Community-Lösungen für's Klassenzimmer

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Community-Lösungen für's Klassenzimmer

Beitragvon MasterOfGizmo » 06 Feb 2018, 16:58

Dirks relativ konkreter Thread zum FTScratchTXT driftet etwas ab. Für diesen Off-Topic-Teil starte ich daher hier mal eigenen Thread.

In der Tat kämpfen die ganzen Scratch und Snap-Varianten mit einem prinzipiellen Problem: Die eigentliche Programmausführung findet auf einem PC statt. Zum einen gibt es davon immer weniger. Größeres Problem ist m.E. aber, dass die Setups schnell sehr chaotisch werden. Wenn man dann einen lokalen Web-Server installieren und ein halbes Github-Repository clonen muss ist das m.E. für ein Schulumfeld kaum nutzbar und vor allem sehr fehleranfällig und wartungsintensiv.

Was wäre denn die Lösung? Wenn man mich fragt natürlich Brickly oder was ähnliches. Dass das nativ auf dem TXT läuft und jeden Browser nutzen kann wurde schon geklärt. Aber da endet es in der Tat nicht.

Für eine Blockly/Scratch/Snap-artige GUI ist irgendwo Rechenleistung nötig, die über dem liegt was ein billiger Controller kann und diese ganze GUI muss ja irgendwo "sein".

Man kann das alles auf den Windows-PC laden. Dann hat man aber das o.g. Problem, dass man sich da ggf. einen Setup- id Administrationsaufwand in großem Umfang ans Bein bindet. Das will eigentlich keiner, vor allem nicht in einer Schule oder auf anderen geteilten Arbeitsplätzen.

Auf einen TXT kann man das abladen. Haben wir gemacht, nennt sich Brickly. Installationsaufwand ist m.E. inzwischen minimal. Die CFW installiert man, indem man drei Dateien auf eine SD-Karte kopiert. Brickly kann man dann per grafischem Installer mit einem Klick installieren. Aber der TXT ist teuer und hilf einem nichts, wenn man die kleinen Controller LT und BT-Smart nutzt.

Dann nimmt man m.E. was billiges "in der Mitte", sowas wie einen Raspberry Pi. Auch bei dem ist die ganze Magie auf einer einzigen SD-Karte verborgen. Einmal vorbereitet kann man das Setup beliebig vervielfältigen oder nach einem Defekt leicht wieder herstellen. Die Community-Firmware läuft auf dem Pi. Je nach wahl mit kleinem Touchscreen, am PC-Bildschirm oder komplett headless. Das Setup ist bisher nicht trivial, aber eben nur einmalig für beliebig viele Nutzer. Die kleinen Controller wie LT und BT-Smart lassen sich per Kabel oder Bluetooth direkt am Pi betreiben. Es benötigt ein kleines Plugin, das ich für den ftDuino geschrieben habe, für den LT und ähnliche Controller ist das auch kein großes Kunststück. Die Bedienung erfolgt dann per Handy, Tablett oder auch PC via Browser. Auf den Schulgeräten muss also nichts weiter installiert werden.

Und was ist mit den ganz kleinen Kinder, die gerne malen wollen? Geht auch mit Blockly: https://blockly-games.appspot.com/turtle. Für Brickly müsste man was ähnliches bauen.

Ja, jeder dieser Absätze enthält ein "da müsste man nur ...". Wenn Scratch einfach laufen würde wären diese offenen ToDo's für Brickly sicher das KO-Kriterium. Aber da man auch bei Scratch noch ordentlich Arbreit reinstecken muss würde ich sagen, dass diese Arbeit vielleicht besser in Brickly (oder was ähnliches) investiert ist, einfach weil es so viel mehr Potenzial hat.
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Re: Community-Lösungen für's Klassenzimmer

Beitragvon EstherM » 06 Feb 2018, 19:48

Hallo zusammen,
das finde ich eine gute Idee. Würdest Du ein Setup vorschlagen, dass man einfach auf eine SD-Karte kopiert und dann auf dem Pi die cfw startet? Der dient dann auch als Webserver, so dass man Brickly wie auf dem TXT per Tablett bedienen kann? Alle Bibliotheken sind schon dabei, man braucht nur noch einen "kleinen Controller"?
Das hört sich gut an. Wenn ich dann mal wieder Zeit habe, helfe ich gerne mit Tests, dummen Fragen und Anleitungen.
Ich glaube übrigens, dass ein Kind, das mit Scratch zurecht kommt, auch mit Brickly zurechtkommen wird.
Ich würde die Programme auch trennen: entweder will ich malen, oder einen Motor ansteuern. Das einzige, was in Brickly vielleicht noch fehlt, ist die Möglichkeit, eine Art GUI, z.B. für eine intelligente Fernsteuerung zu basteln.
Scratch hätte schon Potenzial, aber man kann/darf es halt nicht aufbohren.
Viel Spaß!
Gruß
Esther
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Re: Community-Lösungen für's Klassenzimmer

Beitragvon MasterOfGizmo » 07 Feb 2018, 22:54

Die alten Controller interessieren mich persönlich ja nicht so. Aber für den ftDuino werde ich da schon noch einiges tun. Und das lässt sich dann ggf. auch an die alten Controller anpassen.

Das meiste geht ja jetzt schon. Das TX-Pi-Setup ist nicht sehr knifflig und läuft auf eine "CFW auf Pi" raus. Dort hat man also auch den App-Store und kann auch einfach Brickly installieren. Seit der wenige Minuten alten Brickly-Version 1.38 kann man direkt in der Web-Oberfläche Plugins installieren. Und eines davon (https://github.com/harbaum/brickly-plugins) bringt dann den ftDuino-Support ins Brickly.

Noch braucht man ein paar Klicks fürs komplette Setup, aber das ist in der Tat nicht sehr schwierig.

Aber iin der Tat wäre ein fertiges Image für den Pi nett. Mal schauen, wie einfach man aus einem laufenen Raspbian wieder ein "uninstalliertes" Image machen kann.
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Re: Community-Lösungen für's Klassenzimmer

Beitragvon MasterOfGizmo » 12 Feb 2018, 12:11

Ich habe mich mal etwas damit beschäftigt, aus dem laufenen TX-Pi wieder ein Image zur Installation auf anderen Pis zu machen.

Das bisherige Ergebnis ist dieses angepasste Script:
https://github.com/harbaum/PiShrink

Man kann es auf ein SD-Karten-Image, das man vom TX-Pi extrahiert hat, loslassen.

Code: Alles auswählen
./pishrink.sh -c <originalimage> <neuesimage>


Es löscht ein paar nicht benötigte Daten aus dem Image, entfernt die ssh host keys und schrumpft es dann so weit möglich. Das resultierende Image kann man dann wieder auf eine SD-Karten schreiben. Dort "entschrumpft" es sich automatisch beim Booten und legt neue SSH-Schlüssel an.

Da kann man sicher noch dran feilen, aber es reiicht, um recht schnell TX-Pi-Setups zu verteilen. Das werde ich auf der Süd-Süd-Convention anbieten.
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