspolitik von Fischertechnik gibt, dann m.E. den, dass es zu wenig Angebote wie die Creativ Box (z.B. in verschiedenen Preisklassen) gibt, die einem Einsteiger den Aufbau einer ausreichenden "Materialsammlung" für eigene Modelle erlaubt, und das Fehlen geeigneter Lehrmaterialien (Bücher, Bauanleitungen), die in grundsätzliche (insbesondere mechanische) Basismechanismen (Lenkung, Baustatik, Antriebe etc.) und physische, mechanische und elektro(tech)nische Grundkenntnisse einführen - etwa das, was die Hobby-Bücher vor 30 Jahren geleistet haben, etwas systematischer vielleicht und aktualisiert hinsichtlich der neuen Bauteile (Motoren, Getriebe, Achsen, Lenkelemente etc.). Vieles findet sich (z.T. gut versteckt) auf der Community-Seite - vielleicht wird daraus ja irgendwann einmal ein Buch ;-).

Vielleicht ist das Fehlen guter systematischer Anleitungen auch ein Grund, warum Fischertechnik sich in den Schulen nicht gegen Lego behauptet - aber ich sehe auch nicht, dass die Firma Fischertechnik aktiv etwas dagegen tut. Ein echtes Licht am Horizont ist die Convention - meine beiden älteren Söhne waren in diesem Jahr das erste Mal dabei, und planen schon jetzt ihre Modelle für 2011... das müsste eine Pflichtveranstaltung für (Physik- und Informatik-) Lehrer sein, dann bräuchte sich niemand mehr Sorgen um den Ingeniuernachwuchs von morgen machen.

Bis dahin - viel Freude mit Deinem wiederentdeckten Hobby, ich bin gespannt auf Deine ersten hochgeladenen Modelle!
Herzlicher Gruss, Dirk
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon fischli » 13 Dez 2010, 16:30

Hallo,

Mein kleiner Cousin hat auch zuerst einen Juniorkasten bekommen. Fand er total langweilig.
Als er dann mal bei uns zu Besuch war, war er aus meinem Zimmer, wo das "richtige" Fischertechnik stand nicht mehr wegzukriegen. Diese Juniorkästen sind, glaub´ ich, quatsch.

Viele Grüße, Fischli
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon frickelsiggi » 17 Dez 2010, 16:06

Hallo Oliver und alle anderen FT-Freaks,

da ich ja altersmäßig noch ca. 20 Jahre Vorsprung vor den Meisten habe und dem Bild in meiner Homepage "frickelsiggi" fast nicht mehr ähnlich sehe, jetzt eine Brille benötige um Eure tollen Beiträge lesen zu können, habe ich alle Beiträge zum Thema ausgedruckt. Ich habe mit großen Interesse und viel Freude die 11 Seiten in Ruhe durchgelesen. Ich muss eins sagen: Ihr habt ja alle alles soooo richtig beschrieben!

Als Knabe habe ich mit Stabilbaukästen gebaut. Da die Teile zu der Zeit nun auch nicht gerade preiswert waren, hat mein Vater als gelernter Werkzeugmacher angestellt bei einem namhaften Kranbauer die Teile kopiert.
Dann gibt es so eine Art konstruktionslose Zeit zwischen meinen Lebensjahren 16 und 36. Jetzt kam die Zeit, wo ich meine Söhne für meine alten Stabilbaukästen zu interessieren. War aber kein Interesse da weil mit den kleinen Schräubchen und Muttern die Kurzen nix zu richtig anfangen konnten. Jetzt schlug bei uns die FT-Stunde mit den grauen Steinen in umfangreichen Kästen. Als dann meine Jungs sich für andere, lebensnähere Dinge ;) interessierten, hielt ich das FT-Zepter hoch bis zum heutigen Tag und das ohne Reue für manche teure Anschaffung.

Ich bin einfach froh dabei zu sein und das gilt natürlich auch für die jährlichen Zusammenkünfte.

Beste Grüsse vom Siggi
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon Dinomania01 » 17 Dez 2010, 19:38

Hallo Ihr Fischertechnik-Foris. Ich muss jetzt auch mal dazu was schreiben. Ich habe damals 1971 auch mit Fischertechnik angefangen, damals mit einem Baukasten 200, dann 200 S, mot 1 und mot 2 und einigen andern Kästen. Ausschlaggebend war für mich ein Werksbesuch bei der Fa. Fischer, welche ich damals mit meiner Schulklasse besuchte. Danach kamen und Elektromechanik und Elektronik hinzu. Dies war ausschlaggebend für die Berufswahl im technischen Bereich. Auch wenn dass im Lauf der Zeit bei mir eingeschlafen war, ist das Interesse seit ca. 6 Jahren wieder geweckt worden. Seit dem hat sich mein Fischertechnik-Bestand vergrößert, weil ich einfach neugierig war. Aber was die Farbgebung von Fischertechnik anbetrifft, kann man geteilter Meinung sein. Hauptsache man kann die alten FT-Teile mit den neuen kombinieren. Und ich habe auch heute noch viel Spass mit Fischertechnik.

Mit freundlichen Grüßen an alle
Ein langjähriger Fischertechnikfan.

Dieter Meckel
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon simeri » 17 Dez 2010, 21:19

ich muss auch noch mal meine genaue geschichet kund tun....
...der beitrag ist einfach zu ineressant....

es begann alles damals als meine eltern dachten der junge braucht was zum konstruieren....
...also gab es 1980 mit 5jahren und 7 monaten einen fischertechnik statik kasten....
nur war das weihnachten ziemlich enttäuschend da meine eltern sich mal so richtige keine gedanken gemacht haben,
denn mit einem statikkasten alleine kann man ja nun so nichts anfangen... also gings gleich nach 3 tagen rumgenülle
zum spielwarenladen und es wurde ein start 100 kasten besorgt.... und dann gings schlag auf schlag.....
ich weiß eigentlich heute garnicht mehr wo ich den motor her hatte... aber ich hatte einen motor mit getriebe....
dann kam noch die elektromechanik....cool an das morsegerät auf dem deckel erinnere ich mich heute noch gerne
und dann der elektronikkasten einfach klasse, ich hatte damals versehntlich einen kondensator zerschossen.....
dann ging die odysee in diversen elektronik geschäften los um die zerstörten bauteile wieder zu beschaffen...den 7400
habe ich aber nie kaputt bekommen.... irgendwie hat das zwar meine berufswahl in die richtige bahn gelenkt...
denn nach der realschule wurde ich zum kommunikationselektroniker ausgebildete.....
dem beruf habe ich aber 2001 nach meiner weiterbildung zum techniker den rücken gekehrt um mich dann als
berater im sap umfeld mit software entwicklung durchzuschalgen...das fischertechnik ruhte nun ca 23 jahre
bei meinen eltern in irgend wechen dunkelen orten auf dem dachboden... aber nun ist mein sohn 5 jahre und 5 monate an weihnachten.....
...und von meiner frau kam der auftrag im oktober schau doch mal ob es da was gibt mit dem er selbstständig was bauen und entwickeln
kann.... und eine eisenbahn wäre auch nicht schlecht weil er sich ja für sein eichhorn holzeisenbahn ein paar schienen wünscht (ier ist eben ein genügsames kind)....
na so kams wie es kommen musste ich holte meine alten fischertechnik sachen von meinen eltern ab,
machte sie sauber und merket das doch sehr viele sachen durch die zeit verloren gegangen waren.....
als erstes habe ich mal einen motor satz mit getriebe ersteigert und ein kleines konvult im ebay.....
...dann einfach mal so auf die bauspeilbahn mitgesteigert (die wollte ich eigentlich ganricht haben !!!) seis drum für 12 euro
mit trafo weichen und schienen fast ein geschenk, einziges manko war...der kram stunk pestialich nach rauch!!!!
also erst mal alles zerlegt und in die spülmadchiene..... dann den trafo mit essigreiniger mehrfach abgeschrubt,quasi fast in
essigreiniger gebadet.... und nun es riecht zwar noch immer etwas rauchig aber es ist bei weitem nicht so schlimm und erträglich....
dann habe ich die modelle entdeckt.... und dacht die sind einfach das größte sowas wollte ich auch immer als kind haben....
aber meine eltern hatten für sowas nie viel geld übrig...
....so kam es wie es kommen musste, nun nenne ich 2 Radler, eine Pumpenwagen, einen schwerlastkran, einen abschleppwagen, einen buggy, den kleinen hydraulikkran, den 3 achskipper, einen kleinen laster, das combimotopaket, und noch viel einzelteile für einen weiteren buggy und radlader und hubschrauber mein eigen....
...das ganze ist mir einfach etwas aus der hand geglitten.......ach ja und den teleskopkran will ich auch noch bauen ..... das alu hab ich schon es fehlt lediglich der radantriebskasten und die 5 grauen radaufhängungen.......

und nun kommt mein näschtes problem an weihnachten kann ich lediglich die eisenbahn und den kompletten fischertechnikkasten meinem ältesten sohn schenken... alles andere wäre ja wieder viel zu viel......und der kleine .... hmm mit fast 2 jahren..... eigentlich wollte ich ihm den dreiachskipper noch schenken....aber zusammen bauen kann er den selber ja nicht.......seis drum vielleicht braucht ja noch einer von euch ein weihnachtsgeschenk????

also abschließend seht ihr fischertechnik kann süchtig machen und sollte mit warnhinweisen versehen werden ;)
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon orkus » 23 Dez 2010, 12:56

Was für ein schöner Thread, vielen Dank an alle für die ausführlichen und interessanten Antworten!

Mittlerweile habe ich alle ersteigerten Kästen erhalten und habe in bisschen damit gespielt. Und mein kleiner Sohn ist immer dabei und fummelt ein bisschen herum. Morgen Abend bekommt er dann endlich seine Junior-Kästen, und dann wollen wir mal sehen, was er damit anfangen kann.

Habe auch einen alten Freund angeschrieben, bei dem durch ein Projekt als Jugendlicher ein großer Teil meiner Fischertechnik-Sammlung geblieben ist. Sein Sohn ist schon groß und spielt wohl nicht damit. Er wird ein bisschen sortieren und dann bekomme ich die Sachen wieder, yippieh! Zusammen mit meiner Ebuchtbeute ist das dann schon ein ganz netter Grundstock.

Scharf bin ich ja auf so einen Robo-Controller. Aber das kann auch warten...
Verallgemeinerungen sind immer schlecht!
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon Bernd » 08 Apr 2011, 09:19

Hallo,

auch ich wollte diesen Thread nutzen, um mich kurz vorzustellen (habe keinen anderen gefunden):
Jahrgang 66, mit Fischertechnik muss ich so mit 7,8 Jahren angefangen haben...die guten alten Kästen eben. Mit 14 oder 15 werde ich es wohl aus den Augen verloren haben (da kam die Zeit der Computer), aber vor einigen Jahren - mein Neffe wurde geboren - habe ich es wieder hervorgekramt und sortiert. Und da war der Virus wieder da. Voll ausgebrochen ist er im vorigen Jahr, als ich mich bei den Teppichbahnern angemeldet habe und zum ersten Treffen unbedingt einen funktionierenden Containerkran mitbringen wollte. Den habe ich dann aus FT gebaut. Mittlerweile sind dank Knobloch und ebay auch noch so einige fehlende Teile dazugekommen, einige Pollin-Motoren wurden FT-kompatibel gemacht...

Zur Thematik "bunte Steine": Also mein Bestand war "reinstes Fischertechnik" aus den 70ern bis Anfang der 80er. Deswegen finde ich einige der neueren Teile, die es früher nicht gab (z.B. die Rastachsen oder die Federnocken) sehr nützlich. Auf andere kann man natürlich prima verzichten.

Ich freue mich jedenfalls auf viele neue Ideen aus diesem tollen Forum hier, das ich vor kurzem entdeckt habe.

Viele Grüße, Bernd
Die Teppichbahner: http://www.teppichbahn.org/
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Re: Vorstellung alter Sack

Beitragvon Dirk Fox » 08 Apr 2011, 16:38

Hallo Bernd,

willkommen im Club!

Einem "Teppichbahner" sollten da ja besonders diese Modelle hier das Herz höher schlagen lassen: http://www.ftcommunity.de/categories.php?cat_id=481
Und wenn Du den ft-Virus voll ausbrechen lassen willst, komm im September zur Convention 2011 (http://www.ftconvention.de).
Bis dahin hilft Dir vielleicht ft:pedia (http://www.ftcommunity.de/ftcomm.php?file=ftpedia) über die Runden...

Fiebrige Grüße,
Dirk
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