Altes graues Netzteil 814 - Spannung glätten?

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Altes graues Netzteil 814 - Spannung glätten?

Beitragvon Kilian » 15 Apr 2016, 16:27

Hallo,

habe hier div. der alten grauen 814er und 812er Netzteile aus den 70/80ern um unsere Modelle zu elektrifizieren. Nachdem ich neuerdings von Birnchen nach und nach auf LED umrüste habe ich leider schon mehrere RGB-LEDs zerstört. Auf Nachfragen bei Fischer erhielt ich den Hinweis, dass die alten Netzteile möglicherweise nicht geglättet sind und gerade die RGB-LEDs das nicht mögen. Kurzes Nachmessen mit dem Oszilloskop bestätigt mir diese Vermutung.

Nun war meine erste Idee, einfach eben einen 1000uf-Elko dort mit einzubauen. Nachdem ich ein 814er mal aufgemacht habe, bin ich aber nun am Grübeln. Statt Brückengleichrichter sind dort 4 Dioden drin und die Gleichrichtung findet erst nach dem Drehregler statt, mit dem man ja auch die Polung ändert. Da kann ich ja nicht einfach einen Elko parallel reinlöten (Platz wäre da)... Denkfehler von mir? Irgendwelche Ideen?
Beste Grüße
Kilian
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Re: Altes graues Netzteil 814 - Spannung glätten?

Beitragvon steffalk » 15 Apr 2016, 17:16

Tach auch!

Du willst den Elko direkt ins Trafogehäuse bauen? Na dann müsste er eben zwischen die 4 Dioden (die ja vermutlich nichts anderes darstellen als einen Graetz-Gleichrichter) und den polwendenden Poti.

Gruß,
Stefan
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Re: Altes graues Netzteil 814 - Spannung glätten?

Beitragvon Kilian » 15 Apr 2016, 17:45

Habe auf Deinen Kommentar hin nochmal die (durchaus verwirrende) Schaltung angesehen und nachgedacht: Du hast natürlich recht, die Umpolung kann ja gar nicht vor dem gleichrichten erfolgen. Ergo brauche ich den Elko wirklich nur zwischen die Dioden hängen und fertig.

Macht es Sinn, zwei Elkos untersch. Kapazität zu verbauen? Irgendwie liegt mir sowas an...
Beste Grüße
Kilian
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Re: Altes graues Netzteil 814 - Spannung glätten?

Beitragvon steffalk » 15 Apr 2016, 19:33

Tach auch!

Solange Du die beiden C parallel und nicht hintereinander schaltest, wüsste ich nichts, was gegen gleiche oder ungleiche Kapazitäten spräche - sie addieren sich einfach.

Gruß,
Stefan
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Re: Altes graues Netzteil 814 - Spannung glätten?

Beitragvon Kilian » 15 Apr 2016, 19:52

Operation vollzogen, läuft. Die Ausgangsspannung ging bis 12V hoch. Da mir das etwas zuviel des Guten war, habe ich drinnen an dem Drehregler (der ja eigentlich nur viele kleine Stufen durchschaltet) den letzten Kontakt via Dremel aufgetrennt.

Jetzt geht die Leerlaufspannung bis 9,5V die bei Anschluss eines Verbrauchers unter 9V fallen. Die Restwelligkeit liegt unter 0,5V, Motoren laufen interessanterweise hörbar ruhiger als ohne die Glättung, ich bin zufrieden. Werde ich im Zweifel noch mit 1-2 anderen Netzteilen auch so machen wenn es sich bewährt.
Beste Grüße
Kilian
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Re: Altes graues Netzteil 814 - Spannung glätten?

Beitragvon Harald » 16 Apr 2016, 12:19

Im Großen 1x1 der Elektrotechnik steht schon geschrieben, dass man an gewissen Stellen zweierlei Kondensatoren verbauen muss. Das Problem sind die parasitären Eigenschaften der Bauteile, die dann in Erscheinung treten, wenn man sie mit Wechselstrom bei höheren Frequenzen betreibt:

Ein Kondensator hat durch die Zuleitungen und ggf. die Wicklung der Folienlagen auch einen induktiven Anteil, d.h. er wirkt als Kondensator nur bis zu einer gewissen Frequenz. Da kommen die restliche Kapazität und die Induktivität in Resonanz (mit üblem Wirkungsgrad), und darüber wirkt er als (miserable) Spule.

Den Spulen geht es auch nicht besser: die angelegte Wechselspannung ist am höchsten zwischen den äußersten Wicklungen (entlang der Wickelachse gesehen). Die leitende Verbindung in Form der dazwischen liegenden Wicklungen wirkt immer schwächer, so dass der Wickelkörper auch irgendwann in Resonanz kommt (mit üblem Wirkungsgrad) und darüber alles mögliche darstellen kann.

Den Spulen kann man nicht mehr helfen, aber bei den Niederfrequenzkondensatoren kann man noch solche parallel löten, die auch für hohe Frequenzen geeignet sind. Also kommt parallel zum Elko (egal ob Wickel oder Tantal) noch ein Keramikkondensator (sieht aus wie eine Tablette mit Drähten an den flachen Seiten) in die Schaltung. Natürlich hält man die Zuleitungen möglichst kurz, weil sonst die Zuleitungen und der Umweg über den HF-Kondensator auch wieder als Spule wirksam werden, bevor der Kondensator nützlich geworden ist.

Warum sollte das einen Bastler interessieren, der "gar nicht mit Hochfrequenz arbeitet"?
Die Frage ist falsch gestellt: mit HF arbeitet schon jeder, der einen Schalter drückt. Der Stromstoß (oder Spannungsstoß) beim Schalten wirkt ähnlich, als wenn man mit einem großen Hammer ganz doll an ein Klavier haut (liebe Kinder: bitte erst fragen, bevor ihr es nachmacht!) : alle Saiten werden zum Schwingen gebracht, bzw. es werden elektrische Signale bis in höchste Frequenzen erzeugt, und die kann man im Radio ( = Empfangsgerät für elektromagnetische HF-Signale) als Klick hören. Im Stromnetz gibt es genügend solcher Schaltvorgänge, d.h. die Hochfrequenzsignale kommen schon aus der Steckdose, und es ist gut, wenn man sie vor dem eigenen Elektronikbaustein heraus glättet.


Gruß,
Harald
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Re: Altes graues Netzteil 814 - Spannung glätten?

Beitragvon Kilian » 16 Apr 2016, 13:02

Irgendwie sowas lag mir nämlich an, danke Harald für die Erklärung.

Was mich jetzt noch etwas stört (Wenn man erstmal mit dem rumoptimieren angefangen hat ;) ) ist, das das Netzteil brummt, sobald es angeschlossen ist, egal ob mit oder ohne Last - und übrigens auch schon vor der Modifikation. Lässt sich das elektronisch verbessern oder nur mechanisch, indem ich die Bewegung des Trafoblocks und sämtlicher Teile dämpfe?
Beste Grüße
Kilian
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Re: Altes graues Netzteil 814 - Spannung glätten?

Beitragvon ksch » 16 Apr 2016, 16:45

Hallo Kilian,

dieses Brummen kommt normalerweise durch einen Spalt zwischen Spule und Dynamoblechen. Wenn der Spalt groß ist eine Keil (Span) eindrücken, bei kleinem Spalt mit Sekundenkleber Spule und Bleche fixieren.

Viele Grüße Karsten
ksch
 
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