Gleichrichter reparieren?

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Gleichrichter reparieren?

Beitragvon Stefan63 » 25 Nov 2018, 14:25

Hi, ein Silberling ist leider defekt - ein Gleichrichter. Frage: Wie bekomme ich den möglichst zerstörungsfrei auf und hat jemand gleich noch einen Link oder die passende Bezeichnung für das elektrische Teil, welches dort drin verbaut ist? Danke! Und ja, ich weiß, vom Zeitaufwand ist das wirklich nicht sinnvoll.... :-)
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Re: Gleichrichter reparieren?

Beitragvon Stefan63 » 25 Nov 2018, 14:46

Ohne Brille sieht man das ja nicht.... da sind ja Schräubchen - Gleichrichter aufbekommen - das hier hatte ich übersehen: viewtopic.php?f=15&t=4877 jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie ich die beiden Eletronik-Bauteile ersetze...
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Re: Gleichrichter reparieren?

Beitragvon Lars » 25 Nov 2018, 23:37

Hallo Stefan63,

es fragt sich natürlich, welches Bauteil defekt ist. Als Schüler fiel mir mal der Glättungskondensator aus. Das war an der plötzlichen "Vergeßlichkeit" des Flipflop-Bausteins erkennbar. Bei Speisung aus einer alternativen, geglätteten Versorgung verhielt sich das Flipflop wieder korrekt. Sowas dürfte die häufigste Fehlerursache bei dem Gleichrichterbaustein sein. In dem Poster mit den technischen Daten und einer Prüfschaltung für jeden Silberling (ft-Art. 6395047) ist der Elko interessanterweise mit 2200 Mikrofarad dimensioniert. So einen habe ich damals auch eingebaut, aber Ich bin mir ziemlich sicher, daß der defekte Elko von ft lediglich 1000 Mikrofarad aufwies.

Wenn dagegen gar keine Stromversorgung erfolgt oder gar der Wechselstrom durchgeht, ist der Brückengleichrichter defekt. Halbleiter können bei thermischer Überlastung (von außen oder durch Überschreitung der elektrischen Grenzwerte) dauernd leitend werden oder auch dauernd sperren. Der Glättungskondensator sollte allerdings keine Wechselspannung abbekommen, denn eine verpolte Spannung schädigt ihn. Meiner Kenntnis nach verschleißen Halbleiter im Verlaufe eines Menschenlebens nicht; fallen sie aus, waren sie immer einem schädigenden Einfluß ausgesetzt.
Wenn der Gleichrichterbaustein gleichstromseitig einem Kurzschluß ausgesetzt ist, muß er das aushalten, bis der Bimetallschalter im ft-Netzgerät anspricht und den Stromkreis unterbricht. Das Bimetall kühlt sich nach dem Ansprechen bald ab und schließt den Stromkreis wieder, ob der Nutzer den Fehler behoben hat oder nicht. Und zu meiner Zeit wurden anstelle der ft-Netzgeräte gerne Trafos für elektrische Eisenbahnen eingesetzt, wenn man die eh schon hatte. Von denen waren die meisten mindestens doppelt so leistungsfähig wie die Geräte von ft, 1 A war seinerzeit ein gängiger maximaler Ausgangsstrom, und zwar für jedes der beiden Klemmenpaare unabhängig voneinander. Deren Bimetallschalter spricht also frühestens an, wenn der ft-Gleichrichter schon um 25% stromüberlastet ist, denn der verträgt lt. o.a. Poster lediglich 800 mA.

Das ist auch nicht gerade viel, wenn schon ein einziger grauer Minimot (heute einem XS-Motor entsprechend) einen Blockadestrom von 500 mA ziehen kann. Dann gab es seit den 1980er Jahren die S-Motoren und schließlich seit den 2000er-Jahren die Powermotoren, die man überhaupt nicht aus dem Gleichrichterbaustein speisen sollte.

Mit freundlichen Grüßen
Lars
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Re: Gleichrichter reparieren?

Beitragvon Stefan63 » 26 Nov 2018, 11:57

Hi, Danke für die ausführliche Info. Hier habe ich noch ein paar Infos gefunden: http://donaupeter.de/fitec/gleichrichte ... ichter.htm


auf den originalen Bauteilen von FT steht B60C800Si AEG und 2200 / 16 1.75 von NSF - letztere Angabe 1.75 sagt mir überhaupt nichts und einen Brückengleichrichter mit diesen Angaben finde ich nirgends. Nun ist die Frage, einen B80 oder B40 nehmen?

Als Elko würde ich den hier nehmen:
https://www.reichelt.de/elko-axial-2-2- ... D_BwE&&r=1
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Re: Gleichrichter reparieren?

Beitragvon Lars » 26 Nov 2018, 18:13

Hallo Stefan63,

Stefan63 hat geschrieben:auf den originalen Bauteilen von FT steht B60C800Si AEG und 2200 / 16 1.75 von NSF - letztere Angabe 1.75 sagt mir überhaupt nichts und einen Brückengleichrichter mit diesen Angaben finde ich nirgends. Nun ist die Frage, einen B80 oder B40 nehmen?

die Zahl hinter B bedeutet die maximal zulässige Spitzenspannung in V, die Zahl hinter C den maximal zulässigen Strom durch den Gleichrichter in mA. Es kann sein, daß der Spitzenstrom nur dann ausgenutzt werden darf, wenn der Gleichrichter mit einem Kühlkörper verbunden wird. Bei Gleichrichtern für Ströme größer als 1 A = 1000 mA ist i.d.R. davon auszugehen. Wenn zwei Stromangaben vorhanden sind, setzt die größere eine solche Kühlung voraus, die kleinere gibt den Strom an, der ungekühlt verarbeitet werden kann. Der hier in Rede stehende Gleichrichter ist relativ klein vom Strom her, da mag das noch so gehen. Aber er steht auch nicht gerade frei und die 800 mA sollten daher auch eingehalten werden. Ich würde Dir empfehlen, sowas ähnliches wie B60C1500 einzubauen und dann trotzdem höchstens 1 A durchzuleiten.

Bei dem Kondensator ist neben der in Mikrofarad angegebenen Kapazität noch die maximale Ladespannung wichtigt, d.h. die 16, die besagen, daß höchstens 16 V an dem Kondensator anliegen dürfen. Finde ich auch etwas knapp und würde an Deiner Stelle eher zu einem 25 V-Typen greifen. Die Kapazität kannst Du beibehalten. Die 1.75 sagen mir auch nichts, als Toleranz wäre es relativ wenig, das Bauteil also relativ genau entsprechend seiner Nennkapazität dimensioniert. 15% - 20% Toleranz sind bei Elkos normal.

Stefan63 hat geschrieben:Als Elko würde ich den hier nehmen:
https://www.reichelt.de/elko-axial-2-2- ... D_BwE&&r=1

Was spricht gegen https://www.reichelt.de/elko-axial-2-2-mf-25-v-105-c-2000h-20-ax-105-2200-25-p126784.html?&trstct=pol_2? Du müßtest nur prüfen, ob Du mit 16 mm Durchmesser auch leben kannst.

Mit freundlichen Grüßen
Lars
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Re: Gleichrichter reparieren?

Beitragvon Stefan63 » 30 Nov 2018, 13:41

Hi, als Originalteile-Fetischist habe ich jetzt vier originale Brückengleichrichter von AEG gefunden - nur die Elkos von NSF gibt es einfach nicht. Da nehm ich einen anderen. Da ich ja nicht weiß, ob der Brückengleichrichter oder der Elko defekt ist, werde ich erstmal nur den "B" austauschen... :-) und in der Bucht wurde gestern ein Gleichrichter für 2,99 verkauft... ich hab den Eindruck, dass die Preise für FT-Ware in der Bucht eher sinken - oder täuscht das?
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Re: Gleichrichter reparieren?

Beitragvon PHabermehl » 30 Nov 2018, 15:47

Die Fans der 1. Generation sterben langsam aus. Habe auch schon gemerkt, dass die Preise für "classic" ft sinken...
Gruß
Peter
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Re: Gleichrichter reparieren?

Beitragvon Stefan63 » 30 Nov 2018, 23:04

So - repariert.... mit einem klitzekleinem Papierfetzen, welches zwischen die Leiterbahnen unten am Gehäuse gelegt wurde - hier berührten sich die Leiterbahnen und verursachten einen Kurzschluss.... :-) zuvor natürlich gelötet... egal, Sohn war begeistert mit beim Löten :-)
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